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Lokaltour in Gundelsheim: Täglich sorgt das Sudoku für Rätselraten

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Bei der Aktion "Stimme vor Ort" nutzen Leser die Gelegenheit, um Kritik und Lob an ihrer Heimatzeitung loszuwerden.

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Interessierte Leser, interessierte Zuhörer: Im Gundelsheimer Weinbau-Pavillon erläutert Chefredakteur Uwe-Ralf Heer Konzept und Philosophie der Stimme.
Fotos: Ralf Seidel
Interessierte Leser, interessierte Zuhörer: Im Gundelsheimer Weinbau-Pavillon erläutert Chefredakteur Uwe-Ralf Heer Konzept und Philosophie der Stimme. Fotos: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Renate Kühner holt die Zeitung schon frühmorgens um 5.30 Uhr aus dem Briefkasten. "Als erstes mache ich immer das Sudoku", so die Stimme-Leserin. Die Gundelsheimerin nutzte den Lokaltermin in der gemütlichen Besenwirtschaft Weinbau-Pavillon mit Stimme-Chefredakteur Uwe-Ralf Heer, um augenzwinkernd eine "Kritik" vorzutragen. Sie finde das tägliche Sudoku manchmal einfach nicht. "Es ist ständig woanders." Es handelte sich um die 75. Auflage der Lokaltour. Mehr als zwei Dutzend Leserinnen und Leser kamen, um mit dem Chefredakteur sowie mit den Redakteuren Michael Schwarz und Jörg Kühl ins Gespräch zu kommen.

Heer erläuterte der aufmerksamen Leserin, dass Annoncen, Todesanzeigen und aktuelle Meldungen Gründe sein können, eine gewohnte Rubrik, wie das Sudoku-Rätsel, nicht immer exakt am gleichen Platz wie am Vortag vorzufinden. Eine Leserin kritisierte die englischen Begriffe im Blatt, ein Leser wollte wissen, warum das E-Paper-Archiv nur sechs Wochen lang Inhalte vorhält. Unterschiedliche Ansichten gab es auch zur Größe der abgedruckten Fotos.

Leserbriefe kommen gut an

Die anwesenden Leser nutzten den Abend auch für Lob. Jürgen Münkel hob positiv hervor, dass die Stimme ihre Leser regelmäßig und umfassend in Form von Zuschriften zu Wort kommen lässt. Dass es hier und da auch kuriose Auswüchse gibt, verdeutlichte der Chefredakteur. So gebe es Leserbrief-Autoren, die die Redaktion mehrmals pro Woche oder sogar pro Tag anschreiben. Daher gelte die Regel: Maximal ein Leserbrief pro Autor und Woche wird veröffentlicht.

Armin Englert, der selbst im Gemeinderat sitzt, bat, in der Berichterstattung nicht nur Fakten von den Gremiensitzungen "runterzubeten", sondern analytisch in die Tiefe zu gehen. Es ging beim Ortstermin in Gundelsheim nicht nur um die Zeitung selbst. Die Bürger nutzten auch die Gelegenheit mitzuteilen, wo in der Gemeinde der Schuh drückt, wo Gesprächs- und Handlungsbedarf besteht.

Bedauern über Rodungen und Sorge vor Steinbruch-Erweiterung

Lokaltourgast Heinz Bleibel gab seiner Sorge Ausdruck, dass die geplante Erweiterung des Steinbruchs mit dem Trinkwasserschutzgebiet vor Ort nicht vereinbar ist. "Auf ein so wertvolles Gut wie Trinkwasser sollte man nicht verzichten, selbst wegen der Gewerbesteuer nicht, so der Gundelsheimer, der bis 2014 insgesamt 30 Jahre lang im Gemeinderat mitwirkte.

Auch sind die für die Erweiterung nötigen Rodungen in den Augen des Gundelsheimers bedauerlich. Ein weiteres Thema, das für Diskussion sorgte, waren die Bahnübergänge. Seit mehr als zehn Jahren sind die Schienenquerungen ein Thema in der Gemeinde. In den nächsten Wochen werde mit dem Bau der neuen barrierefreien Unterführung begonnen, verriet Gemeinderatsmitglied Englert.

Nach fast zwei angeregten Stunden hatten die Bürger keine Fragen an die Zeitungsleute mehr. Es wurde noch länger zusammengesessen, gegessen und geredet. Draußen ergoss sich derweil eine wahre Regenflut über das Gundelsheimer Neckartal.

 
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