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Gundelsheim
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Gundelsheim ist eine Hochburg des Karnevals im Unterland

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Den Gundelsheimer Carneval-Verein zu verwalten erfordert Managerqualitäten - und diese haben die Präsidenten bewiesen. Nicht umsonst ist die Regel der Stadt: Jedes neugeborene Mädchen wird nach dem Standesamt direkt als Gardemädchen angemeldet.

Von Rudolf Landauer
Vor dem aktuellen Bühnenbild: Dieter Schell, Erhard Bader, Hans-Peter Bechtold, Wolfgang Riedle, Petra Baumgart und Rolf Raible (von rechts).
Foto: Rudolf Landauer
Vor dem aktuellen Bühnenbild: Dieter Schell, Erhard Bader, Hans-Peter Bechtold, Wolfgang Riedle, Petra Baumgart und Rolf Raible (von rechts). Foto: Rudolf Landauer  Foto: Landauer, Rudolf

"Wenn in Gundelsheim ein Mädchen auf die Welt kommt, wird es im Standesamt und danach gleich auch beim GCV als künftiges Gardemädchen angemeldet." So wird es in der Stadt erzählt, die Warteliste ist nämlich lang. Rund 1100 Mitglieder halten dem Gundelsheimer Carneval-Verein die Stange, viele davon schon seit vielen Jahren.

Der GCV ist, gemessen an der Zahl der Mitglieder, nach der Sportgemeinschaft (SG) der zweitgrößte Verein in der Deutschordensstadt, im Landesverband Württembergischer Karnevalisten (LWK) liegt der GCV an dritter Stelle.

Einen Verein dieser Größenordnung und mit derart verschiedenen exzellenten Tanzgarden und Gruppen sowie den jährlich rund acht Prunksitzungen zu verwalten und organisieren, erfordert Mitstreiter mit Managerqualitäten. Dieser Aufgabe haben sich rührige Mitglieder gewidmet, denen es immer wieder gelang, vor allem junge Menschen in den Verein zu integrieren. Lediglich acht Präsidenten gab es seit der Gründung des GCV 1962, aktuell steht Hans-Peter Bechtold an der Spitze.

Erinnerungen an den Aufstieg in höhere Sphären des Karnevals

Bechtold weiß viele Aktive um sich, die in Gremien, Ausschüssen, im Komitee oder als Trainerinnen wirken, die Bühnenbilder aufbauen, den Saal der Deutschmeisterhalle herrichten und den großen Umzug am Faschingsdienstag organisieren. Seit vielen Jahren Säulen des GCV sind zum Beispiel auch Dieter Schell, Erhard Bader, Wolfgang Riedle, Petra Baumgart und Rolf Raible.

Dieter Schell erinnert sich gerne an die schöne Zeit zurück: "1983 haben wir mit der "Oohregrööbler Guggemusik" die ersten urigen Schweizer Gäste der Region bei uns gehabt", sagt er. 1997 hat der SWR Kontakt mit dem GCV aufgenommen und mitgeteilt, man wolle eine Prunksitzung direkt aus der Halle übertragen: "Das war der Aufstieg in höhere Sphären des Karnevals und hatte eine enorme Motivationssteigerung im Verein und sieben weitere Fernsehübertragungen zur Folge", freut sich der damalige Sitzungspräsident Wolfang Riedle rückblickend.

Stolze 41 Jahre übte Riedle dieses Amt aus: "Nach 40 Jahren wollte ich aufhören, dann wurde es noch ein Jahr mehr", erzählt er. Den Mund hält Riedle nicht, im Vorjahr stieg er als Straßenkehrer in die Bütt.

Auch an andere denken

13 Tanzgruppen und fünf Musikgruppen bietet der GCV auf. Seine soziale Einstellung zeigte er auch: "Wir haben nach dem verheerenden Elbhochwasser 2002 den Dessauer Narren 1000 Euro gespendet, und nach dem Tsunami 2004 haben wir uns beim Bau eines Hauses für Obdachlose beteiligt", sagt Bechtold. "Die Saison 1990/91 haben wir wegen des Golfkrieges ausfallen lassen. Bis kurz vor Faschingsbeginn hatten die Aktiven eifrig geprobt", blickt Rolf Raible zurück.

 

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