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Jede Woche übt die Freiwillige Feuerwehr Weinsberg für  den Ernstfall

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Auch die Schacht- und Grubenrettung gehört zum Aufgabengebiet der Freiwilligen Feuerwehr Weinsberg. Sie ist eine der beiden Spezialeinheiten im Landkreis Heilbronn für Einsätze mit Gefahrgut.

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Die Weinsberger Freiwillige Feuerwehr muss für viele Gefahrenlagen gewappnet sein: An diesem Abend übt eine Einheit die Schacht- und Grubenrettung.
Die Weinsberger Freiwillige Feuerwehr muss für viele Gefahrenlagen gewappnet sein: An diesem Abend übt eine Einheit die Schacht- und Grubenrettung.  Foto: Seidel, Ralf

Es ist 21 Uhr: In der Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr in der Leiblingstraße in Weinsberg herrscht reger Betrieb. Es riecht nach einer Mischung aus Gummi und verbranntem Kraftstoff. Fahrzeuge verlassen den Hof. Für einige Feuerwehrleute steht an diesem Mittwoch eine Ausbildungseinheit zur Schacht- und Grubenrettung an. "Die sind jetzt draußen und werden sich anschauen, was beachtet werden muss", sagt Gesamtkommandant Heiko Frank. Dazu gehöre auch, wie eine Rettung aus einer Grube oder einem Schacht vorbereitet wird.

Parallel übt im Gebäude eine Gruppe den Umgang mit Funkgeräten. "Funk ist das Kommunikationsmittel, mit dem die Leute im Einsatz und im Übungsdienst miteinander kommunizieren", erklärt Roland Wirth, erster Stellvertreter Franks. In Baden-Württemberg wird von analogem Funk auf Digitalfunk umgestellt. 

Aufmerksam hören die Frauen und Männer zu, was ihnen über den Umgang mit Gefahrgut erklärt wird.
Aufmerksam hören die Frauen und Männer zu, was ihnen über den Umgang mit Gefahrgut erklärt wird.  Foto: Seidel, Ralf

Jede Woche rotieren die Gruppen bei der Übung

Die Mitglieder werden in Weinsberg in drei Gruppen eingeteilt, parallel beschäftigen sie sich am Dienstabend mit unterschiedlichen Themen. Die Gruppen rotieren jede Woche, so dass sie in allen Ausbildungsinhalten geschult werden. Die dritte Gruppe macht sich an diesem Abend mit der Ausstattung des neuen Abrollbehälters für Gefahrgut-Einsätze vertraut, mit Pumpen, Messgeräten und Chemikalien-Schutzanzügen. Weinsberg und Bad Rappenau sind die beiden Spezialeinheiten im Landkreis Heilbronn für solche Einsatzlagen.

Für einen Einsatz wird das Wechselladerfahrzeug mit dem Abrollbehälter bestückt. Darin enthalten ist auch ein Pavillon, den die dritte Gruppe gemeinsam auf- und abbaut. "Gefahrgut-Einsätze gehen meistens relativ lange", erklärt der Abteilungskommandant Julian Volkmer. Der Pavillon dient als Sonnen- oder Regenschutz bei Wartezeiten. 

Auch das will geprobt sein: Wie benutze ich das Funkgerät, wie läuft die Kommunikation ab?
Auch das will geprobt sein: Wie benutze ich das Funkgerät, wie läuft die Kommunikation ab?  Foto: Seidel, Ralf

Jeder Handgriff muss sitzen

Immer Mittwochs von 20 bis 22 Uhr trifft sich die Abteilung I zum Übungsdienst. Die Kernstadt hat mit 68 Mitgliedern natürlich nicht nur die meisten Einsatzkräfte, sondern: "Hier stehen auch sämtliche Sonderfahrzeuge", ergänzt Heiko Frank. 14 Einsatzfahrzeuge hat die Abteilung. Mit dem Umzug ins neue Feuerwehrhaus in die "Spitzäcker" Anfang des Jahres werden alle gesammelt untergebracht. Die Fahrzeughalle hat 14 Stellplätze.  "Es ist eine ganz wichtige Sache, dass wir regelmäßig üben", erklärt der Gesamtkommandant, dass die Handgriffe sitzen müssen.

In den Abteilungen Gellmersbach, Grantschen und Wimmental treffen sich die Mitglieder alle zwei Wochen. "Es kommt natürlich regelmäßig vor, dass wir bei einem Dienstabend durch einen Alarm unterbrochen werden", sagt Frank. Die Gruppen seien deshalb auch bei den Diensten immer einsatzbereit.

Die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr ist, wie der Name schon sagt, ehrenamtlich. Frank und Wirth schätzen, dass für die normalen Feuerwehrleute mit durchschnittlich zwei Einsätzen und dem Dienstabend acht bis zehn Stunden in der Woche zusammenkommen. Mit den acht Frauen und 60 Männern aus Weinsberg hat die Gesamtwehr fast 200 Mitglieder. Heiko Frank betont:  "Man kann nie genügend Leute haben."

Einmal im Jahr gibt es eine Hauptübung für alle vier Abteilungen 

Einmal im Jahr ist eine Hauptübung für alle vier Abteilungen angesetzt. "Das ist dann immer ganz spektakulär", meint der Kommandant der Gesamtwehr. Die Feuerwehrleute wissen nicht, was auf sie zukommt. Das Szenario ist geheim. Nur derjenige, der es vorbereitet, wisse Bescheid, so Frank weiter. In diesem Jahr wurde ein Brand angenommen. Der war allerdings nicht fiktiv,  sondern einem tatsächlichen Einsatz nachempfunden. "Der ist wirklich mal passiert", sagt Julian Volkmer. Vor ungefähr 40 Jahren seien im Ortskern von Grantschen ein Wohnhaus und ein Schuppen in Flammen gestanden. 

Gegen 22 Uhr packen die ersten Gruppen zusammen, die Fahrzeughalle leert sich, die Gruppe von der Schacht- und Grubenrettung trifft wieder ein. Abteilungskommandant Volkmer gibt noch die anstehenden Termine bekannt,  bevor es zum gemütlichen Teil übergeht. "Dann gönnen wir uns auch eine Cola", sagt Frank und lacht.

Familientradition

Für den stellvertretenden Kommandanten Roland Wirth ist die Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr "Familientradition". Bereits sein Vater war bei der Feuerwehr, und mittlerweile sind es auch Wirths Kinder. Er selbst kam mit 18 Jahren zu seinem Ehrenamt.

Abteilungskommandant Julian Volkmer ist technikbegeistert und war schon immer fasziniert von der Feuerwehr. Die Zeit bei der Freiwilligen Feuerwehr ist für ihn ein guter Ausgleich zum Bürojob.

Kommandant Heiko Frank ist durch seinen Beruf mit seinem Ehrenamt verbunden. "Ich bin Schornsteinfeger." Diese mussten früher in die Feuerwehr eintreten. Auch Frank war erst 18 Jahre alt, als er seinen Dienst aufnahm. 

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