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Namhafte Firmen sind in den IPAI Heilbronn gezogen: Welche Unternehmen folgen?

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Audi hat ein Büro im Heilbronner Innovationspark bezogen. Für die nächsten Interessenten braucht es mehr Platz. Zwei Namen aus der IT-Welt, die auf der Hand liegen, fehlen allerdings auf der (öffentlich bekannten) Interessentenliste.

Die nächste Ausbaustufe: Das Ipai-Gebäude im Zukunftspark Wohlgelegen soll nächstes Jahr bezogen werden.
Die nächste Ausbaustufe: Das Ipai-Gebäude im Zukunftspark Wohlgelegen soll nächstes Jahr bezogen werden.  Foto: Gleichauf, Christian

Die Rädchen beginnen ineinanderzugreifen. Neben Porsche ist auch Audi in den KI-Innovationspark Ipai eingezogen. Die Neckarsulmer sind damit eng in das KI-Netzwerk der Region eingebunden. So kann auch die vor zwei Jahren von Audi mit mehreren Partnern rund um den Bildungscampus gestartete Automotive Initiative 2025 (AI25) neuen Schwung erhalten. Weitere Unternehmen planen Kooperationen mit dem Ipai. Zwei große Player fehlen allerdings noch immer.

Gemeinsam mit Partnern wie der TU München und dem Fraunhofer IAO werden im Rahmen der AI25 bereits KI-Lösungen für Fertigung und Qualitätskontrolle erprobt und genutzt. Audi fördert den Austausch mit Start-ups, um neue Ideen für die Fabrik der Zukunft zu entwickeln. Auch die Zusammenarbeit mit den Campus Founders spielt dabei eine wichtige Rolle.

Audi im Ipai vertreten – neben Porsche, Würth und Co. 

Werkleiter Fred Schulze betont: "Wir wollen viele neue Projekte angehen, die wir dann hinaustragen in die Volkswagen-Welt." Audi Neckarsulm sei im VW-Konzern schließlich "Leitwerk" für die Digitalisierung von Produktion und Logistik. Die AI25 spielt dabei eine wichtige Rolle. Bereits im Februar hat Audi das Büro im Ipai bezogen, wo auch Porsche, Würth und die Schwarz-Tochter Mmmake - früher Camao Tec - ihre Vertretung haben. So ist nun auch ein Austausch mit dem Schwesterunternehmen im VW-Konzern möglich.

Die Zuffenhausener haben ihre "Digital-Campus-Strategie" begonnen, mit der die Innovationskraft gestärkt werden soll, und sie decken mit dem Außenposten in Heilbronn das Thema Künstliche Intelligenz ab. "Wir arbeiten hier nicht eng zusammen, nicht mit sensiblen Daten", sagt Sebastian Reinisch, Leiter Delivery Management und digitale Produktion bei Audi Neckarsulm. Doch bei gewissen Fragestellungen helfe das Netzwerk. Im Audi-Büro sind derzeit vor allem die "Data Scientists" oder Informatiker aus Neckarsulm zu finden.

Anfragen an den Ipai Heilbronn mehren sich – neues Gebäude entsteht

Die zwei Stockwerke des Ipai im Zukunftspark 7 sind damit voll. Jetzt braucht es das neue Gebäude, das derzeit ein paar Meter weiter entsteht. Es zur Eröffnung im nächsten Jahr mit Leben zu füllen, damit ist Moritz Gräter, Geschäftsführer des Ipai, bereits intensiv beschäftigt. "Wir sind in Gesprächen mit vielen Firmen, es hat stark zugenommen", sagt der 40-Jährige.

Auch über das KI-Transfer-Office der IHK kämen nun vermehrt Anfragen von Unternehmen aus der Region. Immerhin. Denn die Studie der TUM, nach der die Mehrzahl der Mittelständler noch keine Digitalstrategie hat, die sei schon "dramatisch".

Ipai Heilbronn: Wo sind Bechtle und SAP?

Noch könne er aber nicht über Namen sprechen, noch sei nichts in trockenen Tüchern. Zwei Namen aber, das fällt auf, fehlen bisher im engeren Kreis der (öffentlich bekannten) KI-Interessierten. Zwei Unternehmen aus der Nachbarschaft, die doch - genau wie Audi - mit einem Letter of Intent vor zwei Jahren ihre Unterstützung für den KI-Innovationspark ausgedrückt haben: SAP und Bechtle. Wie weit sind sie? Gräter schüttelt den Kopf. Keine Aussage über einzelne Namen. Allgemein sagt er nur: "Wir lechzen nach dem neuen Gebäude." Dann könne man den Unternehmen auch wirklich ein Angebot machen.

Neckarsulms Audi-Werkleiter Fred Schulze (vorn) und Ipai-Geschäftsführer Moritz Gräter.
Neckarsulms Audi-Werkleiter Fred Schulze (vorn) und Ipai-Geschäftsführer Moritz Gräter.  Foto: Gleichauf, Christian

Audi-Werkleiter Schulze lobt derweil die generelle Entwicklung in Heilbronn. "Die Region wird wachsen. Die Region wird uns das bringen, was wir brauchen: Start-ups, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz." Er sei sehr froh, dass die Schwarz-Gruppe dazu beigetragen hat, was hier entsteht.

AI25 und die ersten Projekte

Zwei Jahre nach dem Start zieht die "Automotive Initiative 2025", kurz AI25, eine Zwischenbilanz. Der von Audi initiierte Zusammenschluss hat das Ziel, ein weltweit führendes Kompetenznetzwerk für digitale Fabriktransformation und -innovation aufzubauen. Der Audi-Standort Neckarsulm dient dabei als Pilot-Werk und Reallabor für den digitalen Wandel. Am Bildungscampus der Dieter Schwarz Stiftung im benachbarten Heilbronn arbeitet Audi eng mit der TUM und dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO zusammen. Durch die Zusammenarbeit mit Start-ups werden neue Ideen gefördert.

Zu den Projekten gehört beispielsweise die lokale Serverlösung Edge Cloud 4 Production, bei der drei lokale Server in den Böllinger Höfen sicherstellen, dass Mitarbeiter alle Informationen, die sie zur effizienten Ausübung ihrer Tätigkeit benötigen, zum richtigen Zeitpunkt vorliegen haben. In einem weiteren Pilotprojekt wird mithilfe von KI die Qualität von Schweißpunkten in der Serienproduktion kontrolliert. Dafür wurden die Neckarsulmer jüngst auch mit einem Preis ausgezeichnet, wie Werkleiter Fred Schulze erzählt.

 
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