Pfedelbach
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Wandern digital auf der Hohenloher Ebene

Wanderschuhe, Wasser und Handy im Gepäck: Unterwegs auf dem Weinwanderweg

Stefanie Jani
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Lesezeit 3 Min
Wandern digital auf der Hohenloher Ebene
Wer ist der Schnellste? An den Treppen ist eine Aktivstation.  Foto: Jani, Stefanie

Wer die Natur genießt, will oft bewusst Abstand von Handy und PC nehmen. Mitten auf der Hohenloher Ebene treffen sich allerdings Natur und Handy. Wandern digital, das geht zwischen Öhringen und Michelbach und oberhalb von Heuholz. Via App bieten die Weinwege, ein Projekt der Gemeinde Pfedelbach und des Netzwerks Hohenloher Perlen sowie der ehemaligen Weinkönigin Tamara Elbl, einen Mehrwert, heißt es. Die HZ hat die Wanderschuhe geschnürt, statt Wein lieber viel Wasser eingepackt und den Weg getestet.

Vor der Tour

Vor dem Start empfiehlt es sich, die App herunterzuladen. Auch für digital Unerfahrene eine relativ simple Sache. Das Laden dauert nur kurz. Stationen, Wissenswertes und die Route sind dort aufgelistet. Nun muss man sich für einen Weg entscheiden. Strecke eins liegt zwischen Öhringen und Michelbach und beschäftigt sich mit dem Wein-Anbau, in Pfedelbach-Heuholz steht der Weingenuss im Vordergrund. Zwischen drei und fünf Kilometer sind gut zurückzulegen. Die Wahl fällt auf die kürzere Tour Wein-Genuss. Bei über 30 Grad vermutlich eine gute Idee.

Los geht es oberhalb der ehemaligen Weingärtnergenossenschaft in Heuholz. Ein Stück den Berg hoch, dann gelangt man zur ersten Station. Schummeln geht nicht. Wer auf dem Pfad ist, findet an den Stationen einen vierstelligen Code, der in die Handy-App eingegeben wird. Schnell eingetippt, öffnet sie sich und ein Video erscheint. Wengerter sprechen dann persönlich und machen Lust auf die Tour. Eine nette Abwechslung. Doch Achtung: Nicht im Laufen schauen, denn wer zu weit links kommt, purzelt die Weinberge hinunter.

Weine und Rezepte

Wandern digital auf der Hohenloher Ebene
Halten auch bei Temperaturen über 30 Grad auf der Aussichtsplattform Ranzenberg die Stellung: Carina Bort (links) und Tamara Elbl.  Foto: Jani, Stefanie

Weiter geht es bergauf, was jedoch mit einem angenehmen Wind über dem Steinbacher Tal leicht machbar ist. An der zweiten Station dreht sich alles um die verschiedenen Weinsorten. Die Trauben am Kamm, der als Holzkunstwerk angelegt ist, lassen sich drehen. Auf der Rückseite finden sich Fakten.

Hier bietet die App einen deutlichen Mehrwert, vor allem für Zuhause, denn die Stationen bleiben für einige Zeit im Handy gespeichert. Neben der Beschreibung sind von Riesling bis Dornfelder Rezeptvorschläge aufgelistet. Weiter geht es, denn für Essen und Pause ist es zu früh, immerhin wartet unter der Nummer drei die erste Aktivstation. Durch die Wasserstaffeln wird das Oberflächenwasser der Weinbergwege über Gräben in die Ohrn geleitet, steht hier. Und wer erklimmt die Stufen am schnellsten? Die Handystoppuhr läuft. Auf manchen Stufen sind ein paar Dornen und Brennesseln gewachsen. Doch vor allem Kinder nutzen das gleich spielerisch als Abenteuerparcours und krabbeln mit sichtlich Spaß darüber, vor allem wenn die Pause naht.

Gute Aussicht

Die Aussichtsplattform am Ranzenberg wird an zahlreichen Wochenenden bewirtet. Weinkellereien oder die Weinfreunde Heuholz im Wechsel sind dort mit verschiedenen Speisen und natürlich Getränken. Weinkönigin Tamara Elbl schenkt einigen Gästen ein, die die Mittagshitze nicht abschreckt. "Um diese Zeit ist es noch etwas verhalten", erzählt sie. "Die meisten Gäste kommen in den Abendstunden." Die Aussichtsplattform wird gut angenommen. Öffnungszeiten stehen auf der Gemeindehomepage. "Ein gutes Zeichen" sei, "wenn die Fahne weht", so Elbl. Das haben Manuela und Uwe Rothes aus Obersulm gesehen.

Wandern digital auf der Hohenloher Ebene
Wer den Berg ein Stück erklimmt, wird mit der Aussicht übers Steinbacher Tal und einer angenehmer Brise belohnt. Fotos: Stefanie Jani  Foto: Jani, Stefanie

"Zum Glück gibt es unterwegs genug Einkehrmöglichkeiten, dann geht das mit der Hitze", ergänzt Uwe Rothes. Eine Familie genießt ebenfalls die Aussicht und kurze Zeit später rückt schon die nächste Gruppe Radler an. An der Plattform lohnt sich ein Blick aufs Handy, um mehr Infos zu bekommen. Auf der zweiten Hälfte des Weges folgt die nächste Mitmachstation. Das Buttenweitwerfen ist auch für Erwachsene ein Spaß. Auf dem Waldsofa, einer geschwungenen Holzbank, öffnet sich das Panorama von Renzen und Griet. Im Hintergrund zirpen die Grillen.

Zuhause kann es weiter gehen

Auf den letzten Metern geht es bergab und trotz der Mittagshitze ist es fast etwas schade, dass die Tour endet. Fazit: Die App ist einfach zu bedienen und peppt die Stationen auf. Vor allem, weil man sie danach - am besten mit einem Glas Wein - noch einmal aufrufen und sich so bei der Wanderung auf die Landschaft einlassen kann.

 
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