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Neuenstadt/Künzelsau
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Kurzarbeit bei den Schraubenhändlern

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Auch die drei großen Handwerkszulieferer Würth, Berner und Förch treten auf die Bremse. Bei ihnen greifen zumindest für Teilbereiche erste Maßnahmen beim Thema Kurzarbeit.

Eigentlich sind die Handwerker in Deutschland noch nicht im Corona-Stillstand, anders als in manchen Nachbarländern. Entsprechend läuft auch noch das Geschäft mit deren Bedarfsartikeln wie Schrauben, Werkzeugen und Verbrauchsmaterial. Dennoch treten die drei großen regionalen Handwerkszulieferer nun auf die Bremse. Denn sie liefern auch an andere Branchen, zum Beispiel die Autoindustrie. Und damit machen sich die momentan vorherrschenden Betriebsstilllegungen bemerkbar.

Bei Förch beginnt die Kurzarbeit am Montag

So heißt es beim Neuenstadter Handelsunternehmen Förch: "Die Theo Förch GmbH & Co. KG wird aufgrund der anhaltenden Corona-Krise zur langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze erstmals in der Geschichte der Unternehmensgruppe auf die Maßnahme der Kurzarbeit zurückgreifen."

Die Maßnahmen starten am kommenden Montag, teilt Unternehmenssprecher Florian Dietz mit. Die Kurzarbeit sei zunächst für sechs Wochen angemeldet. Der Kurzarbeits-Anteil betrage 30 Prozent der regulären Arbeitszeit. "Das Management leistet einen entsprechenden Gehaltsverzicht."

Förch beschäftigt mehr als 1000 Mitarbeiter in Neuenstadt. "Die Maßnahme gilt bundesweit für alle rund 1620 Beschäftigten im Innen- und Außendienst", wird berichtet. Noch vor wenigen Wochen war für dieses Jahr im Außendienst, in dem etwa 2000 der weltweit 3370 Mitarbeiter tätig sind, eine Aufstockung um 120 Personen angekündigt worden. Vergangenes Jahr legte der Umsatz um acht Prozent auf 474 Millionen Euro zu.

Berner hat seine Mitarbeiter am Donnerstag über Kurzarbeit informiert

Auch bei den Schrauben- und Handwerkerbedarf-Händlern in Künzelsau wird die Luft zunehmend dünner. Berner beklagt insbesondere die Ungewissheit. "Immer mehr unserer Kunden zögern bei neuen Aufträgen", sagt Unternehmenssprecher Stefan Suska. Die allgemeine Geschäftsentwicklung sei für Berner Deutschland und die Tochter BTI angespannt.

Die Berner Trading Holding ist im April in Kurzarbeit gegangen. In zahlreichen Ländergesellschaften − Italien, Spanien, Österreich oder Frankreich − sei Kurzarbeit die Regel. Unter diesen Bedingungen sei eine Umsetzung von strategischen Projekten durch die Holding nicht mehr möglich. Berner Deutschland hat am Donnerstag seinen Mitarbeitern mitgeteilt, dass im April kurz gearbeitet wird. Die Baubedarfs-Tochter BTI arbeitet momentan unverändert.

Würth sieht noch keinen Anlass für Kurzarbeit

Beim Branchenführer Würth sieht es derzeit noch etwas anders aus. Nur Tochterunternehmen, die im automobilnahen Bereich tätig sind, haben bislang teilweise Kurzarbeit angemeldet. Im Kerngeschäft ist die Auftragslage nach Angaben des Unternehmens hingegen sehr gut. Daher bestehe noch kein Anlass, in Kurzarbeit zu gehen. Darauf vorbereitet hat sich das Handelsunternehmen allerdings. Die Adolf Würth GmbH & Co. KG (AWKG) habe das Thema Kurzarbeit mit dem Betriebsrat bereits abgestimmt. Sollte sich die Auftragslage drastisch verschlechtern, könne auch hier umgehend reagiert werden.

 

 

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