Hornschuch bleibt von Conti-Stellenabbau vorerst verschont
Bisland keine tiefen Einschnitte bei hohenlohischer Tochter des Autozulieferers geplant. Der Hornschuch-Markt in Weißbach wird zwar geschlossen, die Mitarbeiter sollen aber an Bord bleiben. Beim Mutterkonzern sieht es anders aus.

Der Autozulieferer Continental, seit vier Jahren Mutterkonzern des Skai- und DC-fix-Herstellers Hornschuch in Weißbach, baut im Zuge der Transformation in der Automobilindustrie Tausende Stellen ab und richtet den Konzern neu aus.
Hornschuch ist von den Sparbemühungen betroffen, allerdings stehen keine Entlassungen an, wie eine Sprecherin auf Anfrage der Heilbronner Stimme mitteilte.
Veränderung kann Entlassung bedeuten, muss aber nicht
Conti will weltweit 30.000 Stellen "verändern", wie es in einer aktuellen Pressemitteilung heißt. 13.000 Mitarbeiter in Deutschland sind davon betroffen. Neben dem Wegfall von Arbeitsplätzen zählen auch Umschulungen von Mitarbeitern und Verlagerungen von Jobs dazu.
Continental-Chef Elmar Degenhart wollte ausdrücklich nicht von Stellenabbau sprechen. "Veränderung kann für die Beschäftigten auch Weiterqualifizierung, interne Umsetzung oder Verkauf eines Unternehmensteils unter Erhalt des Jobs bedeuten." Allerdings stehen bei dem Programm auch Entlassungen an. So wird das Reifenwerk in Aachen mit 1800 Mitarbeitern beispielsweise im kommenden Jahr geschlossen.
Details der neuen Strategie werden allerdings erst im Dezember vorgelegt. Das Unternehmen will sich auf profitable Wachstumsfelder wie "assistiertes, automatisiertes, vernetztes und emissionsfreies Fahren" konzentrieren, integrierte Systemlösungen auf Softwarebasis und neue Dienstleistungen entwickeln. Derzeit befindet sich das Unternehmen auch in Gesprächen mit Betriebsrat und Gewerkschaften.
Markt in Weißbach ein Opfer der neuen Trends
In solchen Gesprächen befinden sich auch die Verantwortlichen in Weißbach, um zu klären, was mit den aktuell fünf Beschäftigten des Hornschuch-Marktes in Weißbach passiert, der Ende des Jahres schließen muss (wir berichteten). Geplant sei, dass die Mitarbeiter eine Beschäftigung in einem anderen Bereich des Unternehmens finden, erklärte die Continental-Sprecherin gegenüber unserer Zeitung.
Hintergrund sind zum einen die Sparbemühungen, zum anderen folge die Firma "mit der Umstellung zum Online-Handel dem allgemeinen Trend des geänderten Einkaufsverhaltens weg vom stationären Einzelhandel".
Konkrete Pläne zum Stellenabbau gebe es in Weißbach nicht, Entlassungen seien nicht vorgesehen. Allerdings würde man derzeit sicher Möglichkeiten der üblichen Fluktuation nutzen.
Kein Standort ist außen vor
Zudem betonte die Sprecherin: "Wir können derzeit für keinen Standort eine Beschäftigungssicherung aussprechen." Denn ausdrücklich heißt es in der aktuellen Mitteilung: "Im Rahmen des Strukturprogramms tragen alle Zentral- und Geschäftsbereiche an allen Standorten im In- und Ausland zu den angepeilten Einsparungen und Optimierungen bei."
Als sogenannter "Kombi-Standort", der nicht nur für die Automobilindustrie tätig ist, sei die Konrad Hornschuch AG in einer etwas komfortableren Situation als andere Standorte, weil die Nachfrage hier in vielen Bereichen konstant bleibe. Hornschuch ist mit Kunstleder und Oberflächenbeschichtungen unter anderem in der Möbel- und Baubranche tätig.
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