Unternehmerverband will Hohenlohe erobern
Jörg Alber ist neuer Ansprechpartner des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft BVMW im Kreis. Der gebürtige Haller sieht zahlreiche Baustellen, bei denen eine gute Vernetzung Vorteile bringt.

Die Deutschlandkarte des Unternehmerverbands BVMW hat einige weiße Flecken weniger. Nach mehreren Jahren wurde der Landkreis Schwäbisch Hall wieder mit einem Repräsentanten besetzt.
Und für den Hohenlohekreis gibt es erstmals einen eigenen Ansprechpartner: Jörg Alber macht sich daran, auch hier ein Netzwerk für die Mittelständler zu schaffen.
Start in Corona-Zeiten kein Problem
Der Start mitten in der Corona-Krise ist für ihn kein Problem. Noch behindern ihn die Beschränkungen wenig. Für den 46-Jährigen aus Schwäbisch Hall heißt es erst einmal: Kontakte knüpfen. "Wir brauchen Mitglieder und Interessierte, dann werden wir auch eine erste Veranstaltung planen - vielleicht im September", sagt Alber, der seine neue Tätigkeit ungefähr zeitgleich mit Martin Steinbach aufgenommen hat, der für den Landkreis Schwäbisch Hall zuständig ist.
Mit Annaweech auf Reisen
Seit 2006 hat Alber Führungserfahrung im Vertrieb, zudem einen Master in Strategie und Management, es folgt ein MBA, ein Master of Business Administration. Der Hohenlohekreis ist für den gebürtigen Haller bekanntes Terrain. Bei Kriwan in Forchtenberg hat er knapp fünf Jahre gearbeitet, sein erster Arbeitgeber war in Öhringen.
Bei all seinen Stationen gehörte das Reisen dazu, die letzten fünf Jahre verbrachte er in Frankfurt. "Aber egal, wo ich unterwegs war, die Hohenloher Mundart-Rocker von Annaweech waren immer mit dabei." Jetzt sei es auch in seiner familiären Situation an der Zeit gewesen, wieder Heimatluft zu atmen.
Regional vertreten und deutschlandweit vernetzt
Verbandsarbeit kennt er aus dem Deutschen Kälte- und Klimatechnischen Verein DKV, für den er ehrenamtlich aktiv war. Nun ist er hauptamtlich für den BVMW unterwegs, den größten mittelständischen Unternehmerverband in Deutschland.
"Die Stärke unseres Verbands ist, dass wir politisch unabhängig sind, regional vertreten und gleichzeitig deutschlandweit vernetzt", sagt Alber. Allerdings sei der Süden unterrepräsentiert. Bis vor kurzem zählte der BVMW im Südwesten nur zehn Repräsentanten oder "Beauftragte" - und damit weniger als in den meisten anderen Bundesländern, die kleiner und wirtschaftlich schwächer sind. Das ändert sich nun.
Lobby des Mittelstands
Bundesweit hat der BVMW und sein Präsident Mario Ohoven zuletzt mit einigen Brandbriefen an die deutsche Politik Aufmerksamkeit erregt. Darin forderte der Verband unter anderem eine klare Exit-Strategie aus der Corona-Krise.
"Wir sind die Lobby des Mittelstands", fasst Alber zusammen. Entscheidend sei das Selbstverständnis. "Jeder Unternehmer, der sich als Mittelständler fühlt, darf Mitglied werden." Beratung und Information gehört zu seinen Aufgaben, und auch Impulse zu setzen. Es klemme in vielen Bereichen. Bei der Digitalisierung, bei den Fachkräften. "Wir haben viele Baustellen."
Mittelfristig sei die Gründung einer Bildungsallianz ein Ziel. "Dazu brauchen wir aber eine Basis." Spätestens zur Landtags- und Bundestagswahl im kommenden Jahr ist die Interessenvertretung für die Region gefragt, ist Alber überzeugt.
Situation in Heilbronn
Im Raum Heilbronn ist der BVMW weiterhin durch Ulrich Spitaler aus Abstatt vertreten. Von seiner Geschäftsstelle in Heilbronn aus ist er seit mittlerweile 18 Jahren für Stadt und Landkreis Heilbronn zuständig. Etabliert ist seine "Mittagsakademie", die üblicherweise einmal pro Monat stattfindet. Spitaler ist Inhaber einer Großhandelsfirma für pharmazeutische Rohstoffe.

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