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Weinsberg
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Weinsberg à la carte: Genussbummel durch die Kernerstadt

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Viele Gastro-Tipps und noch mehr Kalorien: Der meine.stimme-Heimatreporter Michael Harmsen nimmt die Leser mit auf einen Streifzug durch die kulinarische Landschaft Weinsbergs. Nachmachen nur in Etappen empfohlen.

Von Heimatreporter Michael Harmsen

Unser Bummel durch Weinsberg beginnt, wie könnte es auch anders sein, gleich mit dem Höhepunkt von Weinsberg, der Weibertreu. Solange wir noch können (mit leerem Magen), wandern wir hoch zur Burg, genießen die herrliche Aussicht, umrunden auf dem Rosen- und Weinwanderweg den Burgberg. Ein Abstecher in das Kernerhaus, wo Dr. Liebig gerne Gäste empfängt und amüsant und kompetent aus dem Leben von Justinus Kerner plaudert, lohnt sich jederzeit.

Nun nehmen wir den Weg zwischen Kindergarten und Kirche. Vom schönen Ökolampadiusplatz vor Kirche und Teutscher Schul gehen wir die malerische Kirchstaffel hinunter zum Marktplatz. Dort erwartet uns das Denkmal für die treuen Weiber von Weinsberg und das Weibertreumuseum.

Zwischendurch einen Cappuccino und Grappa

Im "Kaffeehaus 3 Modul" an der Ecke sollten wir uns jetzt ein Päuschen gönnen. Einen leckeren Cappuccino oder einen Café Corretto mit einem Schuss Grappa, ein Stück Torte, das haben wir uns jetzt verdient. Natürlich gibt es auch Kräftigeres, ein Blick in die Karte lohnt sich auf jeden Fall. So gestärkt, laufen wir ein kurzes Stück die Hauptstraße entlang Richtung Traubenplatz. Vorher kommt noch das schöne Chinarestaurant Jade. "Ente gut, alles Gut!" Das ist hier Programm. Knusprige Ente nach Szechuan-Art mit Gemüse, die lassen wir uns munden. Dazu etwas warmen Sake, man gönnt sich ja sonst nichts.

Am Traubenplatz erwartet uns "Nalans Butcherei". Bekannt aus der TV-Sendung "Der Profi kommt". Hier kommen Freunde eines guten Steaks voll auf ihre Kosten. Aber nicht nur die. Die kleine aber feine Karte zeigt, Frau legt Wert auf Regionales und Saisonales. Wir nehmen als Aperitif einen 2017er Pinot Brut vom Weingut Leiss. Nach der Sellerie-Cremesuppe mit Würzmaronen gibt es zum Hauptgang Tranchen vom Flank Steak vom Hohenloher Rind. Dazu einen Lemberger trocken aus dem Staatsweingut Weinsberg. Jetzt müssen wir den Gürtel schon ein bisschen weiter machen. Zum Glück geht es in der Bahnhofstraße bergab. Wir bewundern ein schmiedeeisernes Tor und einige schöne Hausfassaden. An der Ecke Bahnhofstraße/Kernerstraße genehmigen wir uns nun den Nachtisch in der Eisdiele. Spaghettieis ist mein Favorit.

Schnell hin: Rotes Licht am Besen brennt

Wir müssen uns aber beeilen mit dem Schlotzen, denn ein Blick zum nahen Weingut Seyffer zeigt uns: Das rote Licht leuchtet. Der Besen ist geöffnet. Wenn das der Fall ist, bleibt bei vielen Weinsbergern die Küche kalt. Seyffer ist Kult. Wir probieren leckeres Salzfleisch mit Sauerkraut. Dazu zwei Viertele von Seyffers legendärem Grauburgunder. Lecker...

Jetzt brauchen wir aber wieder etwas Bewegung. Zum Bahnhof und über die Bahngleise geht es zum Biotop und der Erholungsanlage "Alte Ziegelei". Ein hübscher kleiner Park. Im Frühling und Sommer ein Refugium für Insekten und Vögel aller Art. Entlang der grünen Lunge von Weinsberg wandern wir vorbei am See und dem Reitplatz. Nun müssen wir uns leider den Berg zum "Rappenhof" hochquälen. Dort werden wir aber entschädigt mit herrlichster Aussicht und exzellenter Bioküche.

Da wir ein kleines bisschen auf unsere schlanke Linie achten wollen, gibt es als Vorspeise nur eine bunte Salatplatte mit Ei und gebratenen Roastbeef-Streifen vom heimischen Rind. Als Hauptgang nehmen wir Filet von der Dorade in Aromatomaten geröstet an Herbsttrüffelschaum mit geschmorten Schwarzwurzeln. Die drei Viertele vom 2020er Riesling mit Weißburgunder von den Winzern vom Weinsberger Tal aus Löwenstein passen vortrefflich dazu. Der Rückweg ist weit, deshalb gönnen wir uns noch den Schwarzwaldbecher mit Schattenmorellen und Kirschwasser.

Derart gestärkt, nehmen wir den Rückweg in Angriff. Zum Glück kommen wir wieder am Traubenplatz vorbei. Im "Fonsi"s" verzehren wir noch schnell einen der leckeren Burger. Natürlich passen dazu noch frisch gezapfte Hefeweiße rein. Die letzten Meter zum Parkplatz schleppen wir uns langsam mit letzter Kraft. Wir sind nun circa zehn Kilometer gelaufen, haben circa 115 Höhenmeter geschafft und geschätzt 50 000 Kilokalorien zu uns genommen. Gratulation an alle, die das geschafft haben.

Zum Beitrag auf meine.stimme.


Mitmachen

Bei der Ganzjahresaktion 12 Monate, 12 Regionen ist das Mitmachen ausdrücklich erwünscht: Über das Bürgerportal meine.stimme kann jeder seinen Genuss-, Wander- oder Freizeittipp weitergeben. Alle Infos dazu sowie wann welche Region dran ist, sind hier zu finden. Für Beiträge, die in der Zeitung veröffentlicht werden, gibt es einen 15-Euro-Gutschein vom Stimme Shop.

Hier geht es zur Teilnahme:

Für die Region Kraichgau.

Für das Hohenloher Jagsttal.

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