Raketen-Startup Rocket Factory testet seine Triebwerke in Lampoldshausen
Für den Raumtransport von morgen: DLR Lampoldshausen arbeitet mit Rocket Factory Augsburg zusammen. Ab 2023 werden Triebwerke für den Micro-Launcher auf einem Prüfstand im Harthäuser Wald getestet

Das Raketen-Start-up Rocket Factory Augsburg wird künftig die Testinfrastruktur des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Lampoldshausen nutzen. Eine Vereinbarung dazu wurde in dieser Woche unterzeichnet. Rocket Factory plant Projekte für sogenannte Micro-Launcher, die kleine Satelliten in eine erdnahe Umlaufbahn bringen. Die Tests des dafür vorgesehenen Helix-Triebwerks sollen ab Mitte 2023 stattfinden.
„Start-ups werden zu einem zunehmend wichtigen Faktor auch in der Raumfahrt", sagte Prof. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR, anlässlich der Vertragsunterzeichnung in Bremen. Die Zusammenarbeit sehe das DLR auch als Anerkennung der Leistungsfähigkeit der vorhandenen Testinfrastruktur.
Micro-Launcher sind gedacht für kleine Nutzlasten
Raumfahrt-Start-ups mit Projekten für Micro-Launcher werden zukünftig wichtige Akteure im Bereich des europäischen Raumtransport sein, erklärt das DLR in einer Mitteilung, die am Mittwoch verschickt wurde. Micro-Launcher sind kleinere Raketen, die Nutzlasten bis zu einer Tonne in den niedrigen Erdorbit bringen. Sie ergänzen die Möglichkeiten der etablierten europäischen Trägerrakete Ariane und beschleunigen die Entwicklung neuer Geschäftsfelder und Technologien auf dem Trägermarkt.
Rocket Factory wird für die Tests den Prüfstand P2.4 in Lampoldshausen mieten und nutzen. Der Prüfstandskomplex P2 soll mit seinen zwei weiteren Testpositionen künftig auch anderen Start-ups aus dem New Space-Bereich zur Verfügung stehen. Das Neuenstädter Raketen-Startup HyImpulse hatte hier bereits vor zwei Jahren sein Paraffin-Triebwerk gezündet. Das DLR stellt dazu die Infrastruktur zur Versorgung der Tests unter anderem mit Kühlwasser und Stickstoff zur Verfügung.
Ein Signal auch an die ESA
Jörn Spurmann, Chief Commercial Officer von Rocket Factory Augsburg (RFA), erklärte: „Weniger als eine Woche vor der ESA-Ministerratskonferenz ist diese Zusammenarbeit ein klares Bekenntnis von RFA zum Standort Deutschland und ein starkes Signal an die Politik und die Industrie.“ Die jungen Forscher und Unternehmer aus Augsburg sind nach eigener Darstellung sehr stolz, ihr Helix-Triebwerk mit gestufter Verbrennung – das erste in der Europäischen Union – in Lampoldshausen testen zu können.
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