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Mittagspause
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Schlemmen entlang der Offenauer Ortsdurchfahrt

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Für viele Gäste sind es wiederkehrende Anlaufstellen: Die Markthalle oder die Bäckerei-Filiale servieren in Offenau einen Mittagstisch. Das wird an der B27 geboten.

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Beim Mittagstisch beliebt: Zur Markthalle Offenau gehören eine Bäckerei, ein Metzger und ein Obst- und Gemüseladen.
Beim Mittagstisch beliebt: Zur Markthalle Offenau gehören eine Bäckerei, ein Metzger und ein Obst- und Gemüseladen.  Foto: Gajer, Simon

Eine vielbefahrene Ortsdurchfahrt ist für Anwohner eine Dauerbelastung. Die Gemeinde Offenau hat aus der Not eine Tugend gemacht. Ohne Ortsumfahrung haben sich an der B27, wo immerhin Tempo 30 gilt, neue Anlaufstellen entwickelt. Ob Discounter, Markthalle oder große Bäckerei-Filiale mit Café: Gäbe es diese Verkehrsachse mitten durch den Ort nicht, wäre all das wohl nur schwer vorstellbar.

In wenigen Minuten kann man Offenau passieren, oder man fährt auf den großen Parkplatz der Markthalle. Das haben Detlef Gröser und sein Kollege Florian gemacht, die für ihren Betrieb auf der Fahrt von München nach Erbach sind. Erste Pause nach drei Stunden Fahrt - "zufällig sind wir hier", sagt Detlef Gröser, Geschäftsführer von Log-Serv-Network GmbH.

Mittagspause an der B27 in Offenau: Das bietet die Markthalle

Ein Schild am Straßenrand genügte, die beiden hatten Hunger und wollten eine Pause machen - und sind angenehm überrascht. Dass sich hinter Markthalle unter anderem eine Metzgerei und ein Bäcker verbergen, ahnten sie nicht. Ein Verkaufstresen für Brötchen, daneben vielleicht Stehtische, mehr hatten die beiden nicht erwartet. Stattdessen bekamen sie eine große Auswahl. Die Männer gönnen sich Maultaschen und Fleischkäsbrötchen. "Ich bin überrascht", lobt Detlef Gröser das Angebot. "Das ist eine schöne Möglichkeit zu essen." Nur mit der Beschilderung an der Straße, da könnte die Martkhalle, die von der Gemeinde auf den Weg gebracht wurde, noch nachlegen.

Ein Damentrio ist häufiger hier, nach dem wöchentlichen Schwimmen in Bad Wimpfen schauen die Seniorinnen fast immer vorbei. Der Grund ist recht simpel. "Versuchen Sie mal, mittags etwas zum Essen zu bekommen", sagt eine 80-Jährige aus Oedheim, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. "Hier bekommt man etwas", sagt sie. Und vor allem: Nach dem Essen können sie noch einkaufen.

Anlaufstelle am Ortsausgang: In der Härdtner-Filiale arbeitet Lisa Kühnle. Foto: Simon Gajer
Anlaufstelle am Ortsausgang: In der Härdtner-Filiale arbeitet Lisa Kühnle. Foto: Simon Gajer  Foto: Gajer, Simon

Obst- und Gemüseladen, Metzger, Bäcker und Drogerie: Das bietet sich den Gästen

Es gibt noch in der Markthalle einen Obst- und Gemüseladen gehen. Eine Drogerie befindet sich ebenfalls im Gebäudekomplex, allerdings eine Tür weiter. Die Frauen kamen zum Essen schon rum. Bei einem Italiener kehrten sie schon ein, einem Bistro statteten sie Besuche ab. Offenau sagt ihnen jetzt aber zu. Wobei: "Das Wichtigste ist das Schwimmen."

Regelmäßig ist auch ein 69-Jähriger aus dem Neckarsulmer Stadtteil Obereisesheim hier. Dann nämlich, wenn er auf Radtouren nach Norden startet. 15 Kilometer hat er an diesem Dienstag hinter sich, 15 vor sich - dazwischen passt eine Sahnetorte. Er schmunzelt. Etwas Deftiges esse er aber auch mal.

Die Ortsdurchfahrt wird zur Schlemmermeile: So kann Offenau von der B27 profitieren

Die Ortsdurchfahrt ist die Schlemmermeile von Offenau, auch wenn an Werktagen längst nicht alle zur Mittagszeit offen haben. Geschlossen ist das Restaurant in der Veranstaltungshalle Saline, der Grieche Delos oder der Sushi-Lieferant öffnen am späteren Nachmittag. Dafür gibt es Hähnchen im Imbisswagen bei einer Tankstelle. Und an der Härdtner-Filiale am Ortsausgang herrscht reges Treiben. Im Erd- und Obergeschoss sitzen die Gäste. In diesem Moment ist es relativ ruhig an der Theke. Das ändert sich schnell.

Von einem besonderen Phänomen erzählt Mitarbeiterin Lisa Kühnle: Wenn es mal für ein paar Minuten ruhig sei, kämen dann Kunden plötzlich wieder stoßweise. Liegt es an der Ampelschaltung, so dass die Autos immer im Pulk vorfahren? Sind Pausenzeiten der Firmen verantwortlich? "Wir wissen auch nicht warum", rätselt sie und lächelt. Letztendlich ist es egal, das Café gleicht an diesem Nachmittag einem Treffpunkt der Generationen. Ältere Besucher sind hier, Eltern mit ihren Kindern auch. Kunden bestellen Kuchen, andere ein belegtes Brötchen oder etwas Warmes. "Haben Sie noch einen Wunsch?", fragt die Mitarbeiterin - während draußen auf der B27 Fahrzeug um Fahrzeug vorbeifährt. Ohne Halt, obwohl doch gerade Offenau zum Verweilen einlädt.

 
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