Frischelogistik bei Edeka: Wie arbeitet das Lager in Ellhofen?
Effizienz und Qualität ist das oberste Gebot. Mitarbeiter bekommen ihre Aufträge von einer Stimme im Ohr.

Viele hellgrüne Salatköpfe in vielen dunkelgrünen Kisten sind vor Marbod Kasten aufgestapelt. Alles, was im Lager von Edeka Südwest in Ellhofen ankommt, wird einer Stichprobe unterzogen. Kasten kontrolliert den Salat, der aus Italien kommt. „Die Ware können wir nicht annehmen“, lautet sein Urteil. Er habe zu viele faule Blätter entdeckt, der Kopfsalat sei zu sehr in die Kisten gedrückt worden. Auch ein anderer Lieferant hat heute Morgen Kopfsalat gebracht. „Diese Ware sieht besser aus.“
Kasten arbeitet seit 27 Jahren im Edeka-Lager und weiß ganz genau, worauf es ankommt. Nun prüft er, wie viele Paletten reklamiert werden müssen und macht Fotos von der schlechten Ware. Was der Lieferant mit dem reklamierten Salat mache, sei seine Sache, erklärt Lagerleiter Tayfun Ceylan.
Obst und Gemüse bleiben nur wenige Stunden im Lager
Die Ware, die es durch die Kontrolle an den Anliefertoren schafft, werden mit Barcodes versehen. Diese Striche auf einem großen gelben Aufkleber enthalten alle Informationen, sodass der Staplerfahrer sofort weiß, wo er zum Beispiel den Salat hinfahren muss. Obst und Gemüse verweilen jedoch nicht lange im Lager. Das meiste, das reinkommt, gehe am selben Tag auch wieder raus, erläutert Ceylan.
Von Ellhofen aus würden täglich 250 Edeka-Märkte beliefert. Zum Zuständigkeitsgebiet gehöre der Stuttgarter Raum, Schwäbisch Hall und natürlich der Heilbronner Raum. Auch nach nebenan zum Edeka Uelzhöfer werde Ware gebracht. Jeden Tag bestellten die Märkte Nachschub.
In den Lagerhallen in Ellhofen kommen Obst und Gemüse sowie alle Molkereiprodukte an. Trockenware wird laut Tayfun Ceylan im Lager nebenan verwaltet. Dieses befinde sich auf Weinsberger Gemarkung. Da die in Ellhofen gelagerte Ware verderblich ist und Kühlketten eingehalten werden müssen, herrscht in den Hallen das ganze Jahr über eine konstante Temperatur. Auch wenn es draußen 30 Grad hat, tragen die Lagerarbeiter also dicke Jacken. „Wenn man dann nach Feierabend mit der Thermojacke rausgeht, wird man schonmal komisch angeschaut“, weiß Marcus Gogel. Im Frischezentrum hat Tayfun Ceylan 220 Mitarbeiter, die in einem Zwei-Schicht-Betrieb von Montag bis Freitag arbeiten. Am Samstag und Sonntag gibt es nur eine Schicht. Gearbeitet wird also jeden Wochentag, damit die Regale in den Supermärkten immer voll sind.
Mitarbeiter sammeln die Ware nach einem ausgeklügeltem System ein
Morgens um 6 Uhr ist vor allem beim Wareneingang und im Lager viel los. Zahlreiche Mitarbeiter düsen mit sogenannten Kommissionierwagen durch die Hochregale. Sie bearbeiten die Bestellungen und bringen die Waren auf die andere Seite des Gebäudes, wo sie von LKW später abgeholt werden. Alles hat seinen Platz, alles läuft nach einem ausgeklügelten System. Die Mitarbeiter auf den kleinen Elektrofahrzeugen haben Kopfhörer auf den Ohren, die ihnen sagen, was sie aus welchem Regal in welcher Menge auf ihren Wagen packen sollen.

Wer seinen Auftrag startet, erfährt zuerst, ob der Kunde auf Paletten oder in Rollbehältern beliefert werden möchte, erklärt Tayfun Ceylan. Dann arbeite der Kommissionierer quasi einen Einkaufszettel ab. Alles sei so organisiert, dass die schwere Ware unten liege und die Regale zeitlich effektiv angefahren werden. Das System erkenne auch, wenn der Bestand im Regal knapp werde und ordere Nachschub aus der Reserve. Alles ist automatisiert. So geht es im kühlen Lager still und konzentriert zu. Gesprochen wird kaum, jeder arbeitet für sich. Zum kollegialen Austausch und zum Aufwärmen gibt es einen Pausenraum und eine Kantine, berichtet der Lagerleiter.
Erdbeeren und Tomaten gibt es auch im Winter aus Deutschland
Viele Waren, die im Edeka-Lager in Ellhofen ankommen, wachsen in der Region. Einige Obst- und Gemüsesorten haben jedoch auch einen weiteren Weg hinter sich. Sie kommen aus Europa, aber auch aus Übersee. Inzwischen sei es aber auch für Deutsche Landwirte möglich, etwa Erdbeeren oder Tomaten noch im Winter zu liefern, informiert Wareneingangsleiter Marcus Gogel. Diese würden in Glas-Gewächshäusern angebaut. 700 bis 1200 Paletten Obst- und Gemüse kämen jeden Tag in Ellhofen an und würden zu 90 Prozent am selben Tag wieder ausgeliefert. An Molkereiprodukten bekomme das Lager täglich 900 bis 1500 Paletten. Am Standort in Ellhofen gebe es auch eine Tiefgarage für LKW und eine eigene Werkstatt, berichtet er weiter. Ein neues Lager für Leergut sei gerade im Bau.
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