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Jetzt muss Mahle nur noch in die Gewinnzone

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Die Neuausrichtung des Automobilzulieferers auf die Elektromobilität bringt viele Aufträge. Verbrennertechnik bleibt aber im Portfolio. Der Schuldenstand ist allerdings hoch.

Ein Mahle-Mitarbeiter arbeitet am Test einer Brennstoffzelle. Das Geschäft mit Alternativen zum Verbrennungsmotor läuft.
Foto: dpa
Ein Mahle-Mitarbeiter arbeitet am Test einer Brennstoffzelle. Das Geschäft mit Alternativen zum Verbrennungsmotor läuft. Foto: dpa  Foto: Bernd Weißbrod

Mahle erholt sich langsam vom Schrumpfkurs seiner ersten, schmerzhaften Transformationsphase. Der Umsatz legte im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro zu. Damit ist Mahle wieder auf dem Vor-Corona-Niveau angekommen. Nur beim Ergebnis hapert es noch.


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Die Abkoppelung vom Verbrenner findet schon statt

Die Wende ist eingeläutet. Bereits 60 Prozent seines Umsatzes macht der Stuttgarter Automobilzulieferer mit Systemen und Produkten, die nichts mit dem Verbrennermotor zu tun haben. "Bis 2025 wollen wir wieder in der Erfolgsspur sein", sagt Mahle-Chef Arnd Franz.

Er ist seit November im Amt, kennt das Unternehmen aber gut. 18 Jahre war er für Mahle tätig, bevor er 2019 als CEO zu LKQ in die Schweiz wechselte. Jetzt treibt er bei Mahle die Transformation weiter voran.

Operativ bereits gut unterwegs

Der Technologiekonzern hat 2022 Neuaufträge für über 11 Milliarden Euro erhalten - der zweithöchste Wert der Unternehmensgeschichte. Während in den ersten sechs Monaten 2022 noch ein Vorsteuer-Verlust in den Büchern von Finanzchef Markus Kapaun stand, lag das Ebit im zweiten Halbjahr bereits bei plus 242 Millionen Euro.

Am Ende blieb dennoch ein Fehlbetrag von 332 Millionen, der unter anderem mit Pensionsverpflichtungen erklärt wird. Insgesamt machten sich Mehrkosten von 800 Millionen Euro bemerkbar. Die Verschuldung liegt nun bei 1,7 Milliarden Euro. Trotzdem sei Mahle "weiterhin stabil", wie Kapaun sagte.

Besonders stark wächst Mahle übrigens in Nordamerika, wo auch viele Mitarbeiter eingestellt wurden.

Auch in ganz neuen Geschäftsfeldern unterwegs

Der Fokus liegt also auf der E-Mobilität, wo bereits 70 Prozent der Patentanmeldungen von Mahle stattfanden. Größere Hoffnungen setzt Mahle auf den Bereich Thermomanagement, der im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen in Elektroautos anspruchsvoller ist als in Verbrennerfahrzeugen.

Zum Einsatz kommen sogenannte Kühlplatten, die sonst die Batterien in E-Autos auf Temperatur halten, nun auch bei neuartigen Solarmodulen. Die werden beim Technologiepartner des Sunmaxx PVT in Dresden gefertigt und erreichen mit ihrer Kombination aus Photovoltaik und Solarthermie einen Wirkungsgrad von 80 Prozent.

Für Verbrennungsmotoren will Mahle, da wiederholt der neue Chef das Bekenntnis seines Vorgängers, weiterhin ein verlässlicher Lieferant bleiben. Deshalb begrüßt Franz auch die Ausnahmen für E-Fuels, die die EU-Kommission auf Betreiben des Bundesverkehrsministers vorgesehen hat. Und sogar der Wasserstoff-Verbrenner könne eine Alternative zur Brennstoffzelle sein, zumindest bei den Nutzfahrzeugen.

E-Bikes als interessante Nische

Für Nutzfahrzeuge hat Mahle allerdings auch besonders ausdauernde und leistungsstarke E-Motoren im Angebot. Für E-Bikes sind es besonders leichte - auch das kommt bei den Kunden an. Der Umsatz mit E-Bikes soll in den nächsten Jahren auf 300 Millionen Euro wachsen.

 
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