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Vor der Erholung braucht R.Stahl noch ein Übergangsjahr

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Der Explosionsschutzspezialist wird seine Ziele in diesem Jahr deutlich verfehlen. Finanzchef Linhard erwartet eine Rückkehr zur Normalität im Jahr 2022. Entlassungen drohen keine.

Konzernchef Mathias Hallmann blickt zuversichtlich auf die roten Zahlen und in die Zukunft. Foto: Andreas Veigel
Konzernchef Mathias Hallmann blickt zuversichtlich auf die roten Zahlen und in die Zukunft. Foto: Andreas Veigel

Die R.Stahl AG hatte im dritten Quartal ihres Geschäftsjahres mit stark rückläufigen Zahlen zu kämpfen. Auch die Auftragseingänge der Explosionsschutzspezialisten ließen zuletzt zu wünschen übrig, wie der Vorstandschef Mathias Hallmann vor Journalisten und Analysten ausführte. "Was wir sehen, ist ziemlich enttäuschend", gab er beim Blick auf die Zwischenbilanz zu. Das Positive dabei: R.Stahl habe keine Marktanteile verloren.

Prognose im Sommer war zu optimistisch

Noch im Sommer traute sich Hallmann eine Prognose zu: Um maximal fünf Prozent sollte der Umsatz in diesem Jahr zurückgehen. Vier Monate später ist klar, dass dieses Ziel nicht mehr zu erreichen ist.

Nach neun Monaten liegt der Umsatz zehn Prozent unter Vorjahr. Aufs Jahr rechnet der Vorstand nun mit einem Minus von zehn bis zwölf Prozent, also im Bereich von 245 Millionen Euro.

Restrukturierung zeigt Wirkung

Trotzdem soll es 2020 noch einen Gewinn vor Sondereinflüssen zwischen 15 und 18 Millionen Euro geben. "Wir haben eine robuste Marge", kommentierte Hallmann. Um die Gewinnzone zu erreichen, sind jetzt nur noch 225 Millionen Euro Umsatz nötig, vor drei Jahren waren es noch knapp 260 Millionen.

Das sei ein Erfolg der Restrukturierung. Auch der Cash Flow bewege sich in einem Bereich, der keine Liquiditätsengpässe befürchten lasse. Die Firma sei solide finanziert.

Auch der Personalbestand bleibt stabil. "Wir lassen keine Leute gehen, die wir dann wieder in einem Jahr oder in sechs Monaten brauchen, wenn sich die Märkte erholen", so der R.Stahl-Chef.

Ölpreis muss deutlich steigen

Vieles hängt bei R.Stahl am Öl. Solange Öl- und Gasfirmen wenig verdienen, investieren sie nicht. Dafür müsste der Ölpreis deutlich über das derzeitige Niveau von rund 45 Euro steigen.

"Aber es ist eine komplexe Welt", sagt Hallmann. Der Ölpreis sei nicht mehr allein ausschlaggebend. Generell brauche es auch wieder positive Konjunkturaussichten, bevor Milliardenprojekte angegangen werden.

Großprojekte im Nahen Osten brauchen noch etwas Zeit

So sind in Amerika, in großen Teilen Asiens, aber auch in Norwegen derzeit kaum noch Geschäfte zu machen. Großprojekte im Nahen Osten wurden wegen der Pandemie vorübergehend gestoppt und erst jetzt im September wieder fortgeführt.

R.Stahl kann davon aber wohl erst im zweiten Halbjahr 2021 profitieren. Insgesamt werde 2021 somit ein Übergangsjahr bleiben. Hallmann hofft darauf, insgesamt auf dem Niveau von 2020 abzuschließen. "Die Welt lernt, mit Covid umzugehen."

Eigenkapitalquote im Blick

Ein Vergleich des dritten Quartals 2020 mit dem Vorjahresquartal zeigt übrigens einen Rückgang von mehr als 16 Prozent. Dies führt Hallmann jedoch auf Verschiebungen im Jahr 2019 zurück. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2020 blieb der Umsatz stabil. Der Gewinn vor Sondereinflüssen lag bei fünf Millionen Euro. Dass die Eigenkapitalquote auf unter 20 Prozent gesunken ist, sieht Hallmann noch nicht als bedenklich an. "Wir haben es im Blick."

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