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R. Stahl profitiert von den Erfordernissen einer neuen Zeit

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Ob erneuerbare Energie oder Atomkraft, Explosionsschutz ist überall gefragt. Jetzt könnte der hohe Auftragseingang sogar wie eine Art Turbo wirken, hofft Vorstandschef Hallmann. Dessen Vertrag wurde gerade verlängert.

Die Baustelle des Atomkraftwerks Hinkley Point in Großbritannien: Im dem Kraftwerk werden explosionsgeschützte LED-Leuchten von R. Stahl verbaut.
Foto: Archiv/dpa
Die Baustelle des Atomkraftwerks Hinkley Point in Großbritannien: Im dem Kraftwerk werden explosionsgeschützte LED-Leuchten von R. Stahl verbaut. Foto: Archiv/dpa  Foto: Ben Birchall

Das Unternehmen ist zurück in der Gewinnzone, die Strategie von R.-Stahl-Chef Mathias Hallmann scheint aufzugehen.

Dafür sprach ihm der Aufsichtsrat kurz vor der Präsentation der Geschäftszahlen 2022 das Vertrauen aus: Bis September 2026 läuft sein neuer Vertrag. Zeit, um das außerordentlich hohe Auftragsvolumen des Explosionsschutzspezialisten aus Waldenburg in Umsatz und Gewinn zu verwandeln.


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Vier von fünf LNG-Tanker mit R.-Stahl-Technik ausgerüstet

"Die gute Entwicklung beschleunigt sich", sagt Hallmann. Sollten sich die Fixkosten kontrollieren lassen, "dann bekommen wir eine Art Turbo". R. Stahl ist durch ein tiefes Tal der Tränen gegangen, erlitt durch die Corona-Krise noch einen weiteren Dämpfer. Nun profitiert das Unternehmen von den Erfordernissen einer neuen Zeit.

Ob bei grünem Wasserstoff, Atomkraft oder Flüssiggas, überall spielt Explosionsschutz eine wichtige Rolle. Vier von fünf LNG-Tankern, die nach Ende der Lieferungen durch russische Pipelines so wichtig geworden sind, rüstet R. Stahl aus.

Das macht sich im Auftragseingang noch stärker bemerkbar als im Umsatz. So wuchs auch der Auftragsbestand auf mehr als 100 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von gut 22 Millionen Euro und endlich auch wieder ein positives Konzernergebnis von 1,9 Millionen Euro.

2023 geht es noch besser weiter

Im ersten Quartal des laufenden Jahres ging es noch besser weiter: 97 Millionen Euro Auftragseingang, noch einmal 30 Prozent mehr als im guten Vorjahreszeitraum. Der Umsatz legte ebenfalls zu auf 78 Millionen Euro, so dass allein in diesem Quartal mehr Gewinn hängen blieb als im gesamten Vorjahr. Für das Gesamtjahr wird ein Umsatz von 305 bis 320 Millionen Euro erwartet. Es wäre in jedem Fall abermals ein zweistelliges Wachstum.

 

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Hallmann sieht die Zeit für eine Fortschreibung seiner Strategie gekommen. Nachdem er das Unternehmen auf Effizienz getrimmt, das Portfolio bereinigt und den Wachstumspfad wieder erreicht hat, will er nun bis 2030 weltweit expandieren und die Digitalisierung vorantreiben. International sieht er großes Potenzial, ohne dafür viel investieren zu müssen. Dafür brauche es in erster Linie gute Leute.

Beteiligung an russischer Firma lohnt sich finanziell noch immer

R.-Stahl-Chef Mathias Hallmann.
R.-Stahl-Chef Mathias Hallmann.  Foto: Privat

Ein profitabler Klotz am Bein ist offenbar die 25-Prozent-Beteiligung an der russischen Firma Zavod Goreltex, die nicht zu einem akzeptablen Preis zu verkaufen sei. Allerdings gab es eine Dividendenausschüttung von 1,7 Millionen Euro, die in kleinen Einheiten von umgerechnet maximal 10 Millionen Rubel pro Monat überwiesen wird.

Und dann ist da eben noch die Kernkraft. In Hinkley Point, wo der französische Energiekonzern EDF das Kraftwerk erweitert, ist R. Stahl im Geschäft. In Frankreich könnten Meiler folgen, die von der EDF saniert oder gar neu gebaut werden. Getrieben ist auch das vom Green Deal der EU, der Investitionen in Nachhaltigkeit belohnt. In diesem Fall geht es allerdings nicht um mehr oder weniger CO2-freie Atomkraft, sondern um sichere, energiesparende LED-Lampen.

 
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