Wer macht Ernst mit dem Klimaschutz?
Beim Gipfeltreffen der Weltmarktführer zeigen Unternehmenschefs und Politiker, was jetzt möglich und notwendig ist, um gegenzusteuern. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: "Alle waren überrascht vom Meinungsumschwung"

Innovationskraft und Transformation waren schon in der Vergangenheit wichtige Themen beim Gipfeltreffen der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall. So auch in diesem Jahr, allerdings unter besonderen Vorzeichen. Klimaschutz, Digitalisierung, Corona-Krise und auch die Bundestagswahl lieferten einen besonderen Rahmen.
Nächstes Jahr findet das Gipfeltreffen im Neuen Globe Theater statt
Das interessierte bereits an diesem Mittwoche, dem ersten Veranstaltungstag, Hunderte Gäste, die sich allerdings nicht persönlich treffen konnten. Es war die erste digitale Ausgabe des Gipfeltreffens.
Veranstalter und Teilnehmer beschworen jedoch mehrfach, dass es auch die letzte sein soll. Im nächsten Jahr sollen die Gäste im neuen Globe Theater in Schwäbisch Hall begrüßt werden.
Inzwischen sind auch vermehrt Startups dabei
Der ehemalige baden-württembergische Wirtschaftsminister, Mitorganisator und geistige Vater der Veranstaltung, Walter Döring, freute sich, dass sich zunehmend auch Startups unter die Weltmarktführer mischen.
Damit zieht wohl auch ein wenig Gründergeist ein zwischen all den Mittelständlern, bei denen der Wille, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, teils auch von Teilnehmern der Podiumsdiskussion vermisst wird.
Vor allem am ersten Vormittag der zweitägigen Veranstaltung ging es mehrfach um die Gretchenfrage: Wie hältst du"s mit dem Klimaschutz?
Der ehemalige Wirtschaftsweise Lars Feld aus Freiburg etwa betonte, dass es für die Europäer auch vor diesem Hintergrund so wichtig sei, eine Klima-Allianz mit den USA und China zu gründen. "Wir werden das Thema Klimaschutz nicht behandeln können, wenn nur Deutschland oder die EU vorpreschen."
Daimler-Chef sieht Zulieferer gut unterwegs - auf einem langen Weg
Eng verbunden mit dem Klimaschutz ist auch das Thema Transformation in der Automobilindustrie. Daimler-Chef Ola Källenius bekräftigte, dass die ganze deutsche Automobilindustrie hinter der Ausrichtung hin zur Elektromobilität stehe.
Er brach dabei auch eine Lanze für seine Zulieferer, die sicher kein Interesse an einer Verzögerungstaktik hätten. Insgesamt seien Daimler und die gesamte Automobilbranche aber erst am Anfang der Transformation, die bis in die Mitte der 30er Jahre andauern werde.
Hat die CDU den Klimawandel verschlafen?
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier stellte sich den kritischen Fragen des "Wirtschaftswoche"-Chefredakteurs Beat Balzli. Ob die CDU den Klimaschutz nicht verschlafen hätte, wollte Balzli von dem Politiker wissen.
Altmaier führte Merkels Einsatz fürs Kyoto-Protokoll, den Ausbau der erneuerbaren Energien und die aktuellen Klimaschutzziele an und retournierte dann: Alle, auch die Grünen, seien von der Macht des Meinungsumschwungs überrascht worden. Er erinnere sich auch gut daran, wie Journalisten immer gewarnt hätten, man dürfe die Interessen der Wirtschaft nicht vergessen.
Regionale Vetreter kommen zu Wort
Mit Ziehl-Abegg-Vorstandschef Peter Fenkl und Bürkert-CEO Heribert Rohrbeck kamen am ersten Tag auch zwei regionale Vertreter zu Wort, erzählten vom Umgang mit der Pandemie und von der Herausforderung, sich als Weltmarktführer zu behaupten.
Am Donnerstag, dem zweiten Veranstaltungstag, folgt Robert Friedmann, der Chef der Würth-Gruppe. Es werden positive Beispiele von Firmen gezeigt, die sich durchsetzen in einer Welt, die vor gewaltigen Herausforderungen steht.
Infos zum Weltmarktführer-Gipfel: www.weltmarktfuehrer-gipfel.de
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare