Wirtschaftsministerin schaut, wie Firmen sich in der Krise behaupten
Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut besucht Mann & Schröder und die Xenios AG. Die Region sei gut gerüstet für die anstehenden Transformationsprozesse, ist die Ministerin überzeugt.

Es ist die erste Kreisbereisung seit dem Beginn der Corona-Pandemie, und sie findet unter besonderen Vorkehrungen statt. Ihre Bilanz am Ende eines langen Tages mit Stationen in Lampoldshausen, Siegelsbach und Heilbronn: "Die Region hat sich auf einen sehr erfolgreichen Weg begeben." Als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort sei sie bestens gerüstet für die anstehenden Transformationsprozesse.
Allenfalls für das Gruppenfoto nimmt Nicole Hoffmeister-Kraut den Mund-Nase-Schutz aus dem Gesicht - schließlich herrscht bei Mann & Schröder Maskenpflicht. "Wir haben gleich in der zweiten Märzwoche ganz strenge Regeln eingeführt", erzählt die geschäftsführende Gesellschafterin Christine Steger dem Besuch aus der Landeshauptstadt. Doch die Mitarbeiter seien mit der Situation nicht alleine gelassen worden: "Wir haben so viel kommuniziert wie noch nie."
Die Gründe für die Maßnahmen wurden erläutert, die Lage des Unternehmens dargestellt - und es wurden Tipps fürs Homeoffice, für das Homeschooling, für die Wochenenden ohne Freizeitmöglichkeiten, ohne Veranstaltungen verbreitet. "Zum Glück sind wir Neue-Medien-affin", erzählt Christine Steger. So habe sich ein virtueller Zusammenhalt in den Krisenwochen herausgebildet. Und eine Umfrage Mitte Juni ergab: Die große Mehrheit der etwa 750 Beschäftigtem beim Siegelsbacher Kosmetik-Hersteller fand dieses Engagement sehr gut.
Mehr Desinfektionsmittel, weniger Haarstyling-Produkte
Dabei hat die Krise Spuren im Absatz hinterlassen. Zwar stellte die Geschäftsleitung rasch die Produktion um und startete die Herstellung von Desinfektionsmittel. Bislang wurden davon 222 Tonnen hergestellt. Viele andere Produkte, vor allem Handpflege und Seifen, liefen weiter gut. Styling-Produkte wie Haargel brachen hingegen ein. "Wenn man in einer Videokonferenz sitzt, muss man sich nicht schminken und stylen", erklärt die Geschäftsführerin, die selbst viel Zeit von zu Hause aus arbeitete.
Die Ministerin ist von dieser Reaktion des Unternehmens sichtlich beeindruckt. Mann & Schröder habe vorbildlich reagiert, sagt sie hinterher. "Das Unternehmen tut alles, um den Gesundheitsschutz zu gewährleisten."
OB Mergel zeigt, wie sich Heilbronn entwickelt

Im Zukunftspark Wohlgelegen in Heilbronn weist Oberbürgermeister Harry Mergel noch einmal auf die Booster der Stadtentwicklung hin, auf Buga, Bildungscampus und die neuen Start-up- und Hightech-Ambitionen im Zukunfts- wie im Telefunkenpark. Dass die Stadtsiedlung nicht nur Wohnraum, sondern auch bezahlbaren Wohnraum schafft, interessiert die Ministerin besonders.
Anschließend führt die Firma Xenios vor Augen, welche Hoffnungen sich mit ihren Entwicklungen gerade in der Coronakrise verbinden. Denn zuletzt hatte sich gezeigt, dass die klassische Beatmung von Covid19-Patienten nicht in jedem Fall die beste Therapie ist. Mit ihren künstlichen Lungen bietet die Firma eine Alternative. "Damit bekommt die Lunge Zeit zum Heilen", sagt Vorstandschef Andreas Terpin.

Der Absatz der künstlichen Lungen, die auf den Intensivstationen nun vermehrt zum Einsatz kommen, stieg Anfang des Jahres sprunghaft an. "Wir hätten auch zwei- oder dreimal so viele Geräte im Markt unterbringen können", sagt Jürgen Böhm, der für die medizinischen Themen im Unternehmen verantwortlich ist.
Wichtiger als der Umsatzzuwachs sei aber gewesen, dass die Vorteile der "extrakorporalen Membranoxygenierung" (ECMO) nun deutlich vor Augen geführt wurden. Neben Corona können auch chronische Erkrankungen damit sehr gut therapiert werden.
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