Möckmühl
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Kultur und Natur auf zwei Etappen des Kulturwanderwegs Jagst erleben

Möckmühl und Jagsthausen als Höhenpunkte: Unterwegs auf zwei Teilstücken des Kulturwanderwegs Jagst. Die Touren lassen sich leicht zu einer 26 Kilometer langen Wanderung verbinden.

Von unserem Heimatreporter Michael Harmsen
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Lesezeit 3 Min
Kultur und Natur auf zwei Etappen des Kulturwanderwegs Jagst erleben
Das Neue, auch das Weiße Schloss genannt, steht in Jagsthausen.  Foto: Michael Harmsen

Die zweite und dritte Etappe des Kulturwanderwegs Jagst fallen genau in das Gebiet des Kocher-, Jagst- und Seckachtals. Beide Etappen zusammen sind etwa 26 Kilometer lang, können aber problemlos in Möckmühl geteilt werden.

Ausgangspunkt der Wanderung ist der große Parkplatz am Friedhof von Neudenau, von wo man gleich einen schönen Ausblick auf das idyllisch über der Jagst gelegene Städtchen hat. Überragt wird die schöne Altstadt von der Pfarrkirche St. Laurentius. Schon nach wenigen Gehminuten ist die Wallfahrtskapelle St. Gangolf erreicht, die nur sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet ist. Gruppen können auch einen Termin mit Führung buchen.

Der Weg verlässt nun das Tal und wir steigen langsam aber stetig hinauf auf die Ebene über der Jagst. Herrlich der Fernblick hier oben. Die qualmenden Schlote vom Kraftwerk Heilbronn, aber auch Südzucker und sogar der Dampf über dem Kühlturm in Neckerwestheim sind zu sehen und erinnern uns daran, es ist eine Wanderung in der Region, ganz nah am Daheim.

Schloss Domeneck von außen

Am steilen Rebhang von Siglingen machen wir auf einer sonnenbeschienenen Bank mit Blick ins Tal Pause. Aber bald geht es weiter. Der Weg wechselt zwischen alten Streuobstwiesen, Äckern, Wiesen und schönen Waldstücken. Bald erreichen wir Schloss Domeneck. Das Schloss ist in Privatbesitz und nur von außen zu bewundern. So verhält es sich auch mit der Burganlage in Möckmühl. Wenigstens hat man von außen einen schönen Blick auf die Anlagen. Das entschädigt ein bisschen.

Bald schon taucht Möckmühl auf. Wir bekommen einen grandiosen Blick auf Altstadt und Burg. Hier könnte man die Wanderung beenden und vom schönen Bahnhof zurück zum Auto fahren. Der Zug fährt circa im Stundentakt.

Wir aber wollen noch einen Rundgang durch Möckmühl machen. Hinauf zur Burg mit Blick auf die schönen Fachwerkhäuser der Altstadt. Ein Bummel durch die Gassen, Möckmühl ist ein hübscher Ort, auch wer an eine Einkehr denkt, ist hier richtig.

Kultur und Natur auf zwei Etappen des Kulturwanderwegs Jagst erleben
Fast mittelalterlich wirkt dieses Ensemble an der Kessach.  Foto: Michael Harmsen

Um von Möckmühl wieder auf den Wanderweg zu kommen, muss man leider ein Stückchen an der Straße auf einem schmalen Bürgersteig laufen. Wenn dann ein breiter Lkw kommt, zieht man lieber vorsichtshalber den Kopf ein. Nach ein paar Minuten haben wir den Weg und den Aufstieg in den Steilhang hinter Möckmühl erreicht. Mit jedem Schritt wird die Aussicht schöner. Vor allem der Blick zurück nach Möckmühl lohnt sich.

Entlang an Weinlagen und Streuobstwiesen geht es Richtung Ruchsen. Die schlichte evangelische Kirche ist der einzige Blickfang. Wenig spektakulär führt der Kulturwanderweg auf die Höhe über dem Tal. Ein Highlight der besonderen Art ist der Blick auf die 880 Meter lange und 80 Meter hohe Jagsttalbrücke bei Widdern. Ein Meisterstück des Straßenbaus.

Widdern ist die zweitkleinste Stadt in Baden-Württemberg. Schöne Fachwerkhäuser, das Gemmingensche Schloss und das Turmwächterhäuschen machen Widdern zu einem lohnenden Zwischenstopp. Wieder führt uns der Weg entlang der Weinbergmauern hinauf auf die Ebene über dem Jagsttal. Leider ist der ununterbrochene Lärm von der Autobahn unser ständiger Begleiter. Entschädigt werden wir immer wieder mit schönen Aussichten in das Jagsttal. Der Kulturwanderweg Jagst, der Jakobsweg und der Martinusweg verlaufen hier gemeinsam. Wir bewegen uns hier auf historischen Pilgerpfaden.

Die Stadt des Götz erleben

Höhepunkt dieser Wanderung ist natürlich Jagsthausen, die Stadt des Götz von Berlichingen. Mit der Götzenburg, dem Roten Schloss und dem Weißen Schloss hat der Ort allerhand zu bieten. Dazu kommen die kleine, schlichte Jakobuskirche, das Römerbad und noch einiges mehr. Erste Adresse für Wanderer und Fahrradfahrer für eine Einkehr ist der Dorfladen. Zentral gelegen, im Sommer draußen im Schatten der Bäume, kann man hier regionale Produkte zu fairen Preisen genießen und sich stärken.

Damit sind wir am Ende dieser Wanderung angelangt. Mit dem Bus geht es zurück zum Ausgangspunkt. Die Bus- und Bahnverbindungen waren bisher auf allen gelaufenen Etappen sehr gut. Wer also mal eine Abfahrt verpasst, muss selten länger als eine Stunde warten, und die ist in diesen sehenswerten Orten schnell, manchmal viel zu schnell, vorbei.

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Weitere Freizeittipps

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