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Verbindungsspezialist Arnold packt beim Investitionsprogramm noch eins drauf

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Auch wenn die Automobilindustrie derzeit nicht die allerbesten Rahmenbedingungen bietet, glaubt die Arnold-Gruppe aus Forchtenberg an eine große Zukunft. Dafür geht sogar die Mutter Würth mit ins Risiko.

Unter dem Motto "Future of Work" wurden in Dörzbach Räume neu gestaltet: Arnold-CEO Dirk Döllner (v.l.), der für Personal- und Organisationsentwicklung verantwortliche Frank Guse, Finanzchef Frank Agner und Vera Brönner, die an der Organisationsentwicklung arbeitet.
Unter dem Motto "Future of Work" wurden in Dörzbach Räume neu gestaltet: Arnold-CEO Dirk Döllner (v.l.), der für Personal- und Organisationsentwicklung verantwortliche Frank Guse, Finanzchef Frank Agner und Vera Brönner, die an der Organisationsentwicklung arbeitet.  Foto: Gleichauf, Christian

Arnold, das erste Hohenloher Schraubenunternehmen und die Keimzelle aller Schraubenhändler und -hersteller in der Region, wird in diesem Jahr 125. Im Ortsteil Ernsbach ist neben dem Unternehmenssitz heute das Schraubenmuseum "Kocherwerk" zu finden, das die Geschichte der Branche dokumentiert. Arnold selbst hat es geschafft, sich in die neuen Zeiten zu transformieren. Auch wenn die unruhig sind, werden an den anspruchsvollen Zielen keine Abstriche gemacht.

Arnold-Chef Dirk Döllner hatte im vergangenen Jahr vorgegeben: Zweistellig sollen die Wachstumsraten in den kommenden Jahren sein. 2022 wurde das Ziel erfüllt: Um 13,6 Prozent ging es nach oben auf 275 Millionen Euro - "auch wenn das Jahr anders gelaufen ist als erwartet", so Döllner. Denn die Pkw-Produktion in Europa ging nicht wie erwartet um 17 Prozent nach oben, sondern um 0,6 Prozent nach unten. Und von der Autoindustrie ist Arnold Umformtechnik inzwischen abhängig.


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Umsatz soll sich verdreifachen

Dass sich der Umsatz bei den Hohenlohern so gut entwickelt hat, lag zum Teil an der Preisentwicklung, vor allem seien aber Marktanteile gewonnen worden, erklärt Döllner beim Termin im Werk Dörzbach. Beim E-Auto ist Arnold mit fast allen Herstellern im Geschäft. "Wir sind so aufgestellt, dass wir noch deutlich schneller wachsen könnten", sagt der CEO. Finanzchef Frank Agner wirft dazu ein Schaubild an die Wand: In zehn Jahren soll der Umsatz bei mehr als 800 Millionen Euro liegen, was einer Verdreifachung entspräche.

Ein Großteil dieses Wachstums soll in den USA und in China stattfinden. In den USA könnte demnächst ein Zukauf oder eine Neuaufstellung anstehen. Es gehe darum, die Strukturen für das Wachstum zu schaffen. "Wir wollen Arnold in der Phase des Werdens halten", sagt Agner und nimmt Bezug auf Reinhold Würth, der vermeiden möchte, dass seine Unternehmen in die "Phase des Seins" und damit irgendwann in die "Phase des Vergehens" rutschen. Seit 1994 gehört Arnold zu Würth. Seitdem geht es fast nur bergauf.


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100-Millionen-Projekt vor der Haustür

Vom Markt mitgezogen wird Arnold auch in diesem Jahr nicht. Umso mehr Wert legt das Unternehmen darauf, sich weiter abzuheben von der Konkurrenz - "von den Marktbegleitern", wie Döllner die Wettbewerber konsequent nennt. Etwa in der neuen Produktion im Gewerbegebiet Rauhbusch in Forchtenberg.

Das Gebäude wird in diesem Jahr bezogen. Inklusive Maschinen wird es eine Investition von 25 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt. Zwei weitere sollen in den nächsten fünf Jahren folgen, dann wird der Komplex auf rund 100 Millionen Euro kommen. Die Anlagentechnik wurde selbst entwickelt und soll künftig ein Alleinstellungsmerkmal bieten.

Dieses und nächstes Jahr investiert das Unternehmen allein 80 Millionen Euro für Technische Anlagen, für neue Grundstücke, für das Oberflächenzentrum Dörzbach. Es ist eine Summe, bei der das Unternehmen auch auf die Konzernmutter angewiesen ist.

Der erste Abschnitt des neuen Arnold-Produktionsgebäudes im Forchtenberger Gewerbegebiet "Rauhbusch" steht. 2028, nach zwei weiteren Bauabschnitten, soll es 400 Mitarbeitern Platz bieten.
Foto: Arnold
Der erste Abschnitt des neuen Arnold-Produktionsgebäudes im Forchtenberger Gewerbegebiet "Rauhbusch" steht. 2028, nach zwei weiteren Bauabschnitten, soll es 400 Mitarbeitern Platz bieten. Foto: Arnold  Foto: Arnold

Punkten mit Nachhaltigkeit

Mehr als 17 Millionen werden explizit für den Klimaschutz ausgegeben. Das Gebäude im Rauhbusch beispielsweise ist ein Plusenergie-Gebäude. In Dörzbach produziert die 25 000-Quadratmeter-Photovoltaikanlage 15 Prozent des Stroms, der in den Hallen darunter verbraucht wird. Für jedes Teil aus dem Arnold-Programm kann der CO2-Fußabdruck aus dem eigenen Haus mitgeliefert werden.

Zum Gewinn sagt Arnold nichts. Unterdurchschnittlich ist der Beitrag des Unternehmens in der Würth-Gruppe aber offenbar nicht, und dort lief es zuletzt ja blendend. Auf 1400 Mitarbeiter hat das Unternehmen zugelegt. Die Spitze bei Arnold besteht nur noch aus Döllner und Agner. Ralf Lagerbauer, der erst Ende 2021 von Würth in die Arnold-Geschäftsführung wechselte, hat Anfang 2023 das Unternehmen aus persönlichen Gründen verlassen.

 
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