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Lauda-Königshofen
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Lauda überlässt auch den Nachbarn seine Autos

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Der Temperierspezialist gibt seine Dienstwagen fürs Carsharing frei. Es könnte ein Modell nicht nur für den ländlichen Raum sein.

Dr. Mario Englert (links) und Dr. Gunther Wobser (rechts) mit dem Lauda Carsharing-Team im ID3, der jetzt von jedermann gebucht werden kann.
  Foto: Juergen Besserer
Dr. Mario Englert (links) und Dr. Gunther Wobser (rechts) mit dem Lauda Carsharing-Team im ID3, der jetzt von jedermann gebucht werden kann. Foto: Juergen Besserer  Foto: Juergen Besserer Foto Besserer

So ein Dienstwagen steht doch die meiste Zeit nur herum, dachte sich Gunther Wobser. Und so kam dem geschäftsführenden Gesellschafter des Temperierspezialisten Lauda die Idee, die Poolfahrzeuge seines Unternehmens auch anderen Menschen zugänglich zu machen. Seit wenigen Tagen können die Fahrzeuge gebucht werden - und das Angebot wird bereits gut genutzt.

Vorreiter im weiten Umkreis

Die vergangenen Monate hat Finanzchef Mario Englert gemeinsam mit Partnern kontinuierlich an dem Projekt gearbeitet. Jetzt ist der "Lauda Carsharing Service" aktiv und kann nun auch von den Nachbarn, von allen Bürgerinnen und Bürgern, genutzt werden.

Damit ist der Weltmarktführer für exakte Temperaturen auch bei diesem Thema ein Vorreiter im weiten Umkreis. Manches Unternehmen hat zwar seinen Dienstwagenpark für die eigenen Mitarbeiter am Wochenende oder nach Feierabend freigegeben, doch für ein öffentliches Carsharing gibt es bisher wenig Beispiele.

Das kann auch damit zu tun haben, dass es hier nichts von der Stange gibt. "Es muss aber alles einfach zu bedienen sein", sagt Gunther Wobser. Bereits andernorts aktive Carsharing-Anbieter hätten leider kein Interesse gezeigt, in Lauda-Königshofen aktiv zu werden und die Lauda-Dienstwagen in ihre Flotte zu integrieren. "Da sind wir vielleicht zu ländlich." Umso wertvoller könnte nun das Angebot des Unternehmens sein.

Alles funktioniert per App

Die App von Dienstleister Evemo wurde angepasst, die Hardware der Fahrzeuge ebenfalls, damit sie sich per Klick auf dem Handy öffnen und schließen. Der aktuelle Kilometerstand wird direkt vom Auto an die App gemeldet. Und so lassen sich die Fahrzeuge natürlich auch reservieren.

Die eigenen Mitarbeiter müssen ab sofort ebenfalls diesen Weg gehen, wenn sie die Fahrzeuge nutzen wollen. Ob sie das privat oder geschäftlich tun, können sie auswählen. Damit ist jetzt bei einer privaten Nutzung alles sauber geregelt, auch was den Versicherungsschutz angeht, sodass im Fall der Fälle nichts schief geht.

Bei den Kosten orientiert sich Lauda am Carsharing-Wettbewerb. "Wir wollten aber etwas günstiger sein", erklärt Sprecherin Claudia Haevernick. Sechs Euro kostet die einmalige Registrierung. Die Buchung liegt bei 50 Cent, jede Stunde kostet 3 Euro. Dazu kommt der Kilometertarif von 22 Cent.

Offen für Nachahmer

Es ist ein Modell, an dem sich auch andere Unternehmen beteiligen könnten, sagt Wobser. Das sei nicht nur im ländlichen Raum eine tolle Möglichkeit, vorhandene Betriebsmittel bestmöglich zu nutzen. "Das funktioniert auch in der Stadt", ist er überzeugt.

Nicht zu unterschätzen ist seiner Meinung auch der Nachhaltigkeitsaspekt. "Mancher kann sich jetzt doch überlegen, ob er wirklich noch einen Zweitwagen braucht, wenn er bei Bedarf einen leihen kann."

Auch für das Unternehmen ist das Angebot ein klimafreundlicher Pluspunkt. Zudem bedeutet der Schritt für Lauda als Familienunternehmen einen positiven Umgang Werten und Rohstoffen. "Schon im Jahre 2030 wollen wir als Vorzeigeunternehmen komplett klimaneutral sein", sagt Gunther Wobser.


Drei zum Start

Von der Idee bis zur Umsetzung dauerte es rund anderthalb Jahre. Jetzt werden im ersten Schritt drei Fahrzeuge aus dem Pool für das Carsharing bereitgestellt: ein vollelektrischer VW ID3 plus zwei Hybrid-Passat. "Das ist eine gute Mischung, auch für Leute, die mal was transportieren müssen", sagt Firmenchef und Initiator Gunther Wobser. Nicht für das Modell infrage kommen natürlich die Dienstwagen, die exklusiv für einzelne Mitarbeiter bereitgestellt werden.

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