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Mit Vollgas in die Transformation

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Endlich startet das Projekt Transformotive. Die Region Heilbronn-Franken darf weiter auf elf Millionen Euro hoffen, die für das Projekt überwiesen werden sollen. Doch für die Umsetzung ist mehr nötig als ein paar Netzwerktreffen von bereits Überzeugten.

Auch wenn es noch lange Verbrenner gibt, gehört die Zukunft den elektrisch angetriebenen Modellen. Die deutsche Industrie muss umlenken.
Foto: Archiv/dpa
Auch wenn es noch lange Verbrenner gibt, gehört die Zukunft den elektrisch angetriebenen Modellen. Die deutsche Industrie muss umlenken. Foto: Archiv/dpa  Foto: Markus Scholz

Zum Ende des Jahres deuten sich gute Nachrichten aus Berlin an. Das drohende Aus für die Transformationsnetzwerke in Deutschland scheint abgewendet. Auch die Region Heilbronn-Franken darf weiter auf elf Millionen Euro hoffen, die für das Projekt Transformotive überwiesen werden sollen. Damit könnte nun endlich die inhaltliche Arbeit beginnen.


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Bund gibt der Region Heilbronn-Franken Millionen für die Transformation


Dass der Bund so viel Geld bei dem Thema Transformation der Automobilindustrie ausgibt, kommt nicht von ungefähr. Es steht viel auf dem Spiel, sollte die deutsche Autoindustrie in dieser Umwälzung auf der Strecke bleiben. Dass sie mit ihrer Innovationskraft schafft, weiter das weltweite Luxussegment für sich zu reklamieren, ist keineswegs ausgemacht. Im Gegenteil.

Tiefgreifende Veränderungen

Die meisten Fehler wurden schon vor Jahren gemacht, als die Autokonzerne ihren E-Modellen die hässlichsten Designs und das billigste Interieur verpassten, die Batterietechnik für austausch- und jederzeit zukaufbar hielten und die Elektronik im Fahrzeug weiterhin dezentral steuern wollten. Das einzige Update im Auto, so glaubte man damals, braucht ohnehin nur das Navigationsgerät. Was für ein Trugschluss. Jetzt laufen Mercedes, BMW und der VW-Konzern bei vielen Themen hinterher.

Der Neckarsulmer Audi-Werkleiter Fred Schulze hat allerdings erkannt, dass die Frage, ob man die Transformation in Deutschland erfolgreich mitgestalten kann, nicht nur in Wolfsburg, Stuttgart oder München entschieden wird. Die gesamte Industrie - in Deutschland und gerade auch in einer Automobilregion wie Heilbronn - müsse aufwachen und an einem Strang ziehen. Das hat er vor drei Wochen in der IHK-Vollversammlung mehr als deutlich gemacht.

Es steht also das Jahr der Transformation an, vielleicht ist es auch der verspätete Einstieg in das Jahrzehnt der Transformation. Und die Veränderung ist tiefgreifend. Sie betrifft Mitarbeiter. Sie verlangt aber auch den Unternehmenslenkern viel ab. Change Management ist das Gegenteil von Management by Anordnung. Das musste zuletzt der VW-Konzernchef Herbert Diess leidvoll erfahren. Von seiner nur scheinbar konsequenten E-Mobilitäts-Offensive ist so auch nicht mehr viel übrig geblieben, seitdem Oliver Blume an der VW-Spitze steht.

In Neckarsulm kämpft man dafür, dass möglichst bald ein erstes elektrisches Großserien-Modell kommt und damit der Wandel rechtzeitig eingeläutet wird. Die Gefahr wäre sonst groß, dass auch die Zulieferer in kurzer Zeit nachholen müssen, was andernorts bereits vollzogen wurde. Das Projekt Transformotive kann jetzt helfen, den Bewusstseinswandel in der Breite herbeizuführen. Dabei muss es gelingen, nicht nur diejenigen zu erreichen, die ohnehin schon mittendrin sind in der Veränderung.

 


Habeck lenkt ein

Irgendwann müssen es wohl ein paar Bundestagsabgeordnete zu viel gewesen sein, die sich im Wirtschaftsministerium von Robert Habeck (Grüne) erkundigten, warum so viel wertvolles Fördergeld auf Eis gelegt wird. Auch in Heilbronn wurde befürchtet, das Projekt Transformotive wieder stoppen zu müssen, weil die Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaften WHF und WFG zu viel verdienen. Das Besserstellungsverbot sieht etwas vereinfacht vor, dass Nutznießer von Fördergeld nicht mehr verdienen dürfen als Bedienstete beim Bund. Jetzt wurde eine Gesetzesänderung beschlossen, die Ausnahmen ermöglicht. 

 

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