Hohenloher Unternehmer Reinhold Würth setzt auf KI und schafft zugleich neue Jobs
Bei Würth soll künftig Künstliche Intelligenz einen Großteil der Arbeit in der Logistik übernehmen. Welche Folgen hat das für die Mitarbeiter?
Die Digitalisierung schreitet auch beim Hohenloher Schraubenhändler Würth rasch voran: Nicht nur in der Logistik soll künftig Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt werden. Entlassungen plant Seniorchef Reinhold Würth, der das Unternehmen vor knapp 70 Jahren übernommen und zu weltweitem Erfolg geführt hat, deswegen nicht.
„Die Mitarbeiter werden dann nicht entlassen, sondern selbstverständlich in anderen Abteilungen weiterbeschäftigt", stellt der 88-Jährige im Interview mit unserer Redaktion klar. Man biete Mitarbeitern auch gezielt Weiterbildungen an, etwa im Bereich KI. "Die ganze Wirtschaft wird die Künstliche Intelligenz nutzen. Da muss man mitschwimmen. Anders gehen Sie unter", so Würth.
Künstliche Intelligenz und die Diskussion um die Drei-Tage-Woche
Reinhold Würth hatte zuletzt wiederholt prognostiziert, dass Künstliche Intelligenz 2050 eine Drei-Tage-Woche ermöglichen könnte. Im aktuellen Interview bekräftigt der 88-Jährige seine Vision. Auf die Frage, ob eine Verkürzung der Arbeitszeit nicht seiner persönlichen Lebenseinstellung widerspreche, antwortet er: „Nein, bei mir gab es keine Künstliche Intelligenz. Ich bin jetzt im 75. Arbeitsjahr, ich habe sozusagen zwei Arbeitsleben hinter mir."
In Zukunft werde die KI aber viele Aufgaben übernehmen. Die damit verbundenen Kosteneinsparungen sollen den Mitarbeitern zugutekommen. "Sie sollen den gleichen Lohn haben wie früher bei einer Fünf-Tage-Woche. Sie sollen ihre Freizeit genießen können."
Reinhold Würth: Manche empfinden Arbeit als Hobby
Eine Abkehr von seinem bisherigen Arbeitsethos sei das nicht. "Es gibt durchaus Mitarbeiter, die die Arbeit als Hobby empfinden“, erklärt Reinhold Würth. Entscheidend sei, dass die Digitalisierung als Chance begriffen werde.
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