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Zentrale Stadthalle bleibt in Bad Friedrichshall auf der Agenda

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Im Bad Friedrichshaller Gemeinderat gibt es Irritationen um eine Formulierung in einer Beschlussvorlage. Kurz sieht es so aus, als werde der Wunsch nach einer zentralen Stadthalle dem Neubau der Lindenberghalle geopfert. Bürgermeister Frey widerspricht.

Von Ute Plückthun
Zu betonen, dass mit dem Antrag für den Abriss und den Ersatzneubau der Lindenberghalle der Wunsch nach einer Stadthalle nicht vom Tisch ist, war dem Gemeinderat wichtig.
Foto: Ute Plückthun
Zu betonen, dass mit dem Antrag für den Abriss und den Ersatzneubau der Lindenberghalle der Wunsch nach einer Stadthalle nicht vom Tisch ist, war dem Gemeinderat wichtig. Foto: Ute Plückthun  Foto: Plückthun, Ute

Soll die Lindenberghalle zur Bad Friedrichshaller Stadthalle werden? Gibt die Stadtverwaltung damit den Wunsch nach einer lang ersehnten zentralen Stadthalle auf? Formulierungen in einer Gemeinderatsvorlage geben Anlass zu überstürzten Spekulationen. Doch der Bürgermeister widerspricht: Eine richtige Stadthalle sei weiterhin erklärtes Ziel der Stadt, die Lindenberghalle nehme lediglich eine "ergänzende Funktion" ein.

Ein Satz sorgt für Verwunderung 

"Die Lindenberghalle wird zukünftig die Funktion einer Stadthalle für Bad Friedrichshall übernehmen": Dieser Satz sorgte für Verblüffung und rief das Bedürfnis nach Richtigstellung im Gemeinderat hervor. Er fand sich im Antragsentwurf zur Projektbeschreibung zu Abriss und Ersatzneubau der Lindenberghalle - mit dem Hinweis, dass die Stadt in der Vergangenheit verschiedene Möglichkeiten zur Errichtung einer zentralen Stadthalle vom Neubau bis zum Umbau einer vorhandenen Halle geprüft habe, aber ein "Neubau in der Stadtmitte aufgrund des Fehlens geeigneter Flächen verworfen" worden sei.

Das verwunderte die Räte, hatten sie in der vergangenen Sitzung noch unter anderen Voraussetzungen abgestimmt. Damals hatte das Gremium zugestimmt, einen Antrag zu Abriss und Ersatzneubau der Lindenberghalle auf den Weg zu bringen. Die 1956 erbaute Mehrzweckhalle besitze für die Stadt und die Region eine große Bedeutung, doch mittlerweile weise das Gebäude substantielle Mängel auf.

Geplante Kosten 

Zu den prognostizierten Kosten in Höhe von sechs bis 6,5 Millionen Euro hatte Léonie Franzen von der Stadtentwicklung Stuttgart (Steg) eine 45-prozentige Förderung über das Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" in Aussicht gestellt. Die Räte hatten sich in der vergangenen Sitzung dafür ausgesprochen, diese Fördermöglichkeiten erstmal abzuklopfen. Nun aber, als sie in der jüngsten Sitzung mit dem förmlichen Antragsentwurf für die Förderung konfrontiert wurden, gab es Redebedarf.

Die Definition der Lindenberghalle als Stadthalle in der schriftlichen Begründung des Antrags erschien Gabriele Mandel nach vorherigen Ausführungen als "nicht nachvollziehbar". Auch Herbert Benzschawel zeigte sich überrascht. Während Werner Wally frühere Auseinandersetzungen zu Lärmbelästigungen durch nächtliche Nutzung zu bedenken gab, vermutete Andreas Friedauer, dass die Formulierung der Antragstellung geschuldet und das Ziel einer Stadthalle "nicht gestorben" sei. Silke Ortwein versuchte, die Ausführungen der Planerin zu erläutern: Die Halle und ihr Ersatz würden Stadthallenfunktion übernehmen müssen, "weil wir nichts anderes haben". Dennoch bleibe der lange gehegte Wunsch nach einer Stadthalle bestehen.

Räte stimmen einstimmig zu

Bürgermeister Timo Frey räumte ein, dass der Förderantrag, der rasch eingereicht werden müsse, unter Zeitdruck entstanden sei, "ohne auf einzelne Formulierungen im Detail eingehen zu können". Es sei keinesfalls mit einem Baubeschluss gleichzusetzen. Auch ein Raumprogramm sei erst bei Förderzusage zu erstellen. Dagegen bekräftigte er das erklärte Ziel der Stadt, eine Stadthalle gemäß Beschluss der Klausurtagung im Auge zu behalten: "Die Lindenberghalle kann bestenfalls ergänzende Funktion einnehmen."

Enno Loose vom Fachbereich Bauen und Planen räumte ein: "Man muss noch einmal darüber reden, ob die Lindenberghalle tatsächlich langfristig die Stadthalle ganz ersetzen soll oder ob in der Lindenberghalle in den nächsten fünf bis zehn Jahren auch Funktionen einer kulturellen Halle untergebracht werden sollen, ohne das Ziel einer Stadthalle ganz aus den Augen zu verlieren."

Einstimmig sprachen sich die Räte für den Antragsentwurf und die Aufbringung städtischer Eigenmittel im Falle eines positiven Zuwendungsbescheids aus.

So sieht der mögliche Zeitplan für den Hallenneubau aus

Die Förderzusage vorausgesetzt, skizzierte Planerin Léonie Franzen für 2021 die Abstimmung des Konzepts mit allen Projektbeteiligten, die Durchführung eines Auswahlverfahrens durch Mehrfachbeauftragung sowie die Erarbeitung einer Entwurfs- und Genehmigungsplanung. 2022 könnten dann Ausführungsplanung, Ausschreibung und Vergabe beginnen. Vorstellbar sei, dass ab 2023 gebaut werde. Für 2025 seien die Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Lindenberghalle und der Abbruch des Altbaus anvisiert.

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