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Liebenswerte Wohngemeinde

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Im Windschatten Eppingens haben sich Gemmingen und Stebbach im zurückliegenden Jahrzehnt prächtig entwickelt. Die Gemeinde hat alles, was man zum Leben braucht.

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Unter dem Titel "Die Kirche unterm Regenbogen" hat Heimatreporter Konrad Schomerus dieses seltene Laune der Natur zusammen mit dem Gemminger Kirchturm in unser Bürgerportal meine.stimme eingestellt.
Foto: Heimatreporter Konrad Schomerus
Unter dem Titel "Die Kirche unterm Regenbogen" hat Heimatreporter Konrad Schomerus dieses seltene Laune der Natur zusammen mit dem Gemminger Kirchturm in unser Bürgerportal meine.stimme eingestellt. Foto: Heimatreporter Konrad Schomerus  Foto: Heimatreporter Konrad Schmoerus

5301 Einwohner, zwei Ortsteile, jede Menge Burgen. Das dreistöckige Schloss im Kernort ist der Stammsitz derer von Gemmingen. Seit dem hohen Mittelalter hat das Wirken dieser edlen Ritter den Kraichgau geprägt.

Die Familie zählt zu den am weitesten verzweigten deutschen Adelsgeschlechtern überhaupt. Ihre Mitglieder leben heute auf der ganzen Welt verstreut. Einer ihrer bedeutendsten Vertreter ist Eberhard von Gemmingen, der langjähriger Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan. Doch der wurde nicht in Gemmingen, sondern im Bad Rappenauer Wasserschloss geboren. Im Kraichgau kreuzen sich viele Wege.

Stebbach kam 1974 dazu

Als Ortschaften liegen Gemmingen und Stebbach zwischen sanften Hügeln. Den Kraichgau beschreibt Tony Fleck, Verfasser der Gemminger Ortschronik von 1969, als eines "der reizvollsten Gebiete Deutschlands". Gemmingen war damals gerade 1200 Jahre alt geworden.

Stebbach mit seiner Burg Streichenberg war bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung 1311 pfälzisches Lehen der Herren von Gemmingen. 1974 wurde der Ort eingemeindet.

Gemmingen ist eine der stilleren Wohngemeinden in der Region Heilbronn. Der Kernort liegt wie eine Perle an der Stadtbahn-Kette Heilbronn-Karlsruhe. Die Einwohner profitieren von der Nähe zur großen Kreisstadt Eppingen. Unter der Führung von Bürgermeister Timo Wolf und des Gemeinderats hat sich die Gemeinde gut entwickelt. Die Nachfrage nach Bauplätzen ist groß.

15 Jahre lang hat Gemmingen "als bewusste Entscheidung", wie Timo Wolf sagt, kein Neubaugebiet ausgewiesen. Man setzte auf Nachverdichtung im Kern, schloss Baulücken, ersetzte Leerstände durch Neubauten. Jetzt aber, sagt Timo Wolf, sei man an einer Schmerzgrenze angekommen.

Im Neubaugebiet Fuchsgrube gingen jüngst zum Beispiel 28 Bauplätze sowie drei Plätze für Mehrfamilienhäuser rasend schnell weg. Gemmingen ist in den zurückliegenden Jahren überproportional gewachsen. Auch die Zahl der Arbeitsplätze habe zugenommen, erzählt der Bürgermeister.

Die Baufirma Reimold mit ihrem Kieswerk und dem Steinbruch sowie der Sprudelhersteller Wüteria sind die bekanntesten Firmen am Ort. Große Arbeitgeber sind die Firma Schuler Automation, die Metallwarenfabrik Geko Eisemann und die Firma Ralf Bär Automation.

Das junge und pfiffige Unternehmen Jay Cool hat sich auf die Reinigung von Kühlhäusern spezialisiert. Es verlegte seinen Sitz mit damals 20 Mitarbeitern von Bad Rappenau nach Gemmingen: Heute sind 200 Mitarbeiter deutschlandweit für Jay Cool unterwegs. Eine Erfolgsgeschichte.

Erfolgreiches Schulkonzept

Gemmingen ist die derzeit steuerschwächste Gemeinde im Kreis Heilbronn, hat aber alles, was man zum Leben braucht. Einzelhändler, ein reges Vereinsleben, ein eigenes Freibad - die Wolf-von Gemmingen-Schule. 2009 hatte das Land beschlossen, die weiterführende Schule zu schließen.

Die Skulpturen geben dem Park einen Hauch von Großstadt.
Foto: Plapp-Schirmer
Die Skulpturen geben dem Park einen Hauch von Großstadt. Foto: Plapp-Schirmer  Foto: Plapp-Schirmer, Ulrike

Bürger, Kommunalpolitiker und Schulleiter Helmut Thomaier wehrten sich, legten ein überzeugendes Konzept vor und bekamen den Zuschlag als Gemeinschaftsschule. Heute lernen dort 530 Kinder und Jugendliche. Auch wenn der Verkehr durch Gemmingen ein grundsätzliches Problem darstellt: die Kinder gelangen sicher zur Schule. Erst jüngst wurde der Anbau fertig. Wegen der Krise fiel die Einweihung ins Wasser.

Ins Wasser fällt auch die Einweihung des frisch sanierten Gärtnerhauses neben dem Gemminger Schloss, in dem heute unter anderem der bekannte Lebensmittelchemiker und Autor Udo Pollmer lebt.

Einst lebten im Schloss auch der Künstler Volkmar Köhler und seine Frau Edelgard Diehl. Beide sind Gründungsmitglieder der Kulturinitiative Kukuk. Ausverkaufte Abende im Rahmen der kronischen Kleinkunst oder die zeitweise Erweckung der Burg Streichenberg aus ihrem Dornröschenschlaf gehen auf das Konto dieser Initiative.

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