Verlagerung von TE Connectivity: Am bayerischen Standort gibt's mehr Widerstand
TE Connectivity verlagert seine Produktion nach Polen. Während sich für den Standort Niederwinkling sogar die Politik einsetzt, geht es in Niederhall mit großen Schritten dem Ende entgegen.

Die Pläne von TE Connectivity, die Produktion von Steckverbindern von den Standorten Niedernhall und Niederwinkling nach Polen zu verlagern, schreiten voran.
Nach Informationen unserer Redaktion wird in Niedernhall derzeit der Versand der verbliebenen Maschinen vorbereitet. Abermals seien Mitarbeiter aus Polen zur Schulung vor Ort. Im bayerischen Niederwinkling kämpft der Betriebsrat weiter gemeinsam mit der Lokalpolitik für einen Weiterbetrieb.
Gute Aussichten nur für das Gebäude von TE Connectivity in Niedernhall
Mitarbeiter aus Niedernhall beobachteten zuletzt, wie Speditionsfirmen an den Maschinen Maß nahmen. Unternehmen aus der Nachbarschaft sollen sich die Produktionshalle angeschaut haben. Die Chancen stehen demnach gut, dass die Gebäude weitergenutzt werden.
Ob die Mitarbeiter - vor allem die älteren - eine Chance auf eine neue Stelle bei Unternehmen wie Würth Elektronik, Gemü oder den kunststoff- und metallverarbeitenden Betrieben in nächster Nähe haben, ist weniger sicher. Bis ins nächste Jahr werden die Gehälter von TE Connectivity weiterbezahlt. Was dann passiert, ist in vielen Fällen offen. Einen Betriebsrat gibt es in Niedernhall nicht.
Aiwanger findet Vorgehen von TE Connectivity "unmenschlich"
Das sieht am bayerischen Standort anders aus. Dort wollen Betriebsrat und Lokalpolitik weiterhin die Verlagerung verhindern. Niederwinklings Bürgermeister Ludwig Waas und die Arbeitnehmervertreter haben Kontakt zum bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger aufgenommen, wie das "Straubinger Tagblatt" berichtet. Auf Anfrage bestätigt ein Sprecher, dass sich das Ministerium mit den Fragen rund um die Schließung beschäftige. Näheres oder gar Ergebnisse könne man gegenwärtig allerdings noch nicht mitteilen.
Aiwanger scheint gegenüber den Akteuren vor Ort deutliche Worte gefunden zu haben und ist auch gewillt, die Sache nicht auf sich beruhen zu lassen. Dem "Straubinger Tagblatt" zufolge bezeichnete er das Verhalten von TE Connectivity als "unmenschlich". Es könne nicht sein, dass eine Teilschließung des Standorts Niederwinkling bekanntgegeben werde, obwohl - wie vom Betriebsrat geschildert - kein Konzept vorhanden sei.
Gab es Subventionen für die Verlagerung nach Polen?
Bürgermeister Waas zufolge soll sich das bayerische Wirtschaftsministerium nun genauer anschauen, ob die Verlagerung nach Polen möglicherweise mit staatlichen Subventionen oder von der EU unterstützt wird.
Vergleichbare Aktionen sind am Hohenloher Standort nicht geplant. Die Arbeitsagentur veranstalte zwar demnächst einen Informationsaustausch, von konkreten Angeboten oder auch von Gesprächen mit Politikern sei jedoch nichts zu hören, erzählen Mitarbeiter gegenüber unserer Zeitung. "Im November wird es uns nicht mehr geben."
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