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Jahresabschluss bei R. Stahl aus Waldenburg: Umsatz und Ertrag deutlich verbessert

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Nach einer Durststrecke war 2023 ein erstes wirklich erfolgreiches Jahr für R.Stahl, den Explosionsschutzspezialisten aus Waldenburg. Auch in diesem Jahr könnte es so weitergehen. Ein paar Unwägbarkeiten bleiben aber.

R. Stahl in Waldenburg: Unternehmenschef Mathias Hallmann blickt optimistisch auf die Entwicklungen.
R. Stahl in Waldenburg: Unternehmenschef Mathias Hallmann blickt optimistisch auf die Entwicklungen.  Foto: R. Stahl

Die Papiere von R. Stahl machten an der Börse zwar keinen Sprung nach oben, dazu gibt es wohl generell zu wenig Interesse an der kleinen Aktiengesellschaft aus Waldenburg. Dennoch dürften die Anteilseigner mit Freude auf die Jahreszahlen ihres Explosionsschutzspezialisten schauen. R. Stahl übertraf sogar seine optimistischeren Umsatzziele im vergangenen Jahr deutlich.

Starke Rendite nach mauen Jahren bei R.Stahl aus Waldenburg

Die vorläufigen Zahlen in Kürze: Um 20,5 Prozent stieg der Umsatz 2023 auf 330,6 Milliarden Euro. Vorhergesagt hatten CEO Mathias Hallmann und sein Team einen Umsatz im Bereich von 305 bis 320 Millionen Euro. Auch operativ ging es zügig voran. Das Vorsteuerergebnis (EBITDA vor Sondereinflüssen) erhöhte sich um 73 Prozent auf 38,6 Millionen Euro.

Die Ertragskraft, also die Umsatzrendite bezogen auf das EBITDA vor Sondereinflüssen), steigerte das Unternehmen von 8,1 Prozent im Vorjahr auf 11,7 Prozent. Angaben zum Konzernergebnis macht R. Stahl zu diesem Zeitpunkt nicht.

R.Stahl aus Waldenburg: Starke Auftragslage mit kleinem Dämpfer im Spätjahr 2023

Die positiven Zahlen spiegeln einerseits die Entwicklungen auf den Energiemärkten wider. Sowohl bei Flüssiggas als auch bei Atomkraft, für die Ölförderung oder den Wasserstoff sind Produkte der Waldenburger gefragt. Der Auftragseingang stieg 2023 um 9,3 Prozent auf 343 Millionen Euro.

Andererseits spürt R. Stahl auch die allgemeine wirtschaftliche Abkühlung. "Im zweiten Halbjahr nahm die Dynamik der Ordertätigkeit ab", teilte das Unternehmen mit. Insbesondere die Chemiebranche halte sich zurück.

Immerhin: Der Auftragsbestand Ende 2023 lag bei 115 Millionen Euro und damit sechs Millionen Euro über dem Vorjahr. Seit Jahresbeginn habe sich der Auftragseingang zudem wieder belebt. Einen Ausblick für das Jahr 2024 will R. Stahl aber erst mit Vorlage des Geschäftsberichts am 17. April geben.

Beteiligung in Russland muss wohl abgeschrieben werden

Sorgen macht dem Unternehmen eine 25-Prozent-Beteiligung an der russischen Zavod Goreltex aus St. Petersburg. Zehn Millionen Euro ist sie theoretisch wert. Doch aufgrund der Sanktionen und der politischen Spannungen scheint es wohl wahrscheinlich, dass R. Stahl diese Beteiligung abschreiben muss. "Eine Wertberichtigung würde sich entsprechend negativ im Finanzergebnis niederschlagen", schreibt das Unternehmen dazu.

Ausstehende Dividendenforderungen von 1,9 Millionen Euro hat R. Stahl im vierten Quartal 2023 bereits wertberichtigt. Dieser Effekt ist als sonstiger betrieblicher Aufwand im EBITDA vor Sondereinflüssen enthalten. "Die sehr gute Geschäftsentwicklung im Jahr 2023 bestätigt die Unternehmensstrategie Excellence 2030", erklärt R.-Stahl-Chef Mathias Hallmann. Das Unternehmen habe seine Marktposition weiter stabilisieren und festigen können und werde "die sich bietenden Chancen auf unserem mittel- und langfristig wachsenden Markt nutzen, um nachhaltig erfolgreich zu wirtschaften".

Die R.-Stahl-Aktie erlebte nach einer kräftigen Erholung Anfang vergangenen Jahres ein Auf und Ab ohne klare Tendenz. Nach Erreichen des zwischenzeitlichen Höhepunkts von 26 Euro im September fiel die Aktie unter 20 Euro und bewegt sich nun bei 22,50 Euro.

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