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Was das Kocher-, Jagst- und Seckachtal kulturell zu bieten hat

Auf den Spuren von bedeutenden Lyrikern und unbeugsamen Rittern: Der nördliche Landkreis ist mit zahlreichen Museen, Theaterbühnen sowie Konzert- und Kleinkunststätten äußerst vielfältig. Ein Überblick über viele traditionsreiche Institutionen.

Ranjo Döring
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Lesezeit 2 Min
Was das Kocher-, Jagst- und Seckachtal kulturell zu bieten hat
Die Freilichtspiele Neuenstadt zählen zu den erfolgreichsten Amateurbühnen in der Region. Charakteristisch ist die freitragenden Zeltdachkonstruktion über den Zuschauerplätzen, die 1972 und 1986 gebaut wurde.  Foto: Andreas Veigel

Das Kocher-, Jagst- und Seckachtal ist nicht nur landschaftlich facettenreich, auch die kulturellen Angebote sind im nördlichen Landkreis mit zahlreichen Museen, Theaterbühnen sowie Konzert- und Kleinkunststätten äußerst vielfältig.

Eine traditionsreiche Institution sind die Burgfestspiele in Jagsthausen, die seit 1950 im Burghof der Götzenburg stattfinden. Der Gründung des Heimat- und Verkehrsvereins Jagsthausen - dem Trägerverein der Burgfestspiele - im Jahr 1949 folgte ein Jahr später die erste Spielzeit. Einzigartig ist die Verknüpfung des Originalschauplatzes der Götzenburg mit dem jährlich aufgeführten Traditionsstück "Götz von Berlichingen", Goethes Sturm-und-Drang-Klassiker.

Namhafte Schauspieler schlüpften in die Rolle des Götz von Berlichingen

Über die Jahre schlüpften namhafte Schauspieler wie Götz Otto, Walter Plathe, Pierre Sanoussi-Bliss, Walter Richter, Thomas Thieme und Hans Peter Hallwachs in die Rolle des unbeugsamen Ritters mit der eisernen Hand. Musicals, Kinder- und Familientheater sowie Kleinkunstevents im Gewölbekeller runden das Spielzeitprogramm ab. Begleitet wird die Festspielzeit seit Jahren von einer Skulpturenschau, in der Künstler im Park der Götzenburg und am Roten sowie Weißen Schloss ausstellen.

Was das Kocher-, Jagst- und Seckachtal kulturell zu bieten hat
Seit 1950 wird bei den Burgfestspielen in Jagsthausen Goethes Sturm-und-Drang-Klassiker "Götz von Berlichingen" aufgeführt. Zuletzt schlüpfte 2019 Schauspieler Pierre Sanoussi-Bliss in die Rolle des Reichsritters.  Foto: Burgfestspiele Jagsthausen

Neuenstadt am Kocher wurde im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört. Beim Wiederaufbau sollte der Graben des Renaissanceschlosses mit Bauschutt aufgefüllt werden. Durch die beiden Neuenstädter Willi Carl und Emil Ermold wurde das verhindert, sie planten stattdessen eine Feierstätte neben der historischen Lindenanlage. Mit der Unterstützung von vielen eifrigen Helfern entstand das Theaterrund, das im Jahr 1958 mit "Es zogen drei Burschen" zum ersten Mal bespielt wurde. 1972 und 1986 folgte dann die Überdachung der Besucherplätze mit einer freitragenden Zeltkonstruktion. Die Freilichtspiele zählen zu den erfolgreichsten Amateurbühnen der Region und werden jedes Jahr von rund 18 000 Zuschauern besucht.

Auf den Spuren des Lyrikers Eduard Mörike

Das Museum im Schafstall in Neuenstadt beherbergt Exponate zur Herzogsfamilie Württemberg-Neuenstadt, eine Gedenkstätte für die Familie Mörike sowie historische Karten und Ansichten der Stadt. Dazu kommen wechselnde Ausstellungen von Künstlern aus dem In- und Ausland und mit der Reihe "Kultur im Schafstall" Konzerte, Kabarett und Theater.

Im Neuenstadter Ortsteil Cleversulzbach kann man sich auf die Spuren eines der bedeutendsten Lyriker zwischen Romantik und Realismus begeben. Im Eduard-Mörike-Museum sind Schriften, Gedichte und Zeichnungen, aber auch eine Reihe täglicher Gebrauchsgegenstände wie Mörikes Schreibfeder, Lichtputzschere und Trinkbecher zu besichtigen. Mörike erhielt 1834 seine erste Pfarrstelle in Cleversulzbach, wurde 1843 aber auf eigenen Wunsch frühzeitig pensioniert.

Eintauchen in die Stadtgeschichte

Knapp 15 Kilometer sind es von Neuenstadt nach Neudenau, wo man im Josefine-Weihrauch-Heimatmuseum in die Geschichte des 5500-Einwohner-Städtchens eintauchen kann. Die Gründung des Museums geht auf das Jahr 1933 zurück, als die Lehrer Josefine Weihrauch und Raphael Kaiser mit dem Sammeln von Gegenständen aus dem sozialen und kulturellen Leben der Vergangenheit von Neudenau und der Region begannen. Heute gibt es eine Dauer- und wechselnde Kunstausstellungen.

Seit knapp 40 Jahren hat sich der Knurps Kultur Keller in Möckmühl anspruchsvollem Puppentheater für Kinder verschrieben. Dazu kommen regelmäßige Konzerte und Kleinkunst im Gewölbekeller des Notariats. Ambitioniertes Laientheater bietet seit 1991 die Jagsttalbühne Möckmühl, die als eingetragener Verein mit etwa 160 Mitgliedern agiert, und Freilichttheater (im Sommer) und Aufführungen im Rathauskeller (Winter) präsentiert.

Ein Museum bietet Einblicke in das Elektro-Handwerk

Die Kultur aufs Land holen: Nach diesem Motto handelt der Kleinkunstverein Widdern. Konzerte, Kabarett und Comedy stehen auf dem Programm, Spielstätte ist der Eventsaal Maximum in Roigheim. Inzwischen etablierte Comedy-Größen wie Dieter Nuhr und Eckart von Hirschhausen standen schon einmal auf der Bühne des Vereins.

Einen Einblick in die Welt des Elektro-Handwerks liefert das private Elektro-Museum Roigheim. Über 1000 Exponate veranschaulichen die Entstehung und Entwicklung des Stroms. Gezeigt werden auch Werkzeuge und Installationsmaterialien, die früher verwendet wurden.

 
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