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Schule in schwierigen Zeiten

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Rektoren in Leingarten und Schwaigern nennen Herausforderungen, gehen jedoch pragmatisch mit der Situation um.

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Die Herausforderungen für die weiterführenden Schulen im Leintal sind groß: Corona, Integration, Inklusion, Digitalisierung, Lehrermangel, Mangel an Räumlichkeiten und eine ausufernde Bürokratie. „Sowohl die Inklusion als auch die Integration von geflohenen Schülern aus Krisengebieten fordern den Lehrkräften, die für diese Aufgaben nicht ausgebildet sind, viel ab. Die personelle Unterstützung wird dem Bedarf leider überhaupt nicht gerecht, und auch räumlich stoßen wir an Grenzen“, sagt Andreas Heitlinger, Schulleiter der Eichbottschule in Leingarten, die seit neun Jahren Gemeinschaftsschule ist.

Und er legt nach: „Durch die sehr dünne Personaldecke nehmen die Belastungen weiter zu. Krankheitsbedingte Ausfälle können nur schwer kompensiert werden.“ Unbefriedigend sei außerdem, dass das Großprojekt Schulmensa noch nicht verwirklicht werde und die  Schule solange auf Bestandsräume ausweichen muss. Auch Heitlingers Schulleiter-Kollege Andreas Allmang von der Leintalschule Schwaigern spricht von „großen Herausforderungen“.

Gemeinschaftsschulzweig verliert an Zuspruch

In Schwaigern kommt ein weiteres Problem hinzu: Die Leintalschule besteht aus den beiden Zweigen Realschule und Gemeinschaftsschule. Während die Realschule kontinuierlich wächst, verliert letztere Jahr für Jahr an Zuspruch und ist nur noch einzügig. Für den im Sommer 2022 in den Ruhestand gegangenen geschäftsführenden Rektor Rainer Stegmaier hat sich die Gemeinschaftsschule „mangels Akzeptanz und Resonanz in der Stadt nicht etablieren können“. Fehlender Mut der Eltern zum Neuen, Ablehnung des an vier Tagen verbindlichen Nachmittagsunterrichts sowie weitere Gemeinschaftsschulangebote in der Nachbarschaft seien einige der Gründe. „Außerdem haben sich die Realschulen von ihrer Konzeption her den Gemeinschaftsschulen in vielen Punkten angenähert“, sagt Andreas Allmang.

Dennoch gehen beide Schulleiter pragmatisch mit der schwierigen Situation um. Andreas Heitlinger weist auf die seit Jahren aufgebauten Teamstrukturen im Kollegium und den bewussten Ausbau der digitalen Infrastruktur seit 2013 hin, die „schnelle und stets verlässliche Absprachen und Planungen im Fern- und Hybridunterricht während der Zeit der Schulschließungen und coronabedingten Beschränkungen begünstigten“. Im Hinblick auf das digitale Leitbild gibt es in Leingarten inzwischen ein digitales Klassenbuch, Online-Elternbriefe, -Krankmeldungen und -Stundenplanung. Heitlinger spricht von einer positiven Lernatmosphäre und einem ausgeprägten Gemeinschaftssinn.

Allmang sieht positive Entwicklungen

Auch an der Leintalschule gibt es laut Andreas Allmang eine Reihe von positiven Entwicklungen. Die Zeit der Pandemie hat die Schule genutzt, sich medial neu aufzustellen. Allmang: „Dank einer neuen Medienausstattung haben wir unseren Unterricht durch eine digital unterstützte Methodenvielfalt modernisiert.“ Zudem habe man in den vergangenen zwei Jahren die Konzepte zur Berufsorientierung und zur Prävention reorganisiert und erweitert. Ungebrochen groß sei das Interesse der Schüler am seit zehn Jahren bestehenden Schulsanitätsdienst. Darüber hinaus hat die Leintalschule das Thema Nachhaltigkeit im Rahmen ihrer AG „No Planet B“ seit drei Jahren fest verankert. „Die Schüler haben mit verschiedenen Aktivitäten zum Erhalt von Natur und Artenvielfalt bei Schulwettbewerben hervorragend abgeschnitten und viele Unterstützer gefunden.“

Das sind die Schülerzahlen

Die Eichbottschule Leingarten hat sich aus der früheren Werkrealschule zur Gemeinschaftsschule entwickelt. Die Schülerzahl stieg von 350 (2013) auf 500 (2022). Die Leintalschule Schwaigern hat 557 Schüler. Davon besuchen 441 die Realschule, 112 die Gemeinschaftsschule.

 

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