Wo Tonnen Stahl zusammengefügt werden
Frühmorgens herrscht beim Nutzfahrzeugausrüster Dautel bereits Hochbetrieb. Gevespert wird erst um 9.15 Uhr.

Wenn Dennis Kraft um 7 Uhr durch die Werkstatt streift, herrscht bereits ein reges Treiben. Kraft ist Betriebsleiter beim Leingartener Nutzfahrzeug-Spezialisten Dautel und ans frühe Aufstehen gewöhnt. "Als die heißen Sommer aufkamen, haben wir auf 6 Uhr Arbeitsbeginn umgestellt, jetzt hat es sich so etabliert."
Im Büro herrscht ein Kommen und Gehen. Die "Werker", wie Kraft die Schweißer, Mechaniker, Schlosser und die anderen gewerblichen Mitarbeiter nennt, holen sich ihre Auftragszettel für den Tag beim Meister ab. Dann geht es ins Teilelager, wo Komponenten und Baugruppen zusammengestellt und auf einem Rollwagen konfektioniert werden. Dabei hilft ein Hochregallager mit Geschichte. "Unsere beiden Seniorchefs Peter und Helmut Dautel haben die Anlage Ende der 80er Jahre bei Lufthansatechnik gebraucht erworben", schmunzelt der Betriebsleiter. Dass sie bis heute ohne Weh und Klage funktioniert, sei dem Umstand zu verdanken, dass die Steuerung des Hochregallagers ganz ohne hochgezüchtete Technik auskommt.
600 Tonnen
Ein paar Schritte weiter kommen 600 Tonnen Pressleistung zum Einsatz. Karosseriebauer Marcel Farrenkopf biegt mit der Tandem-Abkantpresse Unterbauprofile. Die Teile kommen ein paar Takte später zu Joachim Körner. Der Betriebsschlosser schweißt gerade Hilfsrahmen für Kipper zusammen. Kipper sind neben Ladebordwänden das "Brot- und Buttergeschäft" des Unternehmens, wie der Betriebsleiter erzählt.
Gegründet wurde Dautel 1933 in der Heilbronner Olgastraße. Die ersten Produkte waren hydraulisch betriebene Drei-Seiten-Kippaufbauten für Lastkraftwagen. Die hat das Unternehmen immer noch im Programm, natürlich in der modernsten Variante.
Funken und Lichtbögen

In der Montagehalle stieben die Funken, gleißende Lichtbögen erhellen die Szenerie: Martin Hahn verschweißt Kran-Seitenplatten. Seit 44 Jahren ist der 60-jährige Konstruktionsmechaniker bei Dautel. "Ich habe hier gelernt", erzählt er mit Stolz. 26 Auszubildende beschäftigt das Unternehmen in der Leingartener Dieselstraße aktuell. Darunter Konstruktionsmechaniker, Fachkräfte für Lagerlogistik sowie Lackierer. Daneben werden auch Produkt-Designer und Industriekaufleute ausgebildet. Dautel ist mit insgesamt rund 200 Beschäftigten einer der größeren Arbeitgeber in Leingarten.
Verhütungsvorschriften
In der Servicehalle steht ein Gerätewagen der Freiwilligen Feuerwehr Gundelsheim. Er ist hier zur turnusmäßigen Wartung. "Die Unfall-Verhütungsvorschriften schreiben das vor", berichtet Servicetechniker Mirko Kovacek. Heute werden die Hydraulikschläuche der Ladebordwand getauscht. "Wenn das Teil jemanden auf den Fuß fallen würde, wäre das ein Problem", so der Mitarbeiter, der auch zu den Kunden rausfährt, um die Fahrzeugtechnik zu reparieren.
Martin Hahn hat seinen Schweißerhelm abgesetzt. Der Werker freut sich jetzt auf die 9.15 Uhr-Pause und auf sein Frühstück, das er mit seinen Kollegen im Aufenthaltsraum verspeisen wird.

Stimme.de
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