Regionales Handwerk kooperiert mit dem Ipai
Betriebe sollen die Angst vor Künstlicher Intelligenz verlieren. Warum die Handwerkskammer Heilbronn-Franken und der KI-Innovationspark Ipai große Hoffnungen in ihre jetzt vereinbarte Zusammenarbeit setzen.

Heilbronn will bekanntlich zum Mekka für Künstliche Intelligenz (KI) in Europa werden. Wenn rund um den Innovation Park Artificial Intelligence (Ipai) ein einzigartiges Ökosystem zu dieser zentralen Zukunftstechnologie entsteht, will das regionale Handwerk mit dabei sein. Deshalb haben die Handwerkskammer Heilbronn-Franken und der Ipai am Mittwoch eine Zusammenarbeit vereinbart. Zentrale Punkte des sogenannten Letter of Intent (Absichtserklärung): Die Konzeption einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe sowie die rasche Ausarbeitung einer Kooperationsvereinbarung. Erklärtes Ziel der Partner ist es, die Handwerksbetriebe aus der Region an das Thema Künstliche Intelligenz heranzuführen und sie mit Start-ups und Forschungsinstituten zu vernetzen.
KI ist eine Schlüsseltechnologie
"Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie bei der digitalen Transformation", sagt Ulrich Bopp, Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung im Ipai-Space im Heilbronner Zukunftspark Wohlgelegen. KI biete eine große Bandbreite an Möglichkeiten, niederschwellig und mit vergleichsweise geringem Kostenaufwand Geschäftsprozesse zu vereinfachen, Arbeitsabläufe zu optimieren oder die Kommunikation mit Kunden und Lieferanten zu verbessern, so Bopp.
Moritz Gräter, Geschäftsführer des Ipai, betont, dass die Einbindung des Handwerks und des Mittelstandes in das entstehende KI-Ökosystem von Beginn an Teil der Planung war. Der Ipai wolle den Unternehmen helfen, in das Thema KI einzusteigen. "Die Handwerker brauchen konkrete Projekte", weiß Gräter, der selbst aus einer Uhrmacherfamilie stammt.
Perspektiven für konkrete Anwendungsfälle

Denn bisher fremdelten viele kleine und mittlere Betriebe beim Thema KI. "Dabei sind die sehr investitionsfreudig", sagt Gräter. "Die Kontakte mit Handwerksbbetrieben eröffnen uns neue Perspektiven für konkrete Anwendungsfälle", zeigt sich der Ipai-Chef optimistisch. Tatsächlich setzen einige Handwerker die neue Technologie bereits ein, etwa die Erlenbacher Bäckerei Förch, die mit KI ihre Produktions- und Absatzplanung optimiert. Dennoch weiß Gräter, dass hier noch viel zu tun ist. "Für den Großteil der Betriebe ist KI noch Neuland."
Das bestätigt Ralf Schnörr, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. "Viele Handwerksbetriebe sind bei der Digitalisierung weiterhin zurückhaltend. Mit KI bietet sich ihnen die Chance, unkompliziert in die digitale Transformation einzusteigen und schnell Erfolge zu erzielen", sagt er und nennt die Bereiche Arbeitsvorbereitung, Planung und Buchhaltung. Die Kammer hat im Vorfeld der Ipai-Kooperation die hauseigenen Unternehmensberater gemeinsam mit dem Ferdinand-Steinbeis-Institut in Sachen KI geschult.
Große Resonanz bei erster Veranstaltung
Ulrich Bopp verbindet eine weitere Hoffnung mit der Zusammenarbeit mit dem Ipai. "Wir wollen den Handwerkern die Angst vor KI nehmen und ihnen die Chancen aufzeigen", sagt er. Das soll zunächst über verschiedene Veranstaltungen gelingen, von denen am heutigen Donnerstag die erste stattfindet. "Die Resonanz ist sehr groß, wir haben 70 Anmeldungen", freut sich der Kammerpräsident. Die Betriebe zeigen also Interesse am Thema KI.
In der Absichtserklärung heißt es: "Den Handwerksbetrieben mangelt es am Verständnis der Funktionsweise von KI und sie erkennen nicht den Nutzen und den Vorteil von KI-Lösungen. Die Handwerkskammer Heilbronn-Franken hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, den Handwerksbetrieben in der Region KI näherzubringen, die möglichen Einsatzfelder aufzuzeigen und die Betriebe mit Softwareentwicklern und Forschungseinrichtungen zusammenzubringen."

Stimme.de
Kommentare
Wilfried Müller am 08.12.2023 01:08 Uhr
Ich hätte gerne, dass die KI mir die Arbeit abnimmt und ich nicht mehr 20 Pflegeheim anrufen muss um einen Kurzzeit Pflegeplatz zu finden. Man hat als pflegender Angehöriger genug zu tun als tagelang zu telefonieren. Warum gibt es kein Monitoring von freien Kurzzeit Pflege Plätzen.