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Was es mit der KI- und Wasserstoff-Region auf sich hat

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Die Hintergründe zum neuen Bündnis "Dialog Zukunft" von IHK, Audi, WHF und Pro Region: Wie es dazu kam, warum nur zwei Themen auf der Hand liegen und welche Rolle der Autobauer dabei spielt.

Die Partner im Dialog: WHF-Chef Andreas Schumm, IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring und Präsidentin Kirsten Hirschmann, Heilbronns OB Harry Mergel, Friedlinde Gurr-Hirsch (Pro Region) und Audi-Werkleiter Fred Schulze.
Foto: Ralf Seidel
Die Partner im Dialog: WHF-Chef Andreas Schumm, IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring und Präsidentin Kirsten Hirschmann, Heilbronns OB Harry Mergel, Friedlinde Gurr-Hirsch (Pro Region) und Audi-Werkleiter Fred Schulze. Foto: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Der Anlauf war lang, jetzt soll der weite Sprung gelingen: die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken hat einen neuen Pakt namens Dialog Zukunft geschlossen, der drei Zukunftsfelder in den Fokus nimmt: KI, Wasserstoff und Bürokratieabbau.

Der neue Pakt heißt aus gutem Grund nicht Pakt Zukunft 2, wie es anfangs angedacht war. 2007 hatte man ein möglicherweise zu breites Bündnis auf die Beine gestellt. Gesellschafter waren neben der IHK die Schwarz-Gruppe, Würth, Audi, EBM-Papst, dazu waren alle Kommunen in Heilbronn-Franken im Boot. Das Themenspektrum war weit gefasst - vielleicht ebenfalls zu weit.


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Bald schon war von der anfänglichen Aufbruchsstimmung nichts mehr zu spüren. In kleinen Schritten nutzte die IHK immerhin lange noch die Strukturen, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Zuletzt entstand so das KI-Transfer-Office (KITO), das als Koordinierungsstelle bei KI-Fragen von Unternehmen fungiert.

Region Heilbronn-Franken muss enger zusammenrücken

Trotzdem braucht es nun einen Neubeginn. Davon ist zuallererst auch Fred Schulze, Werkleiter von Audi in Neckarsulm, überzeugt. Nach seiner Rückkehr aus China war er ständiger Mahner, dass die Region enger zusammenrücken muss, will sie sich im internationalen Wettbewerb nicht in der Bedeutungslosigkeit wiederfinden. "Wenn man sieht, welche Geschwindigkeit die Asiaten an den Tag legen, dann merkt man: Wir sind noch nicht schnell genug, nicht fokussiert genug, und wir bündeln nicht genug unsere Kräfte."

Schulze war somit eine der treibenden Kräfte für diesen neuen Pakt. Gemeinsam mit IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring, IHK-Präsidentin Kirsten Hirschmann, WHF-Geschäftsführer Andreas Schumm und der Pro-Region-Vorsitzenden Friedlinde Gurr-Hirsch präsentierte er nun das neue Konzept.

Keine weiteren Unternehmen und keine Kommunen bei "Dialog Zukunft" dabei

Damit ist Audi diesmal das einzige Unternehmen, das zum engen Kreis des Dialogs gehört. Überraschend: Die Dieter-Schwarz-Stiftung ist ebenso wenig vertreten wie die Schwarz-Gruppe. Dennoch: Eingebunden werden sollen Wirtschaft, Gesellschaft, Kommunen, Kreise. Weil sie nicht offizielle Partner sind, besteht die Hoffnung, dass die vielen politischen Vorbehalte gegen die Großregion Heilbronn-Franken nicht mehr zum Bremsklotz der Bemühungen werden.


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Der Dialog Zukunft muss noch zum Leben erweckt werden


Was die Themen angeht: Schon seit vielen Jahren will die Region beim Thema Wasserstoff eine Vorreiterrolle einnehmen. Ein Empfang der IHK Heilbronn-Franken beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Lampoldshausen vor wenigen Wochen machte deutlich, wie viele Akteure sich in der Region schon intensiv mit dem Thema beschäftigen - und zwar nicht nur im Raum Heilbronn, sondern auch in Hohenlohe und Main-Tauber. Es könnte damit wirklich zu einem verbindenden Element für Heilbronn-Franken werden.

Beim Thema Wasserstoff gibt es mit Landrat Heuser schon einen kommunalen Koordinator

"Jetzt müssen wir die Weichen für die Zukunft stellen", forderte Norbert Heuser, Landrat des Landkreises Heilbronn und Koordinator Wasserstoff für die Metropolregion Stuttgart. Für die Energiewende brauche es neben Strom auch Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen. Heuser betonte, wie wichtig es ist, die Infrastruktur zügig auszubauen. "Dazu müssen die Unternehmen aber auch signalisieren, welchen Bedarf sie haben." Bei der jüngsten Umfrage im Auftrag des Landes hätten zu wenige reagiert. IHK-Präsidentin Hirschmann versicherte: "Das haben wir verstanden, da müssen wir mitmachen!" Dialog ist notwendig.

Ähnlich sieht es bei der Künstlichen Intelligenz aus. Der Innovationspark Ipai legt die Basis für die KI-Region Heilbronn-Franken. Von der von der Dieter-Schwarz-Stiftung gemeinsam mit dem Land initiierten Einrichtung kann die Region profitieren - sie muss davon profitieren. Doch dazu ist aktives Aufeinanderzugehen notwendig. Die nächsten Monate werden zeigen, ob der Dialog Zukunft in Gang kommt.

Was es mit dem Bürokratie-Abbau auf sich hat

Vor einem Jahr formulierten Kommunen und Verbände in Baden-Württemberg einen Brandbrief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Angesichts der Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung im Land forderten sie unter anderem einen zügigen Bürokratieabbau. Jetzt schreibt ihn sich die Region Heilbronn-Franken in ihrem neuen Bündnis Dialog Zukunft selbst auf die Fahnen.

Mit dem GovTech-Campus (kurz für Government Technology) in Heilbronn soll die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltungen vorangetrieben werden. GovTech ist eine Initiative der Bundesregierung und fördert die Zusammenarbeit von Verwaltung, Wissenschaft und Technologie-Szene.

 

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