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Mit den Augen gestohlen wird auf der Hannover Messe immer

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Aussteller aus der Region achten darauf, dass den Wettbewerbern nicht zu viel preisgegeben wird. Aber es gibt natürlich auch viele positive Begegnungen. Die Frage ist, was daraus wird

Baden-Württemberg hat mit "The Länd" in Halle 12 einen Treffpunkt geschaffen.
Baden-Württemberg hat mit "The Länd" in Halle 12 einen Treffpunkt geschaffen.  Foto: Gleichauf, Christian

Dmitrij Reimer kennt seine Pappenheimer. Wenn da Leute als erstes die Verkleidung öffnen, um zu sehen, wie die Renner-Kompressoren aus Güglingen konstruiert sind, dann werde er deutlich. "Wir sind geschult, wie wir mit den Leuten umgehen." Er selbst habe schon bei seinem früheren Arbeitgeber Erfahrung mit frechen Spionageversuchen gemacht. Neu ist das Problem auf der Hannover-Messe nicht, verschwunden ist es aber auch nicht.



Nur nichts liegen lassen

Die Aussteller wissen natürlich, dass die Konkurrenz immer dabei ist, mit den Augen immer gestohlen wird. Vor allem die Wettbewerber aus China sind hier weiterhin aktiv. "Manche testen auch nur, wie wir etwas präsentieren, wie wir es verkaufen", sagt Thomas Sattler vom Ventilhersteller Bürkert. Allergisch reagieren aber fast alle, wenn gezielt fotografiert wird.

Der Umgang mit Exponaten hat sich jedenfalls verändert. Früher, erzählt der Igersheimer Unternehmer Manfred Wittenstein, habe man die Teile einfach zur Begutachtung hingelegt. "Da ist nichts weggekommen." In diesem Jahr ist er doch etwas überrascht, dass eines der Getriebe seines Unternehmens noch immer einfach so herumliegt. Das könne jeder einstecken, warnt er.

Spezial-Zahnräder hinter Glas

Stiv Bozic, Vertriebsleiter von Hänel Präzisions-Zahnräder.
Stiv Bozic, Vertriebsleiter von Hänel Präzisions-Zahnräder.  Foto: Gleichauf, Christian

Hinter Glas sind die Präzisions-Zahnräder von Hänel aus Bad Friedrichshall. Etwas abseits von den Besucherströmen ist am ersten Messetag noch kein großer Betrieb am Stand von Vertriebsleiter Stiv Bozic. Er scheint aber zufrieden und entspannt. "Wenn wir hier nur zwei, drei Kontakte haben, aus denen sich etwas ergibt, dann reicht uns das."

Mit seinen derzeit 85 Mitarbeitern hat sich Hänel spezialisiert auf Zahnräder mit besonderen Anforderungen. "Einige Hundert sind unsere Losgröße", sagt Bozic. An zu großen Serien hätten sie gar kein Interesse. Das Know-how ist, was zählt.

Neben den gezielten Besuchen kommen auf der Hannover-Messe allerdings auch viele zufällige Kontakte zustande. Der Ventilhersteller Bürkert hat dafür eigentlich den besten Platz am Eingang der Halle 13, wo jeden Morgen die Besucher vom Messebahnhof vorbeikommen. "Es sind viele internationale Kontakte, ja, aber was die Qualität angeht, wird sich das wohl erst noch zeigen", sagt Markus Kurath. Für Zwischenbilanzen sei es noch zu früh.

Gemeinschaftsstände müssen kein Nachteil sein

Dominik Fröhlich (links) und Thomas Sattler vom Ventilhersteller Bürkert.
Dominik Fröhlich (links) und Thomas Sattler vom Ventilhersteller Bürkert.  Foto: Gleichauf, Christian

Bisher sei "sehr viel los" gewesen, freut sich Michael Renk am kleinen Stand von Bosch Engineering. Die Abstatter haben sich unter dem Dach von "The Länd" mit eingereiht und zeigen Komponenten für Motorsteuerungen und Systeme für Blockheizkraftwerke und Stromgeneratoren.

Der Gleitlagerhersteller GGB ist am Stand der neuen Muttergesellschaft Timken zu finden. Das US-Unternehmen, das einer der großen Player im Kugel- und Rollenlagergeschäft ist, hat die 1974 als IGB in Heilbronn gegründete GGB im vergangenen Jahr übernommen. 900 Mitarbeiter in 7 Werken weltweit erwirtschafteten für GGB rund 200 Millionen Euro Umsatz, erzählt Suzanne Krug aus dem Marketing.

 
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