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Kaufland kauft 88 Real-Märkte

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Auch Edeka kommt zum Zug. Damit hat nun knapp die Hälfte der Real-Mitarbeiter eine Perspektive, doch die Neckarsulmer halten sich mit Aussagen zurück.

von Christian Gleichauf und dpa
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Foto: dpa  Foto: Oliver Berg

Von den 276 Standorten von Real-Märkten gehen 88 an die Neckarsulmer Verbrauchermarkt-Kette Kaufland. Das hat der künftige Real-Eigentümer, SCP Retail Investments, am Dienstag mitgeteilt. Weitere 53 übernimmt Edeka, und damit deutlich weniger als zwischenzeitlich erwartet.

Kartellamt hat das letzte Wort

Edeka und Kaufland wollen insgesamt 141 Märkte und damit mehr als die Hälfte der vor der Zerschlagung stehenden Supermarktkette Real übernehmen. Entsprechende Verträge seien bereits unterzeichnet worden, teilte der künftige Real-Eigentümer, SCP Retail Investments, am Dienstag mit. Das Bundeskartellamt muss diesem Verkauf allerdings noch zustimmen. Der Abschluss des Kaufprozesses wird somit erst im Mai oder Juni erwartet.

Alte Schwarz-Gruppen-Truppe bei Real am Start

Der bisherige Real-Eigentümer Metro und die SCP-Group hatten im Februar einen Kaufvertrag für die 276 Real-Supermärkte unterzeichnet. Vorsitzender des Verwaltungsrats des russischen Investors SCP ist Patrick Kaudewitz, der bis vor einem Jahr noch Chef von Kaufland und insgesamt 26 Jahre für die Schwarz-Gruppe tätig war. Er ist nun dafür zuständig, für die verbliebenen Real-Standorte tragfähige Konzepte zu entwickeln. Dabei helfen soll auch der ehemalige Lidl-Vorstand Bojan Luncer, der neuer Chef bei Real wird.

SCP geht weiterhin davon aus, dass rund 30 Real-Standorte geschlossen werden müssen. Wie viele der 34.000 Arbeitsplätze bei Real im Zuge der Zerschlagung verloren gehen, ist offen. Kaudewitz erklärte zu dem jetzt abgeschlossenen Verkauf allerdings: "Wir werden so für fast die Hälfte der Real-Märkte und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Klarheit und Planbarkeit schaffen können."

Viele Unsicherheiten für die verbliebenen Standorte

Was mit den verbliebenen rund 100 Märkten passiert, ist offen. Es würden weiterhin alle Optionen geprüft, betonte SCP in einer Mitteilung. "Hierzu gehören weitere Veräußerungen an Einzelhandelsunternehmen sowie die Aufteilung von Märkten in kleinere Flächen." Sollte beides nicht möglich sein, ist eine Schließung auch weiterer Standorte offenbar nicht ausgeschlossen.

Ein Kern von 50 Filialen könnte noch 24 Monate unter dem Namen Real weitergeführt werden. Kaudewitz betonte, die Einigung mit den Handelsketten Edeka und Kaufland sei ein wichtiger Meilenstein. Die ersten Märkte würden ab dem vierten Quartal 2020 an Kaufland und Edeka übergehen. Der gesamte Prozess werde sich über einen Zeitraum von rund 18 Monaten erstrecken.

Keine Stellungnahme

Welche Investitionen Kaufland in die Standorte tätigen will? Welche Beschäftigungsgarantien für die Mitarbeiter geplant sind? Ob auch der Real-Markt in Kirchheim zu den übernommenen 88 neuen Kaufland-Standorten gehört? Auf Stimme-Anfrage teilt die Kaufland-Pressestelle nur mit: "Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir zu dem Thema Real aktuell keine Stellung nehmen."

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