Stimme+
Schwaigern
Lesezeichen setzen Merken

Ein Besuch im Leintazoo in Schwaigern lohnt sich auch im Winter

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Im Leintalzoo gibt es zwei Kategorien von Tieren: Die winterharten wie Ziegen oder Hasen. Und die empfindlicheren. Dazu gehören auch die 33 Schimpansen. Die müssen aber dank Wärmeplatten in ihrem Haus nicht frieren.

   | 
Lesezeit  3 Min
 Foto: Hofmann, Elfi

Der Himmel ist grau, auf den Wegen des Leintalzoos in Schwaigern liegt das bunte Herbstlaub. Eigentlich eine Szenerie, bei der sofort ein Gedanke die Oberhand gewinnt: Frieren die armen Tiere nicht bei diesem nass-kalten Wetter? "Man überträgt das gerne auf den Menschen, der sich dann einmummelt", sagt Zoobetreiberin Barbara Struve. "Aber viele Tiere haben ein dickes Winterfell und frieren nicht."

Dicker Pelz schützt vor Kälte

Zum Beispiel die kleinen Kaninchen, die durch ihr Gehege hoppeln. Sie waren das ganze Jahr im Freien und konnten sich so im wahrsten Sinne des Wortes einen dicken Pelz zulegen. Oder die Schafe, die erst im Frühjahr wieder geschoren werden.

"Es gibt bei uns zwei Kategorien Tiere", erklärt Struve. "Einige wie die Ibisse müssen wir ab dem Gefrierpunkt einfangen und in ihr Häuschen bringen. Andere können sich frei entscheiden." So wie der winterharte Emu. Der hat zwar ebenfalls ein kleines Haus mit Wärmeplatte für sich allein, zieht sich aber meistens nur im Regen zurück.

Die Schimpansen lutschen auch mal am Schnee

Die zahlreichen Schimpansen des Zoos sind da schon etwas verfrorener. Ihnen steht ganzjährig ein Gebäude mit Fußbodenheizung zur Verfügung, das sie laut Barbara Struve auch gerne nutzen. "Wenn dann aber Schnee fällt, kommen die Tiere raus und lutschen auch mal dran rum", erzählt sie lachend.

Viele würden sich im Winter allerdings kaum noch draußen blicken und sich sogar das Futter von ihren Freunden mitbringen lassen. Auf dem Menüplan stehen Obst und Gemüse. "Bananen gibt es aber entgegen des Klischees gar nicht so oft", so die Zoobetreiberin, deren Vater in den 70er Jahren das erste Affengehege in Schwaigern gebaut hatte.

Nachhaltige Energie

Damals wurde die gesamte Anlage noch anders beheizt als heute. "Wir benutzen keine fossilen Brennstoffe", erklärt Barbara Struve. Stattdessen habe man eine Hackschnitzelheizung installiert, um die verschiedenen Gebäude aufzuheizen. Die wurde in den vergangenen Monaten mit selbst erzeugtem Baumschnitt befeuert. Auf einigen Dächern gibt es außerdem PV-Anlagen, auf der Caféteria befindet sich eine Solarthermieanlage. Nur das Wohnhaus, in dem ihre Eltern leben, hat noch eine Ölheizung.

Wie sich der Stromvertrag entwickelt, kann Barbara Struve noch nicht sagen. Bisher habe sich der Anbieter noch nicht gemeldet. "Aber wir könnten ja auch nirgends sparen, die Tiere brauchen ja das Licht in der dunklen Jahreszeit." Oder auch Wärmelampen, wie die Pantherschildkröte. Da das Tier eigentlich in Afrika beheimatet ist, benötigt es ganzjährig relativ hohe Temperaturen.

Pfauen und Enten bereiten sich bereits jetzt auf die Balz vor

 Foto: Hofmann, Elfi

Doch es gibt auch Tierarten, die sich schon jetzt auf das kommende Frühjahr vorbereiten. So wie der Pfau, der im Moment ein wenig zerrupft durch den Zoo läuft. Von seinen prächtigen Schwanzfedern ist nichts mehr übrig. "Die kommen jetzt aber als Vorbereitung für die Balz im Frühjahr langsam nach", erklärt Struve. Ähnlich sieht es bei den Stockenten aus, die sich schon jetzt in dem Naturteich einen Partner suchen.

Doch nicht nur manche Tiere werden trotz der kalten Temperaturen aktiver, sondern auch die Mitarbeiter des Zoos. Sie nutzen die ruhigerer Zeit, um im Besucherbereich Ausbesserungen vorzunehmen. Auch aufgeschobene Büroarbeit wird in den kommenden Monaten erledigt.

Ausbau des Affenhauses ist nach wie vor aktuell

Außerdem steht nach wie vor der Ausbau des Affenhauses auf dem Plan. Die übrigen Gehege sind bereits nach den neuen Vorschriften erweitert worden. Barbara Struve sieht das alles entspannt: "Uns wird, genauso wie den Tieren, also auch im Winter nicht langweilig."

Veranstaltungen im Dezember

Am Sonntag, 4. Dezember, kommt um 16 Uhr der Nikolaus mit Liedern, Geschichten und einem vollen Sack in den Leintalzoo. Ab 13 Uhr können die Kinder die Wartezeit mit gemeinsamem Basteln verkürzen.

Der 18. Dezember steht dann ganz im Zeichen der Tierweihnacht. An diesem Sonntag findet um 15 Uhr die große Affen-Bescherung statt. Für alle Menschen wird ganztags Kuchen und Glühwein durch den Förderverein der Zoos angeboten. Weitere Information zu diesen und weiteren Veranstaltungen bekommt man im Internet unter wwww.leintalzoo.info.

 
Kommentare öffnen
  Nach oben