Stimme+
Weinsberg
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Unternehmergeist ist Hans-Jörg Vollerts treibende Kraft

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Ein Unternehmer aus Weinsberg übernimmt als Mittelständler Verantwortung bei IHK und Südwestmetall. "Heilbronn strahlt auf die Gesamtregion aus", sagt der 51-Jährige.

Christian Gleichauf
Christian Gleichauf  Foto: Gleichauf, Christian

Hans-Jörg Vollert musste sich zuletzt häufiger Luft machen. Die Themen, die ihn persönlich, geschäftlich und als Funktionär in der Region betreffen, ballen sich. Doch die positive Grundstimmung lässt sich der Unternehmer aus Weinsberg nicht nehmen. "Heilbronn strahlt auf die Gesamtregion aus", sagt der 51-Jährige. Er ist sicher, dass die gesamte Raumschaft sich positiv entwickeln wird, wenn erst einmal die Pandemie nicht mehr alles überlagert.

Angst vor klarem Vokabular hat Vollert nicht. So haut er auch mal einen Satz wie "Mehr Kapitalismus wagen!" raus. Unaufgeregt tut er das. Allerdings spürt man, wenn ihm etwas gegen den Strich geht. Bei der Corona-Krise war das häufiger der Fall. Als er im November im Netz postete, wir müssten auch lernen, "mit dem Virus zu leben", wurde ihm bewusst, wie schnell man mit einer Äußerung in die falsche Ecke gestellt werden kann.

Mann der klaren Worte

Wegen seiner klaren Positionen schätzt man sein Engagement allerdings vielerorts. Als einer der Vizepräsidenten vertritt er bei der IHK Heilbronn-Franken die Industrie. Seit wenigen Monaten ist er Vorstandsvorsitzender der Bezirksgruppe Heilbronn/Region Franken des Arbeitgeberverbands Südwestmetall. "Südwestmetall braucht die Mittelständler, die für ihre Belange eintreten", sagt Vollert. Ebenso übernahm er zuvor beim VDMA Verantwortung oder beim Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer (AEU). "Man merkt heute auch, dass Wirtschaft von vielen Menschen nicht mehr so richtig verstanden wird." Deshalb müssten gerade Unternehmer aufstehen und in ihrem Umfeld erklären, was unsere Gesellschaft wirklich voranbringt.

Jetzt nimmt Vollert vermehrt die Region Heilbronn-Franken in den Blick. "Wir müssen großteiliger denken", sagt er. Bleiben Hohenlohe, Schwäbisch Hall, Heilbronn und Main-Tauber für sich, beraube sich die Region der Möglichkeiten, die sie eigentlich hat. Die Entwicklung auf dem Bildungscampus mit der TU München und all den anderen Einrichtungen und Institutionen macht ihm Mut. Eng damit verbunden ist für ihn die wachsende Startup-Szene. Es genüge nämlich nicht, sich nur auf die etablierten Unternehmen zu verlassen. Impulse von den innovativen, wendigen Neugründungen hält er für notwendig. Doch auch hier schätzt er den Unternehmergeist mehr als den monetären Erfolg. "Es gefällt mir nicht, wenn Leute einfach nur irgendeine Plattform erfinden, das hochskalieren und dann mit höchstmöglichem Gewinn verkaufen."


Mehr zum Thema

Stimme+
Obersontheim
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Wie Kärcher sein Werk Bühlertal zur "Fabrik 5.0" umwandelt


Er selbst war kein Gründer, musste sich und die Firma aber schon als 22-Jähriger durchboxen, nachdem sein Vater früh gestorben war. Die Gesellschafter-Verhältnisse des Familienunternehmens waren nicht ganz einfach, "manches hat sich damals rückwärts entwickelt", erzählt Vollert. Mit 29 ging er volles Risiko, nahm einen Kredit auf, übernahm die Mehrheit des 1925 gegründeten Unternehmens. Zehn Jahre später war das Darlehen zurückgezahlt.

Mit seinen heute rund 300 Mitarbeitern baut das Unternehmen unter anderem Rangierfahrzeuge und Logistiksysteme - teils mächtige Anlagen als Komplettlösungen. Standorte der Firma gibt es in Neu-Delhi, Belo Horizonte, Peking oder Moskau - wobei Hans-Jörg Vollert die Risiken des globalen Geschäfts derzeit wieder etwas reduzieren möchte. Wer seine Zukunft auch in Deutschland und Europa sieht, der hat natürlich ein großes Interesse, dass diese Weltregion auch wettbewerbsfähig bleibt und die Entwicklung nicht durch Regulierung abgewürgt wird. "Am Ende zahlt immer jemand dafür."

Dieser Text stammt aus der jüngsten Ausgabe der Wirtschaftsstimme. Sie widmet sich den Themen Digitalisierung sowie Wandel der Berufsbildung.

 

 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben