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Obersulmer Kameraspezialist IDS setzt auf Zukunftsthemen KI und Nachhaltigkeit

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Auf eine zuletzt etwas durchwachsene Entwicklung folgt bei IDS nun eine gute Prognose für 2023: Um 15 Prozent soll der Umsatz wachsen. Lieferengpässe sind weitgehend überwunden. Und der CO2-Ausstoß wird bereits komplett ausgeglichen.

3D-Kameras von IDS punkten mit hoher Auflösung und können auch von bewegten Objekten Aufnahmen machen.
3D-Kameras von IDS punkten mit hoher Auflösung und können auch von bewegten Objekten Aufnahmen machen.  Foto: privat/IDS

Trotz der angespannten Situation bei den Lieferketten erwartet der Kamerahersteller IDS in diesem Jahr ein Wachstum von 15 Prozent auf rund 75 Millionen Euro Umsatz. Anlass für den Optimismus ist die gute Auftragslage, die sich durch die fortschreitende Automatisierungswelle ergibt.

Mit Zahlen sehr zurückhaltend

Damit bleibt IDS in der Spur. Mit Geschäftszahlen ist die Eigentümerfamilie Hartmann üblicherweise zurückhaltend. Eckdaten werden gegenüber der Heilbronner Stimme aber genannt. So zeigt sich, dass das Unternehmen nach 64 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2018 nun ein paar Anläufe brauchte, um dieses Niveau deutlich zu überschreiten.


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Verantwortlich dafür war unter anderem die Corona-Delle mit anschließenden Lieferengpässen. IDS erwartet hier nun eine weitere Verbesserung. "Unser großer Vorteil ist sicherlich, dass wir in nahezu allen Branchen vertreten und dadurch sehr breit aufgestellt sind", erklärt Alexander Lewinsky, der seit 2012 im Unternehmen ist und 2021 in die Geschäftsführung berufen wurde.

Einige Wachstumstreiber ausgemacht

Besonders gestiegen sei die Nachfrage im Bereich Medizintechnik. "Neben Ressourcenschonung und Umweltschutz ist dies ein Einsatzgebiet, das uns am Herzen liegt", so Lewinsky. Stark wächst das 3D-Segment. Hier will die IDS ihr Portfolio im laufenden Jahr um eine neue, kostenoptimierte Serie erweitern. "Diesen Bereich sehen wir als einen wesentlichen Wachstumstreiber", unterstreicht Jan Hartmann, ebenfalls IDS-Geschäftsführer.

Daneben träfen Kameras mit hohen Datenraten sowie schnelleren und größeren Sensoren sowie günstigere Modelle auf Kundeninteresse. Insgesamt hat das Unternehmen seit der ersten Auslieferung im Jahr 2004 rund 1,8 Millionen Kameras verkauft und zählt heute 11.000 Kunden in über 70 Ländern. 3200 Produkte sind im Portfolio. Und mit seinen 350 Mitarbeitern unterhält IDS sechs globale Standorte.

Die IDS-Geschäftsführung: Alexander Lewinsky (von links) sowie Jan und Jürgen Hartmann.
Die IDS-Geschäftsführung: Alexander Lewinsky (von links) sowie Jan und Jürgen Hartmann.  Foto: privat/IDS

Das Thema Künstliche Intelligenz treibt das Unternehmen intensiv voran. IDS wolle "mit einfach zu handhabenden, intelligenten Bildverarbeitungskomponenten helfen, dringend nötige Automatisierungsprozesse anzustoßen", betont IDS-Gründer und Eigentümer Jürgen Hartmann. Chancen sieht er im Verkehr oder auch beim "Smart Farming" in der Landwirtschaft. "Mit unserem Marktplatz Visionpier, dem ersten und bislang einzigen dieser Art für Bildverarbeitungslösungen, bieten wir hierzu einen direkten Zugang", so Hartmann. Hier werden Lösungsanbieter und Anwender zusammengebracht.

Schon komplett klimaneutral unterwegs - rechnerisch

Als Vorreiter in der Branche sieht sich IDS beim Thema Nachhaltigkeit. Seit 2021 ist das Unternehmen "klimakompensiert", wie eine Sprecherin erklärt. Es gleicht klimaschädliche Emissionen durch Zertifikate aus und will zudem den CO2-Ausstoß am Standort Obersulm weiter senken. Seinen Kunden bietet das Unternehmen "klimaneutrale" Kameras an. "Wir fühlen uns moralisch verpflichtet, den CO2-Ausstoß in jedem Bereich des Unternehmens so gering wie möglich zu halten", sagt Lewinsky.

 
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