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Heilbronner Verpackungshersteller Höhing schließt nach 157 Jahren

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Das insolvente Heilbronner Traditionsunternehmen stellt seinen Betrieb Ende Februar ein. Dabei hatte der Insolvenzverwalter lange nach einer Lösung gesucht.

Höhing hatte sich auf Schachteln für Präsente spezialisiert.
Foto: Archiv/privat
Höhing hatte sich auf Schachteln für Präsente spezialisiert. Foto: Archiv/privat  Foto: höhing

Ziemlich genau ein Jahr nach dem Gang in die Insolvenz wird der Faltschachtelhersteller Höhing Ende Februar seinen Betrieb einstellen. Das teilte ein Sprecher des Insolvenzverwalters, des Stuttgarter Anwalts Holger Leichtle von der Kanzlei Görg-Partner, mit. Betroffen sind 40 Mitarbeiter.

Schwierige Lage im Druckgewerbe

Seit dem Frühjahr hatte Leichtle nach einem Käufer für den Betrieb gesucht. "Dieser Investorenprozess ist leider aufgrund fehlender Interessenten gescheitert. Wegen stark rücklaufender Auftragseingänge ist eine Stilllegung des Geschäftsbetriebes nun unvermeidlich", heißt es. "Vor dem Hintergrund der aktuell sehr schwierigen Marktlage im Druckereigewerbe gibt es leider keine positive Zukunftsprognose mehr für die Firma", so der Rechtsanwalt. Bis zur Stilllegung solle eine Auslaufproduktion stattfinden.


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Kritik von Betroffenen

Betroffene werfen dem Insolvenzverwalter allerdings vor, sich nicht genug für die Zukunft des Unternehmens eingesetzt zu haben. "Auftragseingang ist gut, die Kunden wollten mit uns weiterarbeiten", wird berichtet. Der letzte geschäftsführende Gesellschafter habe das Unternehmen schon vor einigen Monaten verlassen.

Wechselhafte Geschichte

Mit Höhing verschwindet ein Heilbronner Traditionsunternehmen, das in fünfter Generation geführt wurde. Die Wurzeln reichen zurück ins Jahr 1866, als Jakob Friedrich Paul Höhing eine Buchbinderei gründete. In den Folgejahren kamen Schreibwaren und die Herstellung von Pappschachteln hinzu. 1911 wurde auf industrielle Produktion umgestellt. Nach dem Ersten Weltkrieg konzentrierte sich das Unternehmen auf Verpackungen, da der Bedarf an Bucheinbänden gesunken war.


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Verpackungen so weit das Auge reicht. Vor allem in den Sommer- und Herbstmonaten herrscht am Firmensitz von Höhing in der Pfaffenstraße Hochbetrieb. Dann wird auch bereits die Aktionsware für das Weihnachtsgeschäft verpackt.
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Vom Verpacker zum Dienstleister


Beim Luftangriff 1944 auf Heilbronn wurde der Betrieb zerstört. Vorübergehend wurde bei Kohl in Brackenheim produziert, ehe 1949 ein Neubau errichtet wurde. Ende der 1950er Jahre kam die Faltschachtelproduktion und die Umstellung auf Offsetdruck hinzu. 1992 wurde der heutige Firmensitz in den Böllinger Höfen bezogen. Zuletzt errang das Unternehmen 2020 noch einen Sieg beim Deutschen Verpackungspreis für das Design einer Sportuhren-Verpackung.

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