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Die Corona-Krise hat bei manchen Führungskräften Probleme offenbart

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Ingrid und Margareta Jäger wollen als Coaches die innere Haltung von Führungskräften verändern. Selbst wurden sie frühzeitig gefördert. Von dieser Erfahrung wollen sie auch dem Nachwuchs etwas zurückgeben.

"Junge Leute unterstützen wir": Ingrid (links) und Margareta Jäger wurden in diesem Jahr auch für den Großen Preis des Mittelstands nominiert.
Foto: privat
"Junge Leute unterstützen wir": Ingrid (links) und Margareta Jäger wurden in diesem Jahr auch für den Großen Preis des Mittelstands nominiert. Foto: privat  Foto: TERZO ALGERI

Für Ingrid und Margareta Jäger ging es beruflich zügig bergauf. Ingrid Jäger machte bei Lidl den Weg von der Auszubildenden zur Geschäftsführerin im Einkauf International, ihre Schwester war bei Quelle in verantwortlicher Position und wechselte dann als Personalleiterin in den Mittelstand. Beide hatten Vorgesetzte, die frühzeitig ihr Potenzial erkannten und förderten. Vor gut zwei Jahren machten sie sich als Führungskräfte-Coaches selbstständig - und sind heute bereit, auch dem Nachwuchs auf die Sprünge zu helfen.

Die Schwestern wollen etwas bewirken

Zwei Frauen, Ü50 - "eigentlich erfüllen wir Voraussetzungen, um nicht erfolgreich zu sein", sagt Margareta Jäger. Doch der Schritt, sich selbstständig zu machen, habe sich gelohnt. "Wir wollen etwas bewirken", sagt Ingrid Jäger. Zum Beispiel im Führungsfrauen-Netzwerk Raum Heilbronn, in dem die zwei Mitglied sind. Aber vor allem beim Thema Führung insgesamt.

"Viele kommen zu uns und sagen, sie wollen ihre Kommunikation verbessern", sagt Margareta Jäger. Dann stelle sich nicht selten heraus, dass viel Arbeit darin besteht, die innere Haltung zu verändern. "Gegenüber den Mitarbeitern, aber auch gegenüber sich selbst", wie Margareta Jäger anfügt. Leider werde Coaching allzu häufig auch als Zeichen von Schwäche angesehen. Dabei sei grundsätzlich klar, dass Führung viel Arbeit bedeute.

Corona-Krise erfordert oftmals agile Methoden

Durch die zunehmende Unsicherheit und die Distanz in der Corona-Krise seien Defizite in der Führung noch deutlicher zum Vorschein gekommen. Ebenso habe der Trend zum agilen Arbeiten einen Schub erlebt. "Wir sind beide Scrum-Master, Marga ist auch agiler Coach, ich selbst bin zertifizierte Kanban und Lean Professional", erzählt Ingrid Jäger. Agile Methoden fließen somit immer ein, aber seien nicht das Hauptthema. Die meisten ihrer Klienten hätten ohnehin Erfahrung damit.

Buchprojekt "Futureskills for Leadership"

Viele der Punkte, um die es bei Führung auch in Zeiten von Transformation und Corona geht, hat Margareta Jäger in ein Buchprojekt mit der Führungskräfte-Trainerin Michaela Flick einfließen lassen. Das Buch "Futureskills for Leadership" kam in diesem Sommer heraus.

Die Geschwister sind mit ihrem Startup Jäger & Jäger schnell auf die Erfolgsspur gekommen. Bestehende Netzwerke in die Schwarz-Gruppe hätten geholfen, ja, doch mehr wollen sie über ihre geschäftlichen Beziehungen nicht verraten Referenzen sucht man vergeblich. "Diskretion ist uns sehr wichtig. Darauf legen auch unsere Kunden Wert."

Das kleine Startup wächst

Die ersten zwei Mitarbeiter wurden in diesem Sommer und Herbst eingestellt. Drei Büros belegen sie inzwischen in der Innovationsfabrik auf dem Bildungscampus. Hier genießen sie auch die Nähe zu Einrichtungen wie TU München und Campus Founders, wo ihre Themen eine wichtige Rolle spielen. "Als Startup und Familienunternehmen sind wir begeistert davon, was in Heilbronn entsteht", sagt Margareta Jäger. Zudem seien sie offen dafür, andere Startups zu begleiten. "Wir haben grundsätzlich einheitliche Stundensätze. Eine Ausnahme machen wir nur bei jungen Leuten. Die unterstützen wir."

Trotz aller Arbeit, die zwei Schwestern wollen Spaß an der Arbeit haben und das auch vermitteln. Diese Herangehensweise wird honoriert. Von einem Geschäftspartner wurden sie sogar für den Großen Preis des Mittelstands in diesem Jahr nominiert.

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