VfRler Eugen Bartl: Ein Sammler von Geschichten und Geschichte
Eugen Bartl ist der Bewahrer von Artikeln und Statistiken beim Verbandsligisten VfR Gommersdorf.

Es ist zwar ein Zufall, aber ein netter. Eugen Bartl, Vorstandsmitglied des VfR Gommersdorf, führt genau Buch, sammelt seit 20 Jahren akribisch die Zeitungsausschnitte über die Fußballer des Clubs. In diesem Jahr könnte der VfR im fünften Anlauf seinen ersten Verbandsliga-Klassenerhalt feiern, sollte das Abbruchs-Szenario des Badischen Fußballverbandes durchgehen, nach dem es keine Absteiger in den Ligen geben würde.
20 Jahre nach dem ersten Verbandsliga-Aufstieg des VfR wäre das eine Premiere. Vier Mal stiegen die Gommersdorfer seitdem in das badische Oberhaus auf. Vier Mal stiegen sie sofort wieder ab. Trotzdem ist der VfR Gommersdorf in den vergangenen Jahren zum fußballsportlichen Aushängeschild der Gemeinde Krautheim geworden.
Ab 2000 wird das Geschaffte genau festgehalten
Nach der Saison 1999/20, der Verbandsliga-Aufstiegs-Premiere, regte der damalige Vorsitzende Dieter Gärtner dazu an, das geschaffte festzuhalten. Bartl machte sich daran zu schaffen. "Bis heute hat es mich nicht losgelassen", sagt er.
Seine Sammlung für diese Saison, die 21. Auflage, umfasst bereits jetzt zur Corona-Zwangspause 154 DIN-A4-Seiten. Rund 200 waren es in der vergangenen Saison. Darin gebunden sind Artikel der Hohenloher Zeitung aber auch der "Fränkischen Nachrichten", der "Wertheimer Zeitung" oder der "Rhein-Neckar-Zeitung". "Es ist aber ein Anhang mit Statistiken dabei", sagt Bartl. Daraus geht zum Beispiel hervor, dass Team-Manager Jörg Olkus der Spieler mit den meisten Verbands- und Landesliga-Einsätzen beim VfR ist. 414 Mal stand er für die Gommersdorfer auf dem Platz. Aber Bartl hat auch alle Aufstiege seit Vereinsgründung 1946 zusammengestellt. Beide Statistiken sind auch auf der Internetseite des VfR zu finden.
Ein Höhepunkt war der Gewinn der Hohenloher Meisterschaft 1958

"Herausragend war der Gewinn der hohenloher Meisterschaft 1958 und der Aufstieg in die zweite Amateurliga", sagt Bartl. "Das habe ich als Kind miterlebt. Da bin ich von Sindeldorf nach Gommersdorf gelaufen und als zehnjähriger Bub am Sportplatz gestanden." Mittlerweile ist Bartl 68 Jahre alt und führt immer noch akribisch Buch. Gerne denkt er an 2002 zurück, das Jahr des Stimme-Cups in Gommersdorf. Zwei Jahre später war dann der TSV Krautheim der Gastgeber des Fußball-Turnieres mit den höchstklassigen Mannschaften der Region. Die Veranstaltung hat auch dauernden Eindruck beim VfR Gommersdorf hinterlassen. Wegen des Stimme-Cups wurde der Sprecher-Turm gebaut. Angeregt von Bartl. Noch heute steht er neben dem Platz, bietet einen Überblick über das Spielgeschehen und dient als manuelle Anzeigetafel des Spielstandes.
"Für uns speziell war es unvergesslich", sagt Bart. Er denkt gerne an die Vorbesprechungen im Happy Match in Untereisesheim, an die Zusammenkunft mit den Verantwortlichen der anderen Vereine. Es war eben eine Veranstaltung, die die Region verband - mit sportlichem Wettkampf und freundschaftlichem Austausch. "Das Drumherum war super. Es war einfach wichtig, in so einem Rahmen mit den Leuten reden zu können. Es war für uns ein freudiges Ereignis und keine Pflichtveranstaltung", sagt Bartl, der seit 1966 Mitglied beim VfR ist. Selbst spielte er als Linksaußen. "Mein erstes Tor haben ich aber mit rechts geschossen, obwohl ich Linksfüßer war", erzählt Bartl. Seine fußballerische Karriere endete dann als Libero.
Joachim Löw war schon zu Gast
Er selbst hat allerdings gegen keinen der großen Namen gespielt, die in Gommersdorf zu Gast waren. Zugeschaut hat er den ehemaligen Nationalkickern oder dem heutigen Bundestrainer aber durchaus. "Joachim Löw hat mit den Schwabe Allstars mal bei uns gespielt", sagt Bartl. "Andreas Möller war mal in der Jugend, genauso wie Uwe Bindewald." Gegen Maurizio Gaudino und Jürgen Kohler spielte die damalige Gommersdorfer A-Jugend in der Verbandsstaffel beim Aufeinandertreffen mit dem SV Waldhof Mannheim.
Nicht zu vergessen ist Felix Magath, der 1987 als Scout des Hamburger SV nach Gommersdorf kam, um das damalige VfR-Nachwuchstalent Markus Kaiser zu beobachten. Und zuletzt, sagt Bartl, habe sich der 1. FC Heidenheim bei einem Testspiel gegen die Würzburger Kickers klasse verkauft. Bei der Partie zeigte sich der VfR Gommersdorf andererseits als top Gastgeber.
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