R. Stahl erwartet gutes Geschäft mit Gas
Der Explosionsschutzspezialist R. Stahl hat 2021 den Umsatz leicht gesteigert, befindet sich aber noch immer in den roten Zahlen. Konzernchef Hallmann verspricht nachhaltige Gewinne in ein bis zwei Jahren.

In ein, zwei Jahren werde der Explosionsschutzspezialist R. Stahl wieder "nachhaltig Geld verdienen", ist Vorstandschef Mathias Hallmann überzeugt. Noch bleiben die Waldenburger aber in der Verlustzone. Immerhin, so zeigen die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2021, konnte der Umsatz leicht gesteigert werden.
R. Stahl ist immer lieferfähig geblieben
Von 246,5 Millionen Euro ging es auf 248,1 Millionen nach oben. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen und Sondereinflüssen lag immerhin bei 18 Millionen Euro. Allerdings steht unter dem Strich ein Verlust von rund fünf Millionen, was auch mit Lieferengpässen erklärt wird.
"Wir selbst sind in allen Bereichen lieferfähig geblieben, es war aber mit extremen Aufwendungen verbunden", sagt Hallmann im Gespräch mit der Stimme. "Das erklärt die Schere zwischen Auftragseingang und Umsatz."
Auftragsbestand wächst, und zuletzt ging es kräftig nach oben
Denn Aufträge gäbe es eigentlich genug. Der Auftragsbestand stieg zum 31. Dezember 2021 auf 72,2 Millionen Euro nach 64,5 Millionen im Vorjahr. Allein im vierten Quartal summierten sich die Eingänge auf 69 Millionen Euro. "Und das inklusive Dezember, das ist nicht der stärkste Monat."
Auch der Januar sei überraschend gut gelaufen, bei einer "schönen Auftragsstruktur", wie Hallmann sagt, so dass der Umsatz im laufenden Jahr durchaus kräftiger zulegen könnte. Denn der Chipmangel bleibe zwar ein Problem, aber bei Kunststoffen sei die Entspannung deutlich spürbar.
Überzeugt ist Hallmann davon, dass ein steigender Umsatz hochprofitabel wäre. Sollte es möglich sein, mit dem Umsatz wieder in die Regionen von vor sieben, acht Jahren zu kommen, als R. Stahl jenseits der 300 Millionen Euro lag, dann würden wir "fett Geld verdienen", sagt der 59-Jährige recht unbescheiden. Der Überschuss, da ist er sicher, würde dann deutlich über den ein bis sechs Millionen Euro liegen, die R. Stahl 2013 und 2014 verdiente.
Hallmann: "Das Schlimmste haben wir hinter uns"

Damals lag der Aktienkurs beim Dreifachen des heutigen Werts. Das Vertrauen am Kapitalmarkt würde wiederkommen, denn die Strategie gehe trotz der Corona-bedingten Rückschläge weiterhin auf. Der Aktienkurs liege in fünf Jahren mindestens beim Doppelten des heutigen Werts, ist Hallmann überzeugt. Vielleicht sogar schon früher. "Denn das Schlimmste haben wir hinter uns."
Die Finanzverbindlichkeiten stiegen durch höhere Investitionen und das negative Ergebnis auf 18,3 Millionen Euro, ein Jahr zuvor lagen sie noch bei 5,8 Millionen. An den Konditionen für die Kredite änderte sich durch den noch zwei Jahre gültigen Konsortialkreditvertrag nichts.
Keine Alternative zum Gas
Den in Brüssel vorgestellten Taxonomie-Regelungen kann Hallmann sogar etwas Positives abgewinnen. Dass Gas nun vorübergehend als nachhaltig eingestuft werden soll, könne sogar kleinere Vorteile bieten. "Eigentlich ändert es aber nicht viel, denn an Gas kommen wir nicht vorbei", sagt Hallmann. "Wenn wir aus der Atomkraft und aus Kohle und Öl rauswollen und der Wasserstoff halt noch zehn oder 20 Jahre braucht, dann bleibt vorerst nur Gas."
Der Boom beim Flüssiggas (LNG), von dem R. Stahl profitiert, sei schon vor Jahren angelaufen, und er läuft weiter. Beim Neubau von LNG-Terminals sei es zwar schwer, Geld zu verdienen. "In ein paar Jahren, wenn Ersatzteile gefragt sind, sieht das aber anders aus", ist Hallmann überzeugt.
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