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Online-Geschäft sichert Berner ein Plus

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Der boomende Bausektor will versorgt werden: Der Künzelsauer Schraubengroßhändler erlebt ein wechselhaftes Geschäftsjahr 2020/21. Aus dem Umsatztal ging es auf die Rekordspur.

Die Berner-Gruppe wächst vor allem über den E-Commerce
Die Berner-Gruppe wächst vor allem über den E-Commerce  Foto: Berner

Das Geschäft des Großhandelsunternehmens Berner läuft robust durch die Pandemie. Mit einem Plus von 1,2 Prozent erreichten die Künzelsauer 2020/21 einen Umsatz von 1,061 Milliarden Euro.  "Wir haben in zahlreichen Ländern sogar Marktanteile gewonnen, weil wir besser vorbereitet waren", kommentiert Berner-Chef Christian Berner.

Umsatzrückgang von 30 Prozent im April 2020

Auch im schwierigen Corona-Jahr tastet sich die Unternehmensgruppe damit weiter an den Umsatz-Rekord aus dem Geschäftsjahr 2013/14 heran. Die 1,073 Milliarden Euro waren damals von positiven Sondereffekten getragen. Im vergangenen Jahr galt es dagegen, die Folgen der Lockdowns in vielen europäischen Ländern zu verkraften.

Denn das Geschäftsjahr begann mit einem Umsatzrückgang von 30 Prozent im April. Dieser wurde anschließend mehr als ausgeglichen. "Zwischen Juli und Dezember wurden die sechs besten Einzelmonate erreicht", erläutert Berner. "Das abgelaufene Geschäftsjahr war für uns somit das Jahr der Rekorde."

Online-Vertriebskanal bringt inzwischen nennenswerten Beitrag

So wie der große Gegenüber in Gaisbach - die Würth-Gruppe - setzt man auch auf dem Künzelsauer Garnberg auf ein Omnikanal-Vertriebsmodell. Berner-Kunden können also per E-Mail, Fax, Live-Chat, Telefon, im Online-Shop oder - wenn das noch möglich ist - auch persönlich bestellen.

Wie gut das funktioniert, zeigte sich schon früh in Italien. Der Umsatz im E-Commerce wurde dort mehr als verdoppelt. Erfolgreichster Gebietsverbund war die Region Ost, die mit Österreich und acht weiteren Märkten ihren E-Commerce-Umsatz um insgesamt mehr als 40 Prozent nach oben schraubte. Der E-Commerce-Umsatz der Sparten Berner und BTI legte um rund 30 Prozent zu und macht mit gut 120 Millionen Euro nun rund zwölf Prozent des Geschäfts aus.

Die Technik machte mit

Besonders stark legte Berner online ab Oktober 2020 zu. Zeitweise erreichten das Unternehmen doppelt so viele Aufträge über die digitalen Kanäle als im Vorjahr. "Da wir in punkto Stabilität unsere Hausaufgaben gemacht haben, konnten wir beispielsweise die Verfügbarkeit unserer Webshop-Systeme trotz dieser signifikanten Traffic-Zuwächse konstant auf einem Top-Niveau von 99,99 Prozent halten", betont der IT-Vorstand der Berner-Gruppe, Christoph Möltgen.

Während der Lockdown-Zeiten veränderte sich das Verhalten insbesondere der Handwerksbetriebe. Statt die Ware selbst abzuholen oder über einen Berner-Vertreter zu beziehen, nahmen sie die digitalen Vertriebswege in Anspruch. Einen sprunghaften Anstieg gab es somit bei den Erstbestellern, und besonders viele Neukunden nutzten diese Möglichkeit.

Im Minus blieb das Automotive-Geschäft

Gefragt waren neben klassischen Verbrauchsmaterialien wie Schrauben, Werkzeugen und chemischen Helfern waren coronabedingt vor allem auch Produkte aus dem Sicherheits- und Schutzartikelsortiment: Handschuhe, Gesichtsmasken, Reinigungs- oder Desinfektionsmittel. Leicht rückläufig war einzig das Automotive-Geschäft.

Millionenschwere Investitionsvorhaben im Logistikbereich und ein Forschungsneubau für die Sparte Caramba wurden abgeschlossen, neue Vorhaben wurden gestartet. Damit will das Unternehmen nach Corona seine Marktposition in Europa weiter ausbauen.

Mit zweistelligen Zuwachsraten ins neue Geschäftsjahr

Christian Berner ist auch mit dem Start ins neue Geschäftsjahr zufrieden. In den ersten zwei Monaten sei die Unternehmensgruppe zweistellig gewachsen. Von der neuen Bundesregierung erwartet sich der Berner-Chef allerdings mehr Verständnis und Unterstützung: "Klimaschutz und der Sozialstaat kosten Geld, dafür brauchen wir aber eine brummende Wirtschaft."

 

Starke Töchter

Weiterhin arbeiten rund 8200 Mitarbeiter für Berner in 23 Ländern. Die Marke BTI, die auf den Bausektor spezialisiert ist, verzeichnete 2020/21 einen Umsatzanstieg von rund 6 Prozent auf 123 Millionen Euro, das stärkste Wachstum aller Einzelunternehmen der Gruppe. Bei Caramba verbesserte sich der Umsatz um 4,4 Prozent auf 134,9 Millionen Euro. Aktuell ist der Trend allerdings gegenläufig. "Das Sondergeschäft mit Desinfektionsmitteln im Frühjahr 2020 gibt es jetzt nicht mehr in dem Maße", so Finanzvorstand Peter Spitlbauer. Die Marke Berner verteidigte das Umsatzniveau des Vorjahres und kommt auf 814 Millionen Euro. (815 Millionen 2019/20 ).

 

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