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Bildungslandschaft vor Ort: Naturparkschule und Privatgymnasium

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Die Bildungslandschaft im Weinsberger Tal und in den Löwensteiner Bergen hat viele Facetten. Ob staatlich oder privat, ob klein oder groß: Alle Schultypen sind vertreten.

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Französischunterricht am Justinus-Kerner-Gymnasium in Zeiten von Corona: mit Maske und Stoßlüften. Das JKG ist die größte Schule im Weinsberger Tal.
Französischunterricht am Justinus-Kerner-Gymnasium in Zeiten von Corona: mit Maske und Stoßlüften. Das JKG ist die größte Schule im Weinsberger Tal.  Foto: Berger, Mario

Von der Naturparkschule bis zum privaten Gymnasium: Die Bildungslandschaft im Weinsberger Tal und in den Löwensteiner Bergen hat viele Facetten. Alle Schularten sind vertreten. Weiterer Pluspunkt: Viele Dörfer verfügen über eigene Grundschulen. Das liegt auch daran, dass die Region boomt - beliebt ist sie gerade bei jungen Familien.

Die größte Schule im Tal

Mit knapp 730 Schülern ist das Justinus-Kerner-Gymnasium in Weinsberg die größte Schule im Tal. Das JKG gehört zum Rossäcker-Bildungszentrum: In dem Gebäude-Ensemble, das zurzeit für 15 Millionen Euro saniert wird, sind auch die Grundschule und die Weibertreuschule angesiedelt - eine Verbundschule mit Werkrealschul- und Realschulzweig.

Ganze Schülergenerationen aus dem Weinsberger Tal haben am Bildungszentrum ihren Abschluss gemacht. Zu Spitzenzeiten bis Mitte der 2000er Jahre waren es allein am JKG über 1000 Schüler - das ist enorm, vor allem bezogen auf die Größe der Stadt mit damals knapp 12.000 Einwohnern. Der Rückgang kam mit geburtenschwächeren Jahrgängen - und mit Wettbewerb. War das JKG bis dahin allein auf weiter Flur, gesellte sich ab dem Schuljahr 2004/05 das Evangelische Paul-Distelbarth-Gymnasium (PDG) in Obersulm dazu.

Beide Schulchefs empfinden die Koexistenz nicht als Bedrohung, sondern als "gesunde Konkurrenz", wie es JKG-Schulchef Jürgen Kovács formuliert. So sei man gezwungen, attraktiv zu bleiben. Apropos Konkurrenz: Seit das Weinsberger Tal an die Stadtbahn angebunden ist, seien die Schulstandorte Heilbronn und Öhringen "sehr viel näher herangerückt".

Attraktiv ist das JKG nach Angaben seines Leiters unter anderem dank des relativ neuen Fachs IMP (Informatik-Mathematik-Physik), aber auch wegen einiger Zertifizierungen, etwa als Weltethos-Schule oder als digitale Schule. Ein weiterer Pfeiler sei das "riesige musikalische Angebot mit vielen AGs", sagt der Oberstudiendirektor.

Der Zusammenhalt ist stark

Entscheiden sich Eltern und ihre Kinder für das PDG in Obersulm wegen seines gebundenen Ganztagsbetriebs, wegen des Wortes "evangelisch" im Namen oder wegen des Status als Privatschule? Schwer zu beurteilen, sagt Dieter Kurtze. Der Großteil komme vermutlich vor allem, "weil wir das Gymnasium vor Ort sind". Da es mit 430 Schülern nicht zu den großen zählt, "sind wir sehr familiär. Der Zusammenhalt ist stark", findet der Oberstudiendirektor. Stark auch deshalb, weil die Jungen und Mädchen eben den ganzen Tag miteinander an der Schule verbringen.

Das PDG bietet auch ein dreijähriges Aufbaugymnasium für Absolventen der zehnten Klasse aller Schularten an - und zwar mit dem Profil "Kunst und Mediengestaltung" (KUM). Eine Besonderheit der Realschule in Obersulm ist ihr bilingualer Zug.

Ein stetiges Wachstum

Vor knapp zehn Jahren wurde die Werkrealschule in Obersulm zur Gemeinschaftsschule. Mancherorts schwächelt diese noch junge Schulart bereits. Nicht so die Michael-Beheim-Schule. "Wir wachsen stetig", freut sich Eric Sohnle. Der Rektor der Schule, zu der auch eine Grundschule gehört, zitiert aus einem Gutachten, das als Grundlage für die geplante Schulerweiterung diente: "Demnach sind wir die stabilste Gemeinschaftsschule im Schulamtsbezirk Heilbronn."

Eine weitere Gemeinschaftsschule, sie war eine der ersten im Land, liegt oben in den Löwensteiner Bergen: Die Georg-Kropp-Schule in Wüstenrot nennt sich seit einem Jahr "digitaler Bildungscampus": "Ab Klasse fünf sind alle Schüler mit iPads ausgestattet", sagt Rektor Peter Wetter. Entweder als Leihgabe oder als Mietkauf-Modell. Smartboards oder Beamer gehören zum Standard.

Stabile Schuhe gehören zur Ausstattung

Für die jüngeren Georg-Kropp-Schüler gehören vor allem stabile Schuhe zur Ausstattung. Mitten im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald gelegen, ist die Grundschule als Naturparkschule zertifiziert. Wetter: "Der Naturpark, Nachhaltigkeit sowie Leben in und mit der Natur sind fest im Lehrplan verankert." Immer wieder geht es hinaus: zum Imker, in den Wald, auf den Bauernhof oder zur Greifvogelanlage.

Grundschulen und ein SBBZ

Auch kleine Gemeinden oder Teilorte im Weinsberger Tal und in den Löwensteiner Bergen haben eigene Grundschulen, so etwa Lehrensteinsfeld. Das Dorf ist mit seinen 2600 Einwohnern eine der kleinsten Kommunen im Landkreis Heilbronn, und es ist die kleinste im Weinsberger Tal. Zukunftssorgen muss sich die Grundschule dort in den nächsten Jahren aber nicht machen. Denn der Ort gehört in Sachen Bevölkerungszuwachs zu den Spitzenreitern in der Region. Es ist viel Bauland erschlossen worden. Anders in Eberstadt. Dort tat sich in Sachen Baulandentwicklung über 25 Jahre lang fast nichts - was sich in Rückgängen in der Grundschule bemerkbar machte. Nun ist ein neues Gebiet erschlossen; der Schulstandort wird dadurch gestärkt.

Die Zwergen-Grundschule von Grantschen/Wimmental wird als Außenstelle der Grundschule Weinsberg geführt - das soll den Erhalt der Mini-Schule mit ihren 35 Jungen und Mädchen in jahrgangsgemischten Klassen sichern. Und Standortsicherung ist es auch, dass sich die Evangelische Stiftung Lichtenstern in Gellmersbach einbringt und die Grundschule mit inklusivem Charakter betreibt.

Die Gemeinde Wüstenrot (knapp 6800 Einwohner) unterhält für ihre Kinder zwei Grundschulen. Obersulm (knapp 14.000 Einwohner hat) hat drei Grundschulen. Dort gibt es eine weitere Besonderheit: die Käthe-Kollwitz-Schule, ein Sonderpädagogisches Bildungs-und Beratungszentrum (SBBZ) mit Förderschwerpunkt Lernen.

 
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