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Frank Thelen sucht in Heilbronn nach Lösungen für die großen Probleme

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Der bekannte Investor erläutert auf dem Gründerfestival Slush'D, worauf es ihm bei Start-ups ankommt, was Heilbronn jetzt noch braucht und was er heute noch übt.

Frank Thelen erläutert im Gespräch mit Insa Schniedermeier, auf was es ihm bei Investitionen ankommt.
Frank Thelen erläutert im Gespräch mit Insa Schniedermeier, auf was es ihm bei Investitionen ankommt.  Foto: Christian Gleichauf

Erster Impulsgeber auf dem Gründerfestival Slush'D war Deutschlands wohl bekanntester Investor, Frank Thelen. Im Interview mit unserer Zeitung erläutert er, wonach er nach seinem Abschied von der Start-up-Show "Höhle der Löwen" sucht.

 

Herr Thelen, Sie haben viel Zeit in Ihrem Leben auf dem Skateboard verbracht. Welchen Trick können Sie denn noch?

Frank Thelen: Den Kickflip krieg ich noch hin, würde ich sagen. Man springt mit dem Brett, und das dreht sich dann noch unter den Füßen.

 

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Gibt es heute noch etwas, das Sie regelmäßig üben?

Thelen: Oh ja, vieles. Ich übe zum Beispiel, meinen Körper in Form zu halten, was nicht mehr so einfach ist. Ich übe, eine herausragend gute Beziehung zu meiner Frau zu haben. Da muss man jeden Tag dran arbeiten. Ich übe, Gründer besser zu verstehen, damit wir noch bessere Entscheidungen treffen und sie besser unterstützen können.

Sie waren einer der "Löwen" in der Höhle bei Vox. Dort galt: Irgendwas mit Essen geht immer. Was suchen Sie auf der Slush'D?

Thelen: Auf der Slush'D suche ich Tech-Gründer. Ich bin bewusst aus der "Höhle der Löwen" ausgeschieden - obwohl das alles toll war und ich sehr dankbar für die Erfahrungen bin. Aber für mich war die Zeit vorbei, weil ich mich jetzt auf Technologie im Speziellen konzentrieren wollte. Energiespeicher oder auch Krebsmedikamente, diese Art von Deep Tech suche ich auch hier.

 

Das muss dann revolutionär sein...

Thelen: Es muss sich um ein großes Problem der Menschheit drehen. Wir wollen Energie haben, uns ernähren, reisen. Wir haben leider Krankheiten. So ein großes Thema wollen wir skalierbar angehen, also nicht für hundert Leute, für eine Nische, sondern für Millionen. Wir machen große Produkte, die eine sinnvolle Ergänzung oder Veränderung für die Menschheit bedeuten.


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Welche Erwartungen haben Sie an diese Slush'D?

Thelen: Dass ich spannende Menschen kennenlerne und vielleicht sogar den einen oder anderen, in den ich investieren würde.

 

Heilbronn will ja in der Start-up-Szene wahrgenommen werden. Wie viele Slush'Ds braucht es dafür noch?

Thelen: Oh, keine Ahnung. Die Konferenz ist super, toll gemacht. Aber am Ende braucht man Champions. Wir brauchen die Elon Musks, die Jeff Bezos", die etwas so Krasses gebaut haben, dass man das nicht ignorieren kann. Die können dann auch wieder Kapital zurückgeben. Wir haben ein paar Kandidaten, aber wir brauchen mehr davon in Deutschland. Wenn Heilbronn auf der Karte erscheinen will, dann muss es ein Unternehmen aufbauen, das Potenzial hat, zehn Milliarden Euro und mehr wert zu sein. Es geht nicht um die Kohle, aber um die Möglichkeiten, die damit verbunden sind.

 

Wie mutig muss man sein, wenn man sein Geld in Start-ups investiert?

Thelen: Man darf auf jeden Fall nur das Geld in Start-ups investieren, das man nicht benötigt. Man muss davon ausgehen, dass es weg ist. Ich weiß, dass ich einen Großteil meines Kapitals im Risiko habe. Bisher habe ich gute Gewinne damit verbucht und das soll auch so bleiben. Aber davon kann man leider nicht ausgehen.

 


Zur Person

Frank Thelen (46) ist ein europäischer Seriengründer, Technologie-Investor und Fernsehpromi. Seit 1994 gründet und leitet er Technologie- und Design-getriebene Unternehmen. Bekannt wurde er durch die Vox-Fernsehsendung "Die Höhle der Löwen", wo er von 2014 bis 2020 einer der "Löwen", also einer der Investoren und Juroren war. In seiner Jugend war Thelen begeisterter Skate- und Snowboarder.

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