Pfedelbach
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Viele Fragen in kleiner Runde bei der Lokaltour

Chefredakteur bei Lokaltour zu Gast im Bürgerstüble - Nicht nur über Windräder wird konstruktiv diskutiert

Stefanie Jani
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Lesezeit 2 Min
Viele Fragen in kleiner Runde bei der Lokaltour
Einige Leser trotzten der Hitze und diskutierten mit Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer über die Energiewende und die Bedeutung des Lokaljournalismus. Foto: Stefanie Jani  Foto: Jani, Stefanie

Keine Frage, es ist heiß am Donnerstagabend, und es locken eher Freibad und Biergarten. Dennoch zieht es sechs Menschen ins Pfedelbacher Bürgerstüble, wo Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer im Rahmen der Aktion "12 Monate - 12 Regionen" mit den Lesern über zahlreiche Themen spricht. Und in kleiner Runde sind die Diskussionen nicht hitzig, dafür sehr offen und konstruktiv.

Einblicke in die Tageszeitung

Wie bei seinen Lokaltouren üblich, steht der Chefredakteur auch bei der 81. Auflage in der Mitte des Raumes bei den Lesern und gewährt Einblicke in die Welt der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung Die Zeiten werden immer extremer. Erst Corona-Krise, dann Ukraine-Krieg. Die Papierpreise seien zuletzt von 2,1 Millionen auf 4,7 Millionen Euro gestiegen, dazu kämen die galoppierenden Energiekosten und massive Probleme bei der Zustellung. Dennoch ist er zuversichtlich, dass die Tageszeitung ein unverzichtbares Gut zur Meinungsbildung bleibe, "denn im Gemeindeblatt wird nicht stehen, wenn der Bürgermeister etwas falsch gemacht hat".

Das ist auch das, was sich die Gäste wünschen. "Lokale Nachrichten" ist das erste Stichwort, das Walter Gräter aus Gleichen nennt. Im ersten Teil der Lokaltour geht es um das Feedback der Leser. Der Sportteil und der Lokalteil müssten sogar noch stärker ausgebaut werden, findet Gräter.

Viele Anregungen

Ingo Winter, ebenfalls aus Gleichen, warnt: "Die Zeitung muss verjüngt werden. Junge und kleine Betriebe können sich die Anzeigen nicht leisten." Da müsse ein Umdenken stattfinden. Heer nickt zustimmend und betont, man gehe das bereits in einigen Bereichen an, insgesamt sei es aber ein Drahtseilakt. Kritik sei an diesem Abend erwünscht - und "Lob", so Heer mit einem Augenzwinkern, "wenn es sich nicht vermeiden lässt".

"Sauer aufgestoßen", sagt Martin Fischer, "sind mir in den letzten Jahren die Berichte zur Energiewende, nämlich, dass meistens über Windräder berichtet wird und zu wenig über Phototvoltaik - überhaupt, wenn ich mir anschaue, was in anderen Ländern los ist." Was man im Süden Deutschlands mit Windrädern wolle, sei für ihn fraglich. Als Gleichener ist er betroffen vom Bau der Anlagen im Wald. Der Chefredakteur erklärt daraufhin, die wenigsten neuen Windräder entstünden in Baden-Württemberg und Bayern. Man müsse beachten, dass man Strom brauche, deshalb müsse man zu Kompromissen bereit sein.

"Was mir fehlt", hakt der Pfedelbacher Ulrich Bollerhoff ein, "ist das Für und Wider bei der Windkraft." Dass ein Fundament von 30 Metern im Wald entstünde, werde auch in anderen Medien kaum thematisiert. "Ein Diskurs muss immer stattfinden", pflichtet Heer ihm bei und verweist auf die Meinungsvielfalt in der Stimme mit Kommentaren und Pro- und-Contra-Artikeln. Und genauso ist es auch im Bürgerstüble. Die Argumentationen sind sachlich, etwa wenn Wolfgang Schramm vorschlägt, man solle mehr mit Photovoltaik zupflastern, dann brauche man keine Windräder mehr. "Sie versauen uns die Landschaft, während es in der Pfalz fast keine gibt." Bollerhoff ergänzt: "Wir brauchen immerhin jeden Baum."

Lob für Berichterstattung

Und was gibt es zur Berichterstattung noch zu sagen? Schramm als Fußballfan wünscht sich mehr Berichte zur TSG Hoffenheim. Heer nickt, antwortet aber: "Ich bin seit 31 Jahren im Haus und je nachdem, wo man ist, heißt es: Es steht zu wenig über den VfB oder zu wenig über Hoffenheim drin." Und zu Hohenlohe? Der A6-Ausbau bewegt die Leser. Heer sagt: "Wir hatten ja den Verkehrsminister da." Ingo Winter hakt ein: "Das war übrigens gut." So kommt es doch noch zu einem Lob. Was die Herren noch umtreibt, ist die Arbeit mit Anträgen beim Landratsamt. "Das wäre doch auch mal ein Thema", schlägt Bollerhoff vor. Die Fragen gehen der kleinen Runde nicht aus, auch wenn nach 90 Minuten wie gewohnt Schluss ist.

 
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