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Wenn bei Edeka Damer in Möckmühl die Stunde der Stammkunden schlägt

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Wenn ein Supermarkt öffnet, kommen meistens die selben Leute zum Einkaufen. Das zeigt sich am Beispiel Edeka Damer in Möckmühl.

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Pascal Schwenzfeger räumt die nachts angelieferten Getränkekisten ein.
Pascal Schwenzfeger räumt die nachts angelieferten Getränkekisten ein.  Foto: Fritze, Heiko

Franziska Schäfer ist die Erste. Vor fünf Minuten erst hatte Lina Damer die Tür aufgeschlossen, nun ist ihre treue Kundin bereits unterwegs. Mit Einkaufszettel in der Hand dreht sie routiniert die Runde, tritt an die Fleischtheke, hinter der heute Sabrina Scheuermann und Ricarda Kraft die Frühschicht haben. Exakt um 7 Uhr und elf Minuten zahlt Franziska Schäfer ihren Morgeneinkauf. Weiter geht es zur Arbeitsstelle in Neudenau, wo sie gegen 7.30 Uhr beginnt.

Stammkunden haben ihre täglichen Wege

Routine. Wie so vieles, wenn ein Supermarkt öffnet. Geschäftsführerin Lina Damer kennt ihre Stammkunden. Als sie nach draußen tritt, um zu prüfen, ob auch alles vor der Tür ordnungsgemäß aufgestellt ist, blickt sie kurz zur Filiale von Lidl auf der anderen Straßenseite. "Dort kommt die nächste Stammkundin", sagt sie und lächelt. "Sie geht immer zuerst zu Lidl und dann zu uns."

Ein halbes Leben mit Edeka verbunden

Supermarkt-Inhaberin Lina Damer räumt morgens immer die Obsttheke ein.
Supermarkt-Inhaberin Lina Damer räumt morgens immer die Obsttheke ein.  Foto: Fritze, Heiko

Man kennt sich hier in Möckmühl. Lina Damer hat den Supermarkt 2020 übernommen. "Mitten in der Pandemie", erinnert sie sich. "Alles lief über Videokonferenzen, selbst die Unterschriften." Doch die 33-Jährige ist für ihre Kunden in der Stadt ein vertrautes Gesicht. Sie ist hier aufgewachsen, hat hier ihr Abitur abgelegt, schon als 16-Jährige im damaligen Edeka Breitenbach gejobbt. Das hat ihr so viel Spaß gemacht, dass sie nach der Schule eine Lehre als Einzelhandelskauffrau machte, fünf Jahre beim Discounter Penny arbeitete und dann als Marktleiterin zurück zu Breitenbach kam - und schließlich das Angebot erhielt, Nachfolgerin ihres langjährigen Chefs zu werden. Nun ist sie seit drei Jahren selbstständige Kauffrau, Inhaberin des Supermarkts, Chefin von etwa 30 Angestellten und Mitglied der Genossenschaft Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen. Ja, nicht Edeka Südwest wie die anderen Märkte im Landkreis. "Unsere Außendienstler sind jedesmal erstaunt, wie weit sie zu uns fahren müssen", erzählt sie und grinst.

Beginn ist viel früher als bei Ladenöffnung

Wenn die Chefin um 7 Uhr den Schlüssel umdreht und die automatische Schiebetür aktiviert, dann ist sie schon fast zwei Stunden hier. Arbeitsbeginn ist je nach Wochentag und angekündigten Anlieferungen zwischen 5 und 6 Uhr. "Wir haben alle unsere geregelten Aufgaben und Abläufe", erzählt sie. Die beiden Fleischereifachverkäuferinnen bestücken ihre Theke, Pascal Schwenzfeger räumt die nachts angelieferten Getränkekisten ein, die Putzfrau dreht mit der Reinigungsmaschine ihre Runden durch die Gänge.

Als letztes sind die Bananen dran

Lina Damer selbst übernimmt die Obsttheke. Was nachts zwischen 1 und 4 Uhr an der Rampe angeliefert worden ist, muss nun eingeräumt werden. "Jeder hat so sein System, das sich über die Jahre eingespielt hat", erzählt sie. "Bei mir sind zum Beispiel immer zuletzt die Bananen dran." Warum? "Das haben mich meine Mitarbeiter auch schon oft gefragt. Ehrlich: Ich weiß es nicht. Ich weiß nur: Wenn die Bananen dran sind, ist die Theke fertig." Dann noch alle Schilder und Leisten trockenwischen, aufräumen, die Transportwagen mit den leeren Kartons ins Lager schaffen - und die Kunden können kommen.

Warum die Fleischtheke Spaß macht

Ricarda Kraft ist erst im März wieder in ihren Beruf Fleischereifachverkäuferin eingestiegen.
Ricarda Kraft ist erst im März wieder in ihren Beruf Fleischereifachverkäuferin eingestiegen.  Foto: Fritze, Heiko

Auch Ricarda Kraft ist nun bereit. Erst im März hat sie hier angefangen - nachdem sie seit 2010 mit der Geburt ihrer Kinder als Hausfrau und Mutter zu Hause blieb. "Es ist etwas anderes, wieder sieben Stunden zu stehen", sagt sie. "Aber diese Arbeit macht mir einfach Spaß. Man kann kreativ sein, man hat nette Gespräche. Und wenn man einen guten Arbeitgeber hat, macht es gleich noch mal so viel Spaß."

Ein Kompliment, dass Lina Damer gar nicht mitbekommt. Während ein Fahrer der Bäckerei Trabold die Backwaren für die Theke anliefert, berät die Geschäftsführerin sich mit ihrer Stellvertreterin über die nächsten Bestellungen, über Anlieferungen und Einsatzpläne. Edeka Damer ist offen, es ist die Stunde der Stammkunden, aber die Arbeit ist damit nicht beendet. Es gibt noch viele Routinen, die zu erledigen sind. Morgens, nach sieben im Supermarkt.

Viele Läden in der Stadt

An Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel fehlt es in Möckmühl nicht: Neben Edeka Damer gibt es Filialen der Discounter Lidl, Aldi und Penny sowie einen Markt der BAG Franken eG. Außerdem findet jeden Donnerstagmorgen ein Markt vor dem Rathaus statt.

 
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