Welche Themen bei der Lokaltour der Heilbronner Stimme diskutiert wurden
Ein Neunjähriger hätte gerne einen modernisierten Trendsportpark in Obersulm. Löwensteins Bürgermeister wünscht sich Mitstreiter aus der Bevölkerung für den Tourismus.

Er ist der jüngste Teilnehmer, der sich bei einer der 112 Lokaltouren der Heilbronner Stimme zu Wort gemeldet hat. Auf die Frage von Chefredakteur Uwe Ralf Heer, was denn die Menschen im Weinsberger Tal umtreibt, äußerte der neunjährige Etienne sein Anliegen: Er und seine Freunde mögen den Bike- und Trendsport-Park in Obersulm sehr. "Aber der ist alt." Ob man ihn vielleicht erneuern könnte?
Obersulms Bürgermeister Björn Steinbach und seine Kollegen - bis auf einen krankheitsbedingten Ausfall waren am Mittwochabend alle gekommen - antworteten auf solche Fragen aus den Reihen der knapp 25 Besucher in der Markthalle in Obersulm. Die Bandbreite reichte von der Grundsteuerreform über Tempo 30 bis hin zur Flüchtlingsunterbringung. Anlass für das Vor-Ort-Angebot war die Serie "24 Stunden, 24 Orte, 24 Geschichten", bei der im Dezember die Kommunen von Eberstadt bis Wüstenrot im Fokus stehen.
Bürgerstiftung überlegt Verbesserungen für die Freizeitanlage
"Super, dass du dich traust, eine Frage zu stellen", freute sich Steinbach, musste Etienne allerdings enttäuschen. Eine Erneuerung des Freizeitgeländes stehe nicht an. Allerdings überlege die Bürgerstiftung, aktiv zu werden. Konkretes könne er noch nicht verkünden.
Konkret werden konnte Steinbach auch nicht in Sachen Lebensmittelversorgung in Obersulm-Willsbach. Eine Frau beklagte, dass es nicht einmal mehr einen Discounter gebe. Nach einem Suchlauf werde ein Standort am Ortsausgang favorisiert, so Steinbach. Die Vorprüfung laufe seit einem Jahr, mit Löwenstein seien Gespräche aufgenommen worden für eine gemeinsame Lösung.
Weinsbergs Stadtchefin fordert Beschwerde-Hotline während Tunnelsperrung
"Das betrifft unheimlich viele Pendler", kam Chefredakteur Heer auf die im Januar anstehende einjährige Sperrung des Schemmelsbergtunnels zu sprechen. Weinsbergs Stadtchefin Birgit Hannemann befürchtete, dass ihr diese einige graue Haare bescheren wird. Sie will beim Landratsamt eine Beschwerde-Hotline einfordern.
Wird das touristische Potenzial im Weinsberger Tal angemessen ausgeschöpft? Löwensteins Bürgermeister Eberhard Birk sah in der Stadt mit ihrer reichen Geschichte Möglichkeiten, allein ihm fehle eine "Masse an Interessenten", die mitmachten, nachdem es den Bürger- und Heimatverein nicht mehr gibt.
Kritische Stimme in Sachen Tourismus
"Jeder Tourist, der nach Löwenstein kommt, verstopft und verstinkt Willsbach", sieht Helmut Heuser den Tourismus kritisch. Was bringe dieser dem Normalbürger? "Die Touristen kommen nicht, um Sie zu belästigen", erwiderte Birk, dem klar war, dass nur ein bestimmter Prozentsatz profitiere. "Fast jeder Mensch ist irgendwo ein Tourist", hielt Karl Ulrich Vollert, der Ferienwohnungen vermietet, Heuser entgegen. "Wer ein Naherholungsangebot hat, bietet nicht nur denen, die kommen etwas, sondern auch denen, die da sind", betonte Birgit Hannemann.
Wenn man über Tourismus spreche, müsse man auch die schwierige Situation des Weinbaus betrachten, meinte Eberstadts Bürgermeister Patrick Dillig. Er sah die Region gefordert, die Kulturlandschaft zu erhalten. Dass Dillig in diesem Zusammenhang von Agrophotovoltaik sprach, passt für Helmut Heuser nicht mit der Kulturlandschaft zusammen. Deshalb bedürfe es Überlegungen, beides zusammenzubringen, schlussfolgerte Dillig. "Trinkt Württemberger" lautete der Appell von Markthallen-Betreiber Herbert Röger, der Traditionsbewusstsein für regionale Produkte einforderte.
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