Eppinger Leser reden Tacheles bei strömendem Regen
Beim Vor-Ort-Termin in Eppingen mit dem Stimme-Mobil auf dem Marktplatz wird klar: Die Bürger legen Wert auf regionale Berichterstattung. Die Leser nutzten die Chance, mit der Redaktion der Kraichgau Stimme Tacheles zu reden. Was dabei rüber kam:

Als das Stimme-Mobil auf dem Marktplatz seine Läden öffnet, regnet es in Strömen. Der Eppinger Marktplatz ist trotz der aufgestellten Stände fast verwaist. Vom benachbarten Café Müller winkt Pia Garus freundlich herüber. "Die Kraichgau Stimme legen wir für unsere Gäste täglich zum Lesen aus", erzählt die Cafébetreiberin. Einige Exemplare gebe es auch zu kaufen. Mit den Inhalten sei sie zufrieden, besonders mit den Berichten aus Eppingen. Die Kraichgau Stimme sei für sie auch wegen der Veranstaltungshinweise relevant. "Wenn ich mit meinen Freundinnen am Wochenende etwas unternehme, gucken wir vorher immer in die Zeitung."
Wie das tägliche Kreuzworträtsel die Leser fesselt
Kornelia Blösch ist der Zeitung schon ihr Leben lang verbunden. Bereits ihre Eltern hätten das Blatt abonniert, sie selbst sei seit 40 Jahren Abonnentin. Als langjährige Schriftführerin des Landfrauenvereins habe sie regelmäßig Kontakt mit der Redaktion gehabt. Sie schätzt bis heute die Printausgabe. An die E-Paper-Variante möchte sie sich dagegen nicht gewöhnen. "Allein schon wegen des täglichen Kreuzworträtsels", lacht Kornelia Blösch. Dass die Kraichgau Stimme ihr Eppinger Büro geschlossen hat, bedauert die Mühlbacherin.

So nach und nach füllt sich der Stand vor dem Stimme-Mobil mit Menschen. In den Gesprächen wird deutlich: Auf die regionale Berichterstattung legen die Leser besonderen Wert. So sehr, dass sie gerne mehr lokale Inhalte im Blatt hätten. Diese Meinung vertritt Gerhard Hecker. "Das ist viel zu wenig", lautet die Einschätzung des 76-Jährigen. Er outet sich als treuer Leser, der schon seit mehr als 50 Jahren die Heimatzeitung bezieht. "Als echter Eppinger brauche ich die Zeitung." Dabei ist er auch sonst bestens vernetzt. Beinahe 30 Jahre lang hat er das Gasthaus Sonne geleitet, ist im Heimatverein aktiv und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. "Und ich besuche drei Mal die Woche meinen Stammtisch."
Kritische Anmerkungen eines aufmerksamen Lesers
Konstruktive Kritik an der Kraichgau Stimme äußerte Emil Lang. In dem Eppinger Ortsporträt am Montag vermisst er zahlreiche Details. So den Hinweis auf den Status "Reichsstadt", den die Kraichgaustadt im Mittelalter genoss. In der Auflistung der Museen fehlt dem 76-Jährigen das Museum für Zeugnisse religiösen Volksglaubens. Als Tipp gab er der Redaktion mit auf den Weg, weiterhin kritisch nachzuhaken. "Mich würde zum Beispiel interessieren, ob das Geld für die Gartenschau reicht."

Stimme.de
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