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Fiebermessen mit IDS-Kameras aus Obersulm

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Fieberscanner haben es in Deutschland noch schwer, Massenscreenings bei Epidemien sind hierzulande selten. An Flughäfen in Asien ist das anders. Ein intelligentes System mit Kameratechnik von IDS aus Obersulm verbessert nun die Treffergenauigkeit.

Mit einer hochauflösenden Infrarotkamera werden die wärmsten Stellen am Körper exakt ausgemessen.
Foto: IDS
Mit einer hochauflösenden Infrarotkamera werden die wärmsten Stellen am Körper exakt ausgemessen. Foto: IDS  Foto: IDS

Viele Asien-Reisende haben in Epidemie-Zeiten schon vor Jahren mit einer hier weitgehend unbekannten Technik Bekanntschaft gemacht: Im Vorbeigehen wird die Körpertemperatur gemessen, die Hinweise auf Krankheitssymptome geben kann.

In Deutschland kamen diese Massenscanner bislang nicht zum Einsatz. Zu ungenau seien die Ergebnisse, lautete der Einwand der Behörden. Die britische Firma Thermoteknix hat nun in Kooperation mit dem Obersulmer Industriekamerahersteller IDS ein System entwickelt, das die Temperatur bis auf 0,3 Grad genau bestimmt.

Flugverkehr ist zum Erliegen gekommen

Auch an den deutschen Flughäfen bereitet man sich derzeit darauf vor, den Betrieb in der Corona-Krise wieder aufzunehmen. Um etwa 97 Prozent ist der Luftverkehr am Flughafen Frankfurt im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, wie Fraport-Sprecher Torben Beckmann erklärt.

Um möglichst bald wieder starten zu können, werden derzeit Bodenmarkierungen angebracht, zusätzliche Check-in-Schalter eingerichtet und zahlreiche andere Maßnahmen vorbereitet. Fieberchecks sind in Deutschland allerdings nicht in Planung, erklärt der Flughafenverband ADV. "Die Durchführung eines Fieberchecks liegt nicht im Kompetenzbereich eines Flughafens."

Das sieht man bei den Behörden anders. "Maßnahmen wie Temperaturmessung an Flughäfen können von den Flughäfen getroffen werden", heißt es beim Bundesgesundheitsministerium auf Stimme-Anfrage. Das Thema Temperaturmessung werde in Bezug auf das neuartige Coronavirus allerdings kontrovers diskutiert, weil Infizierte häufig keine Fiebersymptomatik zeigten.

Künftig mit Maske in den Flieger

Die Fiebermessung wäre allerdings nicht die erste Maßnahme, die umgesetzt wird, obwohl sie anfangs abgelehnt wurde. Auch der Mundschutz kommt inzwischen fast überall zum Einsatz. "Wir wollen, dass die Passagiere an Bord eine Maske tragen", teilt zum Beispiel der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL mit. Für den Scanner macht man sich bislang auch dort nicht stark.

Die Scanner mit IDS-Technik können Fehlinterpretationen zwar nicht ausschließen. Allerdings kommt in den FevIR-Scan-2-Systemen künstliche Intelligenz zum Einsatz, die aus jedem Fehlalarm lernt.

System kommt auch bei Menschenmassen zurecht

Eine hochauflösende Wärmebildkamera und eine Kamera zur Erfassung der Personen wird an einen normalen Laptop-PC angeschlossen. Den Rest macht die Software. Eine Stärke ist, dass dieses mobile System auch mit größeren Menschenansammlungen zurechtkommt. Das bekannte Prozedere aus Asien, wo Passagieren mitunter eine pistolenähnliche Apparatur an den Kopf gehalten wurde, gehört damit der Vergangenheit an.

Nun wird es auf die ersten Erfahrungen ankommen. In großen Hotels und bei Konferenzen kam der Wärmescanner bereits zum Einsatz. Zu Kundennamen gibt Thermoteknix allerdings keine Auskunft. Und auch beim Preis hält sich das Unternehmen bedeckt.

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