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Wein, Wald und Wirtschaftskraft prägen das Hohenloher Kochertal

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Große Arbeitgeber und die Naturidylle vor der Haustür machen das Leben im Kochertal komfortabel. Dazu kommt eine gute Infrastruktur und jede Menge kulturelle Angebote.

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Scheunen und historische Gebäude, hier das sogenannte Salztor, prägen die Altstadt Niedernhalls.
Fotos: Archiv/Ludwig
Scheunen und historische Gebäude, hier das sogenannte Salztor, prägen die Altstadt Niedernhalls. Fotos: Archiv/Ludwig  Foto: Ludwig

Als blaues Band schlängelt sich der Kocher von Künzelsau bis zum Öhringer Ortsteil Möglingen durch das Hohenloher Land. Gesäumt von idyllischen Weinbergen und Wäldern, vorbei an historischen Städtchen und Stätten lässt es sich in diesem Landstrich idyllisch leben - und arbeiten. Denn gleichzeitig sind hier viele wirtschaftsstarke Unternehmen ansässig, die einen nicht geringen Anteil am Wohlstand dieser Region haben.

Das Kochertal zu Fuß oder mit dem Rad

Besonders gut lassen sich die Schönheiten des Kochertals zu Fuß oder mit dem Rad entdecken. Wer Höhenmeter nicht scheut, der kann hier herrliche Aussichten genießen: sei es auf dem Künzelsauer Wartberg, dem Criesbacher Sattel oder beim Wandern in den Weinbergen. Abseits ausgetretener Pfade kann man beispielsweise in Weißbach wilde Orchideen bewundern oder einem liebevoll gestalteten Pilgerweg folgen.

Unten im Tal führt der Kocher-Jagst-Radweg sozusagen auf kürzestem Weg zu den Attraktionen der Anliegergemeinden: Auf den Spuren von Sophie Scholl in deren Geburtsstadt Forchtenberg wandeln, bevor es in Niedernhall zur Erholung ins Solebad geht, dann weiter ins Muschelkalkmuseum nach Ingelfingen und abschließend ein Stadtbummel in der Hohenloher Kreisstadt Künzelsau.

Gute Infrastruktur

Neben jeder Menge Sehenswürdigkeiten und historischem Charme ist das Kochertal aber auch mit einer guten Infrastruktur ausgestattet. Zwar fährt der "Entenmörder", so der scherzhafte Name der Kochertalbahn, längst nicht mehr, doch abgehängt ist man hier keineswegs. Mit weiterführenden Schulen in Niedernhall, Ingelfingen und Künzelsau haben Kinder gute Bildungschancen - vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur.

Mit der Reinhold-Würth-Hochschule, die der Hochschule Heilbronn angegliedert ist, ist in Künzelsau darüber hinaus sogar das Studieren möglich, den Titel Hochschulstadt wird es bald auch auf den Ortsschildern zu lesen geben. Viele junge Menschen zieht es deshalb auch von außerhalb in die knapp 15.000 Einwohner zählende Kreisstadt.

Mit dem Schlossgymnasium hat Künzelsau nicht nur ein Internat zu bieten, das Aufbaugymnasium ist auch Partnerschule der Olympiastützpunkte.
Foto: Archiv/Doll
Mit dem Schlossgymnasium hat Künzelsau nicht nur ein Internat zu bieten, das Aufbaugymnasium ist auch Partnerschule der Olympiastützpunkte. Foto: Archiv/Doll  Foto: Doll

Verlust des Krankenhauses wiegt schwer

Ein Verlust, der den Menschen in Künzelsau noch immer schwer im Magen liegt, ist das Hohenloher Krankenhaus. Trotz großer Proteste aus der Bürgerschaft fällte der Kreistag 2016 letztlich den Beschluss, die defizitäre Einrichtung zu schließen. 2019 war es dann so weit, die letzten Patienten verließen das Haus. Das Hohenloher Krankenhaus gibt es seither nur noch am Standort Öhringen. Immerhin das Landratsamt als oberste Kreisbehörde soll der Kreisstadt aber erhalten bleiben, ein Neubau ist in Planung.

Auch kulturell ist Künzelsau ein Hotspot, nicht nur im Kochertal, sondern weit darüber hinaus. So geben sich auf dem Gaisbacher Hügel im Carmen-Würth-Forum Stars wie Anna Netrebko und Rolando Villazón die Klinke in die Hand. Nebenan in den Museen Würth lassen sich unter anderem Werke von Picasso - bei freiem Eintritt - bestaunen. In den Sommermonaten sorgen die Laien-Ensembles von Theater im Fluss und den Burgfestspielen Schloß Stetten für besondere Freilichterlebnisse und der Hohenloher Kultursommer wirft aus Künzelsau heraus sein musikalisches Netz hochwertiger Konzerte über die Region.

Der Fluss, der die Landschaft formt: Idyllisch schlängelt sich der Kocher hier hinter Weißbach in Richtung Forchtenberg.
Der Fluss, der die Landschaft formt: Idyllisch schlängelt sich der Kocher hier hinter Weißbach in Richtung Forchtenberg.  Foto: Ludwig

Und im kleinen Hermuthausen, einem Teilort von Ingelfingen, gibt es preisgekröntes Marionettenspiel des Pendel Marionettentheaters. Zwischen den Mauern der Forchtenberger Ruine lädt das Open-Air-Kino in lauen Sommernächten zur Popcorn-Orgie, im Mai pilgern die Menschen scharenweise ins kleine Sindringen, um beim Töpfermarkt kunstvolle Keramikwaren zu bestaunen.

Wein genießt man mit allen Sinnen

Und den Wein - ja den Wein genießt man im Kochertal mit allen Sinnen: Sei es, den Blick über die Weinberge schweifen zu lassen, bei der Lese zu schwitzen oder den hiesigen Rebensaft am Ende zu riechen und zu schmecken. Mit der Kochertaler Genießertour im August hat das Mittlere Kochertal darüber hinaus ein Wein-Event, bei dem sich tausende Gäste, die auch von außerhalb der Region kommen, durch die Weinberge schlängeln, das Weinglas um den Hals baumelnd. Denn das Leben, den Wein und die Landschaft genießen, das gehört hier dazu.

 
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