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Maschinenbauer Illig: Nach dem Insolvenz-Schock geht der Blick nach vorne

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Der Betriebsrat des angeschlagenen Maschinenbauers Illig ist trotz der schwierigen Situation zuversichtlich, dass es mit dem Heilbronner Traditionsunternehmen weitergeht.

Die Heilbronner Maschinenbau-Forma Illig ist insolvent.
Die Heilbronner Maschinenbau-Forma Illig ist insolvent.  Foto: Illig

Nach dem Schock über die Insolvenz geht der Blick beim Maschinenbauer Illig nach vorne. Der Betriebsrat geht fest davon aus, dass das Traditionsunternehmen eine Zukunftsperspektive hat. "Die Stimmung ist bedrückend, die Mitarbeiter sind verunsichert", sagt der Betriebsratsvorsitzende Achim Häberle-Kelm der Heilbronner Stimme.

Am Dienstag wurden die rund 515 Mitarbeiter an Stammsitz Sontheim darüber informiert, dass das Unternehmen eine Sanierung in Eigenverwaltung anstrebt.  Dazu haben die Geschäftsführer Carsten Strenger und Jürgen Lochner die Stuttgarter Sanierungsexperten der Kanzlei Grub Brugger an Bord geholt. Sie sollen die anstehende Restrukturierung des Maschinenbauers begleiten und managen sowie die Suche nach einem Investor fortsetzen.

Betriebsrat von Maschinenbauer Illig aus Heilbronn zeigt sich zuversichtlich

"Ich bin zu 95 Prozent überzeugt, dass es gelingt, einen Käufer zu finden", sagt Häberle-Kelm. Illig verfüge über 75 Jahre Erfahrung, die Mitarbeiter seien hochqualifiziert und die Produkte auf dem neuesten Stand der Technik. Der Betriebsrat stehe in engem Austausch mit der Geschäftsführung, nun gehe es darum, in die Zukunft zu schauen.

"In jeder Krise steckt auch eine Chance", sagt der Betriebsratsvorsitzende. Er sieht vielfältige Ursachen für die aktuelle Krise, aus der man nun gemeinsam herauskommen wolle. "Die Sanierungsexperten von Grub Brugger sind sehr erfahren", sagt Häberle-Kelm.

In der Illig-Belegschaft dürfte es zu Einschnitten kommen

Was konkret auf das Unternehmen und die Mitarbeiter zukomme, sei derzeit nicht absehbar. "Das bleibt alles offen", sagt Häberle-Kelm. Klar sei aber, dass eine Restrukturierung inklusive Verkauf kaum ohne Einschnitte über die Bühne gehen werden. "Das wird kein Zuckerschlecken", sagt der Betriebsratschef. Mut macht ihm aber die technische Expertise von Illig. So habe man neue Produkte abseits des umstrittenen Kunststoffs entwickelt, konkret geht es um Verpackungstechnologie, die auf Pappe und Papier setzt und damit nachhaltiger als Kunststoff ist.

"Es ist natürlich gerade schwer, solche Produkte am Markt einzuführen", sagt Häberle-Kelm. Das Unternehmen hatte betont, dass das Interesse der Kunden an dieser neuen Technologie groß sei. Allerdings investierten die Illig-Kunden aktuell wenig in neue Maschinen und Anlagen.  

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